Schluß.
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nachträglich zu seiner Geschichte ersonnen, eine selbständigeWissenschaft sich bilden wird; mit der eigentlichen Geschichtehaben diese nichts zu thun; es machen daher manche unsererheutigen Geschichtswerke, in denen der Verfasser fast auf jederSeite genötigt ist in einer Anmerkung ^gegen irgend eine dieserFabeln zu protestieren, den Eindruck von jemand, der schreibtund sich dabei fortwährend die Fliegen abwehren muß. Wirnennen das Ungewöhnliche mer kwürdig, während doch eigentlichdem Gewöhnlichen diese Bezeichnung zukommt. Aus derStatistik und der Geschichte würden, wenn wir dies festhielten,die einfachen Gesetze, welche das Schicksal der Nationen unddes Menschengeschlechts regieren, durch weiter und weiter fort-schreitende Verallgemeinerungen hervorgehen, wie die KepplerschenGesetze aus den fleißigen Beobachtungen Tychos und wie dieGesetze der Vererbung und Anpassung bei den Organismenaus den mühsamen Forschungen der modernen Naturforscher.Auf die charakteristischen Pointen aber, die immer in derTangente abfliegen, legt man jetzt weniger Wert, ja ist ihnenfeindlich gesinnt, weil man durchschaut zu haben scheint, daßalles Charakteristische zur Karikatur neigt (os-rioars beladen,überladen); ja — diese Treppenwitze der Geschichte sind Kari-katuren, die man nur nicht gleich als solche erkennt.
So wird die Geschichte jetzt unter unseren Augen eineWissenschaft, indem ihr die Statistik das Material zu liefernanfängt und sie wird aufhören, ein fast auf das Leihbibliotheken-publikum berechnetes, chronologisch geordnetes, novellenartiges,biographisches Lexikon oder eine ausschließliche, trostlose Auf-zeichnung von Kriegen zu sein; so daß der Vorwurf Schopen-hauers nicht mehr zutreffen wird: „Der Inhalt der Geschichtewären die europäischen Katzbalgereien". (Frauenstädt, „ArthurSchopenhauer; von ihm, über ihn"; S. 301.) Es ist einLieblingsgleichnis des Baco, daß die Zeit, wie ein Strom, dasLeichte und Hohle uns zuführe, das Schwere und Feste aberuntersinken lasse. Es ist dies im ganzen gewiß nicht richtig,