Buch 
Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
405
JPEG-Download
 

Die Engländer. 405

vertreiben. Man hat sogar behauptet, sie wären betrunken ge-wesen !

Nach Griechenland, wo er 19. April 1824 in Messolonghiam Fieber starb, ging er nicht aus bloßer Liebe zur Freiheitoder den damaligen Griechen, von denen er nicht viel hielt,sondern mit dem Gedanken, daß sie ihm die Königswürde an-bieten würden und er so sein Krönchen (Coronet) in eine Kroneverwandeln könnte.

Ungern gedenken wir des widerlichen Klatsches, welchenFrau Beecher-Stowe, die Verfasserin von „Onkel TomsHütte" im Jahre 1869 veröffentlichte. Sie behauptete LadyByron (si 1860) hätte ihr mitgeteilt, Byron hätte zu seinermehrere Jahre älteren, in keiner Weise durch Schönheit aus-gezeichneten Stiefschwester August« (verheiratet an KapitänLeigh und Mutter vieler Kinder) in einem blutschänderischenVerhältnisse gestanden, und dies wäre der Grund gewesen,warum Lady Byron ihn plötzlich verlassen. Zu gleicher Zeithätte Lady Byron ihr versichert, daß sie keinen Augenblick anihres Gatten stattgehabter Seelenrettung zweifle (dies istetwas stark) und ihr Antlitz wäre dabei leuchtend geworden,wie mit himmlischem Glänze. Die Verantwortlichkeit für dieGeschmacklosigkeit, einen solchen Unsinn drucken zu lassen, über-lassen wir der Frau Beecher-Stowe. Trotz aller dieser Ver-kehrtheiten macht die Sache aber doch den Eindruck, als wenneine derartige Mitteilung seitens der Lady Byron stattgefundenhätte, wenn schon auch von der Romanschreiberin ein wenigzugestutzt und „verschönert". Aber nun denke man sich inLady Byrons Stellung, wie ihr der Gatte schon am Hochzeits-tage die empörende Mitteilung macht, und sie trotzdem einganzes Jahr lang bei ihm aushält und an die betreffende»Schwägerin" die vertraulichsten Briefe richtet! Hier ist einWiderspruch, den man nur dadurch lösen kann, daß man an-nimmt, entweder Lady Byron habe in ihren letzten Jahren— und zwar sehr stark — an fixen Ideen gelitten, oder daß