Camasseü
* Camassei, (Hyacinth). W. Ballet hatnach ihm eine H. Jungfrau, die das Kind in einemLeintuche trägt, sehr schön gestochen. Von ihmselbst geätzt, kennt man ein Titelblatt für dasBuch: II levere incatenato.
Larnbiagi/ auch ssambiasl und ssam-b iaso, (Anton). Von einem übrigens unbekann-ten Kupferstecher dieses Namens ist ein Blatt,welches man irrig Luc. Cambiasi zugeschriebenhat, nach Guido Rhein': Eine Abigail die aufDavid stoßt, dann: Eine Dreyeinigkeit nach L.Cardi u. n. vorhanden. ALc.
*Camblasl, (Horaz ), des nachfolgendenL«cas Sohn, dessen im Lexikon, unter dem Art.dieses letzter» kürzlich Erwähnung geschiehet, ar-beitete, nach Soprans, mit Beyfall, im Ge-schmacke seines Vaters.
* — (Johann), Lucas Vater. La»rr:rll.y. 291. nennt ihn einet, sehr einsichtigen Quatro-centisten und großen Bewunderer von del Lag«und Pordcnone.
* — — (Lucas). Sein Vater ließ ihn sehrfrühe Zeichnungen nach Mantegna copiren. Diezahllosen großen Werke, welche er schon in seinemfünfzehnten Jahre seinem Vater vollenden half,setzten jederman in Erstaunen, als man zwar wenigStudium der Natur, aber einen gigantischen Styl,einen unerschöpflichen Reichthum der Phantasie,Und eine fast stürmische mechanische Fertigkeit darinwahrnahm. Auf Andringen seines Freundes, desBaumeisters G- Alessi, verließ er jedoch diese ersteManier, zog die Natur fleifsiger zu Rathe, undbemühte sich, mehr Grazie, Anmuth und ein ge-fälligeres Colorit zu erreiche». In dieser zweytenManier, welche er ungefähr zwölf Jahre befolgte,sind drey seiner schönsten Werke, die Marter vonSt. Georg in der Kirche dieses Namens, danndie von St. Bartholomäus in der Kirche dell'Olivella beyde zu Genua , und endlich sein Sabiner-Raub, von welchem Mengs sagte, daß er dieLogen im Vatikan nirgends so, wie in diesem Ge-mälde wieder gefunden habe. Laux:, II. 2. 297.u. ff. kann des Lobs dieses Künstlers kaum sattwerden Die schon im Lexikon bemerkte Verwei-gerung Pabst Gregor XIII. ihm zur Heirath mitder Schwester seiner verstorbenen Gattin dienöthige Dispense zu ertheilen, versenkte unsernKünstler in eine Cchwermuth, welche sich von daan in allen seinen Arbeiten äusserte. Er fiel nunwieder in seine erste vorschnelle übereilte Manier,deren es meist an aller Eleganz und Schönheit ge-brach. Mehrere Schriftsteller haben das Andenkendieses geschickten, rechtschaffnen, aber unglück-lichen Mannes durch ihre xvblchriften geehrt. So!- B. Uberr Foliera in seinem: Llsr. hl^urumKlo^ns (gto. llom. 157z. p. 2§c>.) , Marino inseinen Gedichten, u. a. Einige setzen sein Todes-jahr schon in 1580. und 8Z- andre erst 87- und 88.Mehrere nach ihm gestochene Blätter führt an.Als vorzügliche nennt man: Eine H. Familie, wodie Jungfrau in einem großen hölzernen Stuhl sitzt,mit den, Monogramm von R. Schiaminosi; eineandre H. Familie in einer Landschaft von A.Wierix, und eine Glorie von Engeln von Guidogeätzt, welche sehr selten seyn soll. wmkler.
* tsambour de ssoislin, (Sebastian Jo-seph dü). S Ponrchareau.
(ambry oder ssambrap, ( ) geb. zu
l Orient 176 . Exadministrator des Departementsvon Finisterre und Seine, späterhin Präfekt desDepartements de l'Oise (zu Beauvais ), Mitgliedder Alterthümer zu Cortona , gab nebst vielen an-dern Schriften in 178z. oder 84. und nachwärtsui einer neuen Ausgabe 1798. Ls8si 8ur la viekt >08 tablsaux cle ?VU88IN 8^0. welche Eandon(Annal. I. 217) die beßte Lebensbeschreibung diesesgroßen Künstlers, und die Schrift eines geschmack-vollen Kenners nennt, welchem die Kunst selbst
Camerinv. r4§
nicht fremd ist; die daher mit der genaneste» Wahr,heit und mit einer philosophischen Darstellung dieangenehmste Schreibart vereinige. Wogegen Fio-LlÜo (III. 154.) davon urtheilt: „DiesesBuch istmit wenig Critik verfaßt, und giebt oft falsche An-sichten. Unter anderm bemüht sieb der Verfasser,die Ehre Frankreichs damit zu retten, daß er be-hauptet, man habe sich umsonst bemüht, Poussin in Frankreich zurückzuhalten; eine dem Felibiennachgesprochene Behauptung, deren Nichtigkeit er-wiesen sey."
Camden, (Samfon), ein Maler von Lichfield ,arbeitete um 1540. zu London . Er wird von Bayleals Vater des berühmten Wilhelm Camden an-geführt. Mrc.
Cameau, ( > So nennt FloriUo ili.
425. einen französischen Künstler, der zu Greuze's Zeiten uns in desselben Geschmack arbeitete.
* Camerara, (Joseph), der Maler. Hei,necke macht sehr wahrscheinlich zwey Künstler ausEinem. Dem einen gieht er Lazzarini zum Lehr,meister, läßt ihn 1797. in seinem Neunzigsten Todesverbleichen (irrt sich aber darinn gewiß, und dasLexikon giebt vollkommen richtig sein Geburtsjahrund Lebensalter an), und bemerkt, daß A Longhisein Bildnjß gestochen habe. Nach dem andernführt er das Bildniß eines gelehrten Mädchens ander Spitze von ihren Gedichten, mit der Inschrift:VirximB ar8 retulit vultu8, von Baron , undDavid der auf der Harfe spielt (ein seltenes Blakt)>so wie auch den fliehenden David, von A- Faldonigestochen an; was Alles wesentlich auf den imLexikon enthaltenen Joseph ssamerara, den vene,tianifchen Maler paßt; welchen übrigens
II. 206. (ganz