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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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Volksseuchen im 11. Jahrhundert.

Pest Viele hin, jung und alt, bereits am 15. Juli die KöniginKunhilde. *)

1039. Auf grosse Gewitter um Pfingsten kam ein eiligesSterben, welches sehr Viele, besonders Vornehme, wegnahm.(Güthe.)

Im J. 39 übernahm im Oriente die Angina die Rolle desWürgengels**), während im Abendlande 39 und 41 das h.Feuer herrschte (Sigeb.), jedenfalls durch den vorhergegangenenNahrungsmangel und schlechte Nahrung erzeugt. Die VerdunerChronik erwähnt dieses beim Jahre 42 ***).

1040 war in Irland Rindviehseuche, auch Schweineseuche.(Cens. of Ir.) Nach Short herrschte jene im J. 41 so, wie mansich dessen nie erinnerte. Grosse Theuerung und Sterblichkeitunter den Menschen waren damit verbunden.

Im Jahre 42 wird eine Seuche in Konstantinopel erwähnt.

Von 43—45 halten die Viehseuchen in Deutschland an;j-)in Belgien wird 44 noch über schreckliche Hungersnoth geklagt.

Im Jahre 46 herrschte eine Seuche allgemein, namentlich inFrankreich. Ganze Flecken und Dörfer wurden durch Tod undFlucht entvölkert. (Avent. Chr., Crus. Ann.-j~|-) Torfs erwähnteine Pest in Flandern. 48 war eine Seuche unter den Menschenin England (in West-Europa nach Guy de Chauliac angeblich).(47, 49 war Rindviehseuche in England.)

Die J. 52—55 waren für den Westen wieder Zeiten derTheuerung. In England herrschte 54 die Viehseuche unge-mein stark. Im Oriente war 54 und 55 die Pest in hohem

*) An vielen Orten Hungersnoth nach Ann. Altah.

1038 „Farne laboratum est per Thraciam, Macedoniam, Strymonem,Thessalonicam et usque Thessaliam.“ Cedr.

1038 „Pestil. exercitum invasit, in qua Heinrici regis uxor cum multisperiit.“ Ann. Augustan. in M. G. V.

Sigonius berichtet: „Inde (von Benevent nämlich) per Adriaticimaris oram revertens gravi ex coeli corruptione in exercitu pestilentiamense Julio non solum milites plurimos, sed etiam ex principibus nonnullosamisit etc.“ Der August war ungemein heiss. (Staind. Chr.)

**) „In quibusdam provinciis obtinuit anginae caninae ('trj? xovcqyv)?)morbus, ita ut vivi mortuis efferendis non sufficerent.“ Cedr.

***) 1039. „Coepit desaevire in ipsorum plebes divina ultio, consump-sit quidam mortifer ardor multos tum de magna,tibus quam de medio-cribus atque infimis populi, quosdam vero truncatis membrorum partibusconservavit ad futurorum exemplum. Tune etiam pene gens totiusorbis sustinuit penuriam pro raritate vini et tritiei.“ (Glabri Remens. hist,in Bouq. X.)

1042. Verdun war in Gefahr, durch das h. Feuer zu veröden. Heberdie Heilungen durch religiöse Mittel s. Hugonis chron.

f) 1044 „Pestilentia pecudum, hyems dura.“ Ekkeh.ff) Nach Herrn. Contr. scheint die Epidemie doch nicht so allgemeingewesen zu sein; er sagt: „magna mortalitas multos passim extinxit.“Wohl auf dieselbe Zeit bezieht sich eine schlimmer lautende Notiz beiCluver: „Tanta peste laboratum est, ut plures mortui quam superstites sinthabiti.“