Die Franzosen.
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Fieber. Sully wartete und sah eine junge verschleierteSchöne aus dem Gemach des Königs schlüpfen, ganz in grüngekleidet. Bald darauf kam auch der König: „Was machenSie hier? hat man Ihnen nicht gesagt, daß ich das Fieberhabe." — „Ja, Sire, aber es hat Sie soeben verlassen, ichsah es hier vorbeigehen, ganz in grün." Der König lachteund sie gingen zusammen in das Arbeits-Kabinet. DieseGeschichte steht ^mutatis mutanckis" bei Plutarch, DemetriusKap. 19. — Drittens soll der spanische Gesandte den Königeinmal gefunden haben, auf allen Vieren laufend mit demDauphin auf seinem Rücken, zum großen Erstaunen des Ge-sandten; abgebildet in einem Stahlstich in der „Cornelia,Taschenbuch für deutsche Frauen" 1837. Die Anekdotestammt aus Plutarch, der sie vom König Agesilaos vonSparta erzählt (oax. 25), mit der Abweichung, daß Agesilaossowie seine Kinder sämtlich auf Steckenpferden reiten.
Von Ludwig XIH. erzählt man, um seine große Mora-lität zu illustrieren, er habe einmal nicht gewagt, einer Hof-dame einen Brief wegzunehmen, welchen sie sich in den Busengesteckt hatte; und als einst ein Ball sich zufällig daselbst ver-engen, habe er ihn vermittelst der Feuerzange mit geschlossenenklugen herausgeholt. Beide Geschichten sind erfunden; die zu-letzt genannte von dem Prediger, der die Leichenrede auf denKonig hielt. — Richelieu hatte ihm den Einq-Mars als Ge-sellschafter beigegeben; als jener aber gegen den Gewaltigen zu*ntriguieren wagte, ließ er ihn hinrichten. Ludwig XIII. solldei diesem Ereignis gesagt haben: „r/ck ronckrE ör'e-r
-MÄ /irrt ck cotta sur ecl öe/ta/rmck", aber keinglaubwürdiger Zeuge steht Gewähr für diese häßliche Anekdote.^ Als Ludwig XIII. im Sterben lag, soll er seinen Sohn,den man eben getauft hatte, gefragt haben: „Wie heißt Dudenn, mein Sohn," und auf die Antwort des eu/iml lerrlöle.'--ich heiße Ludwig der Vierzehnte", soll der König entsetzterwidert haben: „Noch nicht, mein Sohn, noch nicht!" Auch
Treppenwitz. 22