Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
106
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io6 Botto»

B o u ch e r.

* Botto, (Marc Anton). S. Botti.

*Boreschild, Bottschield, auch Boe<schild, (Samuel), geb. 1641. Er hatte mehrGenie als Geschmack; seine Figuren sind schwer-fällig und ohne Grazie. Er selbst hat verschiedenesin Kupfer geatzt, was bey Rost H. 13—> 4 - ver-zeichnet ist; in einer Folge von 32. (Rost und dasLexikon sagt 70) Blattern, welche M. Bodenehr,unter dem Titel: Opera Varia üistorica, u. s. stnach seinen Zeichnungen gestochen hat, befindensich nur dreye von seiner Hand. Nach ihm,von ermeldten Bodenehr, D> Conrad, I. Gole,L. Heckenauer, Jerem. und P. Kilian, und P.Schenk gestochene Bildnisse führt /s. mehrere an.

* Boerrvein. S. Boudewyns.

Bova, (Marian). S. Boya.

B 0 ubers, (von). Dieser Name findet sichauf einem Bildnisse von Fenelon. L.

Bouc,( van), ein Maler; vermuthlich Pe-ter van Boule. Er ist durch sein von G. Edelinkgestochenes Bildniß bekannt.

Bouch, (Valentin), ein Glasmaler zu Metz;zierte die dasige Cathedralkirche mit seiner Arbeit;er malte aber auch mit Oelfarben. Man zeigetnoch heut zu Tage Abschriften von seinem Testa-mente, welches viele und reiche Vermächtnisse ent-haltet. Er starb 154^ ^ ^rei/ 1 - I- 0 . 14-

* Bouchardon, (Edmus). An der Ritter-säule Ludwig X V. hatte er zwölf Jahre lang un-ablässig gearbeitet, und insonderheit für das Pferdunzählige Risse nach der Natur verfertigt. Wasnach ihm von einer Menge Künstlern gestochenworden, findet man in /?. verzeichnet Dahingehören z B. die Blätter von Soubeyram zu

Usoneil llss kierres Zraveeg 6u Esbinst6u llov (2 Vo>. kol. ?aris 750.) Don ihm selbstgeätzt 'kennt man zwey Bildnisse des KardinalBorghese nach Bernini , zwey Blätter Studiennach Maratti, und einen kleinen Cupido.

* — — ( ) Edmus jüngerer Bruder,

-essen das Lexikon unter dem Art. des erstem Er-wähnung thut, hat Verschiedenes nach seinem Bru-der , und Äubert nach ihm eine Eitelkeit, mit derUeberschrift: 4 'ai vecn u. s. f. in Kupfer geätzt. - 6 )

B 0 uche, (Martin), ein Kupferstecher von Ant-werpen , arbeitete daselbst mit seinem gleich fol-genden Bruder um 1675. Beyden gemeinschaftlichsind die Blätter, welche sie für Foppens prächtigeAusgabe der von P. dü Ryer übersetzten Ovidi-schen Verwandlungen, nach den Zeichnungen vonH Abbe, gestochen haben. Von seiner eigenenArbeit insbesonders findet man in Xxorrrr Miscel-Isneis; und ein Bildniß des 1679 zu Tyburn Hin-gerichteten Jesuiten John Fenwick führt //. an.Sein Zeichen giebt Christ S. 303.

— — (Peter Paul), Martins Bruder.Was sie gemeinschaftlich gearbeitet haben, s.oben. Von ihm insbesonders kennt man ein Bild-niß des Hieron. Casanate, und eine Folge vonOrnamenten für Schlösser, letzt« datirt: London i6gz. S.

— — (Ph. van). Von diesem Maler zeigetman in der Kaiser! Gallerie zu Petersburgns6. ein Stück, betitelt: Die Leserin.

— — ( ) S. Boucher.

Boucher, (C. A.) Einen solchen nennt L)ganz kürzlich: Einen Kupferstecher von Paris .

— — geb.le LNome, (Elisabeth), des gleichfolgenden Franz Bouchers Gattin. Dieselbe hatnach ihrem Mann ein Paar Blätter, welche in

verzeichnet sind, und nach P. Sevin das Bild-niß der Herzogin de la Balliere gestochen. (Noch

find wir nicht gänzlich sicher, ob diese beydenBlätter die Arbeit einer und derselben Künstlerinsind).

