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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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Volksseuchen von 494451 vor Chr. G.

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Rom, welche Menschen und Vieh betraf; sie scheint aber schon 508begonnen zu haben, da Otto Frise nach Oros. II, 12 auf dasJahr 504 die nach einem Nordlicht entstandene sein' grosse Pestverlegt, welche weniger den gemeinen Mann, als Consular-und Militärpersonen mitnahm, welche auch in ähnlicher Weise4 Jahre vorher (?) entvölkert gewirkt haben soll. Es ist wohltheils dieselbe, welche nach der Auswanderung der Plebejer (494)entstanden und mit Hungersnoth verbunden war (Oros. II). Baldfolgt gegen 490 eine solche unter Sulpitius und Laertius(Dio) und eine andere um 480 in hohem Grade unheilvolle, beiwelcher die auf den Strassen zahlreich liegenden Leichen vonAasvögeln und wilden Thieren angefressen wurden (Oros. II).Mit letzterer fast gleichzeitig war es, dass das Heer des Xerxesauf dem Rückzüge (479) durch Hunger, Dysenterie und andereSeuchen so viel Mannschaft verlor, dass die Marschroute mitLeichen bezeichnet war. (Herod. VIII, 115, Justin. IV, 13.)Wenige Jahre nachher, um 474 (476?) richtete eine Pest auchin Rom unter allen Altersklassen grosse Verheerungen an(Dio Hak). Damals oder 9 Jahre später soll auch in Spanien und Sicilien eine Seuche geherrscht haben. Beim Jahre 470erwähnt Papon eine Seuche, die besonders Frauen mitnahm.Im Sommer 463 unter Aebutius und Servilius begann zuRom , wohin sich die Landleute mit ihrem Vieh geflüchtet hatten,eine ansteckende Seuche, woran die meisten Vornehmen, dergrössere Theil des Senates und fast die ganze waffenfähigeMannschaft erkrankten und wovon eine grosse Menge niederenVolkes, aber auch Consuln und Auguren hingerafft wurden.Alle Tempel waren mit Betenden überfüllt, die Weiber fegtenden Boden derselben mit ihren Haaren. Auch auf Ziegen undSchafe erstreckte sich die Plage. Nach Ablauf der bösen Jahres-zeit liess die Krankheit allmälig nach (Liv. III, 6, Oros. II, 12 *).Fast zu gleicher Zeit, um 460, war auch zu Athen eine Pest(Plut. Osir., Paul Aeg. II, 34). (Nach Papon wüthete 459 unterCornelius Maluginensis die Pest zu Rom ; es war dies aber436.) Gegen 453 unter Curatius und Quintilius nachOrosius im folgenden Jahre verödete wiederum eine Pest,in Gesellschaft mit Hungersnoth und Viehseuche, Land und Stadt(Liv. 111,32, Dionys. X). Diese Pest, welche ein ganzes Jahr,von Herbst zu Herbst, gewüthet, hörte 452 auf unter den ConsulnSestius und Menenius, welche im Mai angetreten zu seinscheinen (L. Lange Röm. Kalend. 1882). Fast alle Sclaven unddie Hälfte der Bürger waren daran gestorben. Diese von Dionysbeschriebene Seuche, die auch auf 451 bezogen wird, begannmit kleinen Hautpusteln, die nach einiger Zeit unter heftigenSchmerzen sich in grosse, bis zu den Knochen vordringendeGeschwüre verwandelten. Dürften es nicht schon Pocken gewesen

*) Vgl. noch Seibel: Die Epidemieen des 5. Jahrhunderts v. Chr.Dölling. 1869, 38 S., worin die Seuchen der Jahre 4$0452 und 436412besprochen sind.