Buch 
Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
351
JPEG-Download
 

Die Franzosen.

351

»Maximilian Robespierre, ein Lebensbild"; 2. Auflage, LeipzigU- Berlin 1885. Etwas karrikiert scheint das landläufige, anein Opernscheusal erinnernde Bild Robespierres allerdings zusein, namentlich da nach seinem Tode viele ihm GrausamkeitenMd Schändlichkeiten in die Schuhe geschoben haben mögen,denen sie selbst schuld waren.

»Der mit der Sichtung und Herausgabe von Robespierres hinterlassenenPapieren beauftragte Konvents-Deputierte Courtois ist mit einer ParteilichkeitUnd Gewissenlosigkeit zu Werke gegangen, über welche verschiedene Meinungen niemalsOehen konnten; . . . auch vor direkten Fälschungen ist er nicht zurückgeschreckt."ckardt; Figuren und Ansichten der Pariser Schreckenszeit; Leipzig 1893; S. S.)

Leider ist Brunnemanns Werk von jener sozial-demokratischenFärbung durchdrungen, welche das „Volk", besonders aber^as besitzlose Volk, aus lauter edelmütigen Charakteren be-then läßt, also ohne alle Sachkenntnis. Auch ist seine Arbeit"ur aus Hamels /tr'.Äor-'e ^6 Aohosprv-'-'v, eines begeistertenBewunderers, teils abgeschrieben, teils ausgezogen; seine eigenenZuthaten bestehen in Übersetzung von ein oder zwei von Hamel^cht aufgenommenen Reden. Die Bemerkung im Titel „nachTeil unbenutzten Quellen" ist daher etwas kühn. —Daniel der Biograph, sowohl Robespierres als Saint-Justs,^ so naiv die Verherrlichung desjenigen Helden, mit dem erzu thun hat, auf Unkosten des Nebenmannes zu inscenieren;(^ckardt, S. 186). Doch wollen wir nach Brunnemann (S. 191)^führen, daß das berüchtigte Gesetz vom 30. Oktober 1793,^°nach das Verfahren gegen einen Angeklagten geschlossenwerden konnte, sowie die Geschworenen sich für genügendverrichtet erklärten, nicht von Robespierre herrührte, sondernOsselin und daß es vielmehr Robespierre zu danken war,die Bestimmung hineinkam „nicht vor Ablauf vonTagen". Es ist daher nur eine „poetische" Gerechtigkeit,^nir man, weil dieses Gesetz auch gegen ihn angewendetUrde, von ihm ähnlich wie von Guillotin erzählt, „er starbj^ch stin eigen Kind". Mont-Gaillards Erzählung, Robes-^re hätte der Hinrichtung Dantons vom