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Schluß.
entgegenkommt, so geschildert, als ob sie von Anfang an einfestes Programm für ihr Wirken gehabt, dieses sogleich klarerkannt, alles Ablenkende vermieden und nichts ihm Günstigesübersehen, alle Hindernisse sogleich überwunden und es schließlichin allen seinen Teilen durchgeführt hätten. — Dies ist wohlimmer falsch. Eine sehr wirksame Illustration zum Pro-grammismus ist der Schwur des Knaben Hannibal; s. S. 153 f.
Ein großartiges und allgemeines Beispiel zum Pendan-tismus liefert die Apostelgeschichte.
„In der Erzählung findet sich vorerst die ausfallendste Übereinstimmung zwischenden Thaten und Schicksalen des Petrus und der älteren Apostel auf der einen, desPaulus aus der andern Seite. Beide Teile werden sich nicht bloß im allgemeinendurch die Schilderung ihrer Wunderthätigkeit gleichgestellt, sondern es giebt auch imBesondern keine Art petrinischer Wunderwirkung im ersten Teil, welche nicht durchden zweiten dem Paulus gleichfalls zugesprochen würde." (Zelter; Apostelgeschichte;Stuttgart 1854, S. 820.) —
Wir citieren wieder einmal:
„Und wo überhaupt ein epochemachender Mann auftritt, der eine alte morschgewordene Welt aus ihren Angeln hebt, der ist keine Trivialität, die Ulan ihremganzen Wesen nach längst als Programm im Pulte hätte fertig gehabt." (Sei-,necke, Geschichte des Volkes Israel n. S. 72.)
Gerade die gewaltigen Menschen lernt man nie aus; dieFormel, welche sie auflöst, ist, wie die der verwickelten Gleichungenhöheren Grades, noch nicht gefunden worden; ähnlich verhältes sich mit der Natur eines ganzen Volkes.
„Kein Volk ist etwas abstrakt Definierbares; vielmehr find alle Völker Wesenmit den verschiedensten Eigenschaften und den mannigfaltigsten Seiten; kein histo-risches Ereignis beleuchtet irgend ein Prinzip ausschließlich,jede Ursache ist durchflochten und umgeben mit hundert andern. Die beste Ge-schichte ist doch nur wie dieKunft desRembrandt; siewirfteinlebhaftes Licht aus gewisse ausgewählte Ursachen, auf solche,welche die besten und größten waren; — alles übrige läßt sie imSchatten und »»erschaut. (Bagehot; amck xoklrc»,'Lnck eckrlro»/
S. 61 s.)
Diese ihre Manier aber wird die Geschichte aufgeben; siewird sich vielmehr — und sie thut es schon — mehr undmehr zur Statistik neigen; ja es fragt sich, ob diese beidenWissenschaften nach weiterem jahrhunderte langem Fortschrittnicht in einanderfließen werden und ob nicht aus der Auf-zählung der hübschen Pointen, die sich das Menschengeschlecht