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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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431
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Die Italiener, die Spanier, die Schweden rc.

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In Beckers Weltgeschichte ist zu lesen, daß, als derpreußische Gesandte (Herr von Prinzen) dem Czaren Peterdem Großen seine Beglaubigung überreichen wollte, dieserihn zu sich auf ein Schiff klettern ließ und daselbst dasDokument in sehr unceremoniöser Weise in Empfang nahm.Auch wurde der Gesandte zu einem Schmause in die Haupt-stadt eingeladen, bei welchem der Czar zwanzig Strelitzen mitallerhöchst eigener Hand geköpft haben soll, zwischenein immereinen Schnaps trinkend. Als Autorität wird König Friedrich IIangeführt; doch scheint die Angabe in dessen Werken nichtauffindbar zu sein. —

Über den berühmten Brief Peters von Pruth heißt es beiBrückner, der Zarewitsch Alexei, Heidelberg 1880, S. 117:

„Unzähligemale ist die Geschichte erzählt worden, wie Peter am Pruth, voneiner weitaus überlegenen Streitmacht belagert, sich verloren gegeben und an denSenat geschrieben habe: die Senatoren sollten, wenn sie von seinem Tode hörenwürden, unter ihnen selbst den Würdigsten zum Nachfolger wählen. — Hätte Peterin der That so geschrieben, so würde daraus zu schließen sein, daß er schon damalsAlexei als der Tronfolgc durchaus unwürdig angesehen habe. Schwieg er in seinem,an die oberste Regierungsbehörde gerichteten Abschiedswortc von seinem Sohne, stellteer sich, als gebe es im Jahre 1711 gar leinen legitimen Nachfolger, so ist damitPeters Stellung zu Alexci schon damals, also noch vor des Zarewitsch Verheiratungausreichend charakterisiert, so kann Alexei schon 1711 als formell enttrout bezeichnetwerden. — Indessen ist die Geschichte von diesem angeblich heroischenSchreiben Peters an den Senat! n dasGebiet derFabelzu verweisen.Die Ergebnisse der neuesten Forschung haben dargethan, daß diese Anekdote, wiemanche andere später erfundene, einer thatsächlichen Grundlage entbehrt. Gerade inderselben Zeit, alS Peter den Feldzug au den Pruth unternahm, während dessen jeneeiner Ausschließung Alexeis vom Trone gleichkommende Äußerung gethan wordensein sollte, zeigte die eifrig durch Peter betriebene Verhandlung in betreff der Ver-heiratung Alcxeis mit einer deutschen Prinzessin, daß er nicht an eine formelle Aus-schließung Alexeis vom Trone dachte. — Der erste, welcher die Wahrheit dieser Er-zählung in Zweifel zog, war Ustrjalow. S. die Abhandlung über diesen Gegenstandin dem von der Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Kalender auf dasJahr 1859. Neuerdings hat Witberg im III. Bande der Zeitschrift „Das alte undneue Rußland", 1875, alle Argumente gegen die Thatsächlichkeit dieser Erzählung mitkritischer Schärfe zusammengestellt, und u. a. darauf hingewiesen, daß Alexei weder