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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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Volksseuchen im 11. Jahrhundert.

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an der vom Heere aus Italien eingeschleppten Pest. Die Witte-rung war sehr trocken, die Pest in ganz Europa verbreitet*).1023 machte die Pest furchtbare Verheerungen in Japan . 24Hungersnotli (Torfs). Im J. 25 war Pest in England und andernGegenden. (Magd. Cent.) Häser notirt für 25 das heilige Feuer.1026 war eine Pest in Lothringen (Torfs). 27 wird wieder voneiner grossen Pest in Europa berichtet. 28 im Okt. herrschtenSeuchen unter Menschen und Vieh (Lupacz). Eine grosseHungersnotli herrschte im Beneventschen, im J. 29 auch diePest**). 30 war in Sicilien, wie es scheint, Diarrhö epidemisch***).Die fürchterliche Hungersnotli, welche 3033 in Frankreich herrschte (Mezeray), ist damals wohl eine allgemeine Calamitätgewesen.

Im J. 31 verheerte eine Pest, von Indien die ProvinzenGhazna, Khorasan, Dgiordgian durchziehend, Armenien, Klein-Asien und Syrien bis in die Nähe Konstantinopels . (Deguignes.)Im Bündnisse mit Hungersnotli trieb sie, wie Cedren für 32berichtet, die Einwohner aus ihrem Vaterlande f). (Die Jahre34 und 35 brachten den Ländern am Hellespont , namentlichThrazien, Heuschreckenzüge.) Die Pest war auch noch in Europa heimisch. 1033 war sie im Kloster zu Königsdorf , wo sämmt-liche Schwestern daran starben. (Thomas Gesch. d. Pfarr. Mauri-tius in Köln , 1878.)

3436, namentlich 36, wareine brandige Br äune in West-europa (Cedren., Avent. Chron.), 35 Krankheiten unter dem Viehund Absterben der Bienen in Baiernff), 36 Hungersnotli undpestilenzialische Krankheiten. (Spaan.) Auch 38 hielt dieHungersnotli noch im Oriente und Occidente an und werdenepid. Krankheiten im westl. Europa erwähnt. (Schnurrer.) Die inder Lombardei in Konrads Lager herrschende Seuche nahmeinen grossen Theil des Heeres mit. Die Gemahlin seinesSohnes und sein Stiefsohn, Hermann von Schwaben , erlagen der-selben. Auch in Deutschland, besonders in Baiern , raffte die

*) 1022.Nuper per cuncta pene quadrifldi orbis climata geminapestis populos atterebat. Kam siccitatis immensae tanta vis ingruebat, utfrugum tota spes colligendarum deperire inciperet et cladis hominum tarnimmanis pernicies desaeviebat, ut si quis sero incolumem se collocassetcrepusculum oriens se non visum crederet etc. Bouq. X, 376.

**) 1028 war nach 3 regnerischen Jahren die Hungersnotli allgemein.Man ass selbst Thon; Einzelne assen Menschenfleisch. Ohr. Virdun.(H. d. Gaul. X.) 1029.Farnes magna et pestil. in toto principatu.

(Ann. Benev.)'

***)In Sicilia . . . Saraceni Romanos subito adorti, qui plerique luxuriacoeliacum morbum contraxerunt.

f) 1032:Hoc anno fames simul et pestis Cappadociam, Paphla-goniam, Armeniam et Honoriadem ita afflixerunt, ut incolae patriis relictisalias sibi quaererent sedes.

ff) Inaudita mortalitas animalium et defectus apium terram Baioriammultum afflixit." (Ann. Altah. maj.)