* B 0 ucher, (Franz). Jm J. 1727 gieng er mitCarl Vanloo nach Italien . Rost allein setzt seinTodesjahr in 1763. Alle andern Nachrichten in1770 „Niemals" (sagtwareler) „hat ein Künst-ler die glänzenden Eigenschaften einer ausserordent-lichen Leichtigkeit mehr gemißbraucht; nie die Ver-achtung gegen wahre Schönheit, wie die Natursie uns darbietet, wie sie von den Alten und vonRaphael empfunden und ausgedrückt wurde, mehrgezeigt, und dennoch nie einer das allgemeine Vor-urtheil mehr für sich gehabt. Die malerischeMaschine verstand er sehr gut; dieß hat er durcheinige Gemälde, und besonders durch Scizzen be-wiesen, die ihn als einen Mann von Genie gel-tend machten. Aber der Geist der Kunst bestehetnicht in der Zusammenfügung eines Gegenstands,sondern in der rechten, wahren, tiefempfundenenManier, in welcher er vorgetragen ist. Die Ge-mälde von Boucher beweisen, daß er unfähigwar, seinen Werken Schönheit und Ausdruck zugeben. Mögen immerhin in seinen Entwürfen dieFiguren malerisch gestellt seyn. Fehlte ihm nicht,um sie mit wahrem Genie zu behandeln, die Seeledes großen Meisters? . . Aber, ist er nicht wenig-stens der erste Maler in der Pastoralgattung? Auchdarum sind seine Werke Zusammenstellungen vollGeschmack, das ist wahr; aber auch nichts alsdies; er harte Ideen, aber er hat sie nickt ausge-sprochen Seine Schäferinnen sind nicht einmalartig, seine Schäfer sind oft häßlich; seine Köpfeohne Ausdruck; es sind fast immer Liebhaber,welche nicht zu sagen wissen, daß sie lieben. Eingroßes Verdienst seiner Stücke besteht in den länd-lichen Geräthschaften u. d gl. die recht gut hinge-worfen, vertheilt, gruppirt sind. Es sind jeneKompositionen, welche in der Kunstsprache dasWort kouilli eingeführt haben; so sagte man vonseinen Gemälden, sie hätten ein LUlli von Ge-schmack, ein malerisches komlli, ein reizendesVouilli. Watteau brachte ganz andre Dinge inseinen Hirtenstücken an. Boucher malte Land-schaften, aber ebenfalls ohne die Natur zu Rathezu ziehn; er ist manirirt im Blätterwerke und inder Färbung. Das war wieder ein konilli, aberkeine Wahrheit. Ueberhaupt war dieser Künstler»nacht in allen Theilen der Kunst," u s. f. u. f.„Dieses Urtheil" (sagt Huber „ist unstreitig sehrstrenge. Betrachtet man Bouchers angenehmeKompositionen, die reizende und geistreiche Art wieer seine Kinder gruppirte, die Weichheit seinesweiblichen Fleisches, die Grazie seiner Bewegun-gen, das Malerische seines — koullli, so findetman die Schwachheit derer verzeihlich, welchediesen Künstler verdarben. Er war als Maler einKind; und dieses Kind war lauter Grazie." —„Das Theater" (sagt Heinecke) „besonders das-jenige der Oper, bereicherte er mit einer MengeDekorationen. Dann aber beschäftigte Alles vomGrößten bis aufs Kleinste, große historische Ge-mälde, Sürporten, Kutschenschlage, Pantins so-gar , seinen Pinsel. Bey der Tapetenmanufakturzu Beauvais angestellt, war dieses es eigentlich,was ihn auch aufs Feld der Landschafcmalereyführte." Boucher liebte die Vergnügungen, warvon anziehendem Umgänge, und daher von derGesellschaft sehr gesucht. Aber seine ausgebreiteteBekanntschaft hinderte ihn nicht, einer der ange-nehmsten Künstler zu seyn, welche jemals gelebthaben. Zeugen davon sind die fast ungeheureMenge seiner Gemälde und Zeichnungen, vonwelchen letzt« sich über die 10,000 belaufen mögen.Mit einer sehr geistreichen Nadel endlich ätzte ermehrere Stücke von seiner eignen Erfindung, undetliche andre nach A- Bloemaert, P. Claverceauund Watteau , die bey Rost VIII. S. 126.) undin verzeichnet sind, bey welchem letztem dannvollends fast vollständig alles zu finden ist, wasüber izo Nadeln und Grabstichel aller Nationen,