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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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381
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Die Engländer.

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wie die persönliche Erscheinung ist auch der Charakter Richardsganz verzerrt worden. Man ging damals mit den Menschen-leben nicht so sentimental um, als meistenteils, wenn auchallerdings nicht immer, heutzutage; aber die Mordgeschichten,welche von dem Könige erzählt werden, scheinen doch sehrübertrieben. Er soll seinen Bruder, den Herzog von Clarence,in einem Faß Malvasier-Wein haben ertränken lassen. (Auch

! Shakespeare spielt darauf an: König Richard III. Akt I.

^ Szene IV. Erster Mörder: o/MA t/rso rlr

i-r (/re -reaÄ --oom.) Man hat diese denn doch zu un-glaubliche Geschichte so erklären wollen, daß der Herzog erst imTower ermordet und dann in einem Faß, welches früherMalvasier enthalten, in die vorbeifließende Themse geworfenworden sei. Fest steht jedoch nur, daß er heimlich im Towerumgebracht ist und daß er bei Lebzeiten den Malvasier sehrgeliebt. Daraus ist denn wohl die Anekdote entstanden.Vergl. Timbs I. S. 221 f. Es ist sogar durch Walpole(LÄoma ckmrbts t/re (e/ir am/ EA», /(ic/aua/ KV ;

1769) bezweifelt worden, daß Richard die Söhne Eduards habe er-morden lassen. Nach Baco endlich soll er ein weiser Gesetz-geber und auf das Wohl des Volkes sehr bedacht gewesensein. (Timbs I. S. 232.)

König Heinrich VIII. — 1647), eine unserem

heutigen Geschmack ziemlich unsympathische Persönlichkeit, hatdas Urbild abgegeben zum Ritter Blaubart. (Das Märchenwurde zum ersten Mal von Charles Perrault 1697 erzähltin seinen c/s (a mims Z'Or/6.) Von unhistorischen

Anekdoten aus seiner Zeit erwähnen wir diejenige, daß seinallmächtiger Günstling, der Kardinal Wolsey, ihm den Hampton-Court-Palast geschenkt haben soll, „das prächtigste Ge-schenk, welches je einUntertan seinem Herrschergemacht". Sie wird widerlegt durch Ernest Law, As

London 1885; vielmehr wurde der Palast mit dem sonstigen