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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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323
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Die Deutschen.

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Goethes Märchendichtungen, schon S. 321 erwähnt.) — Sehrdrollig ist auch eine gelungene Mystifikation, die in vielen seinerBiographien spukt, betreffs des Besuches, den er 1814 seinerVaterstadt abstattete. Lerves, der englische Biograph desDichters, z. B. erzählt ganz ernsthafterweise, daß die Stadtihm ähnlich wie Paris dem greisen Voltaire eine Huldigungim Theater dargebracht, weil seine Schilderung des Heimats-ortes in „Dichtung und Wahrheit" die Einwohner so ange-nehm berührt hätte.

„Im Theater wurde „Lasso" mit großem Pomp aufgeführt. Sobald GoetheIN der für ihn hergerichteten, mit Blumen und Lorbeerkränz-n geschmückten Logeerschienen war, wurde Haydns Symphonie gespielt und das ganze Haus erhob sichwit enthusiastischen Zurufen. Die Symphonie ertönte weiter, aber die Jubelrufeübertönten sie. Endlich hob sich der Vorhang und allmählich senkte sich eine feier-Nchc Stille auf das ganze Haus. Ein Prolog begrüßte den Dichter und war dasdeichen für erneuerte Zurufe. Nach dem „Lasso" kam ein Epilog, während dessenste Lorbcerkronen von den Büsten Ariofts und Lassos genommen und an Goetheübergeben wurde». Und nachdem alles vorüber war, waren die Gänge und TreppenTheaters mit Bewunderern übersiillt, durch welche er, seine» Dank lächelnd,^»durchschritt."

Jedenfalls hätte es so sein sollen. In derDhat aber war die einzige kleine Aufmerksamkeit, welche man^m Dichter erwies, diese, daß die Theater-Direktion die Aus-führung der Oper Titus, welche er zu hören wünschte, aufeinen ihm passenden Tag verlegte — sonst geschah nichts,ü>as seinen Freund Willemer, den Gatten der „Suleika"f'es „West-östlichen Divans", so ärgerte, daß er sich oben^izzierte Feier erdachte und sie in der Form eines trockeneilBerichtes in das „Morgenblatt" von: 28. September ein-schmuggelte, von wo sie ihren Weg in die LebensbeschreibungenPfunden hat. (Vergl. Düntzer, Goethes Leben; Leipzig 1888,S. 590.)

Von Schiller wird auch erzählt, er wäre als Knabe^nst während eines Gewitters bei der Abendmahlzeit vermißt

dann auf einem hohen Lindenbaum gefunden worden, wo^ sich überzeugen wollte, „woher denn das viele Feuer amHummel käme". (Anonym (faktisch Oemlers; Schiller der Jüng-

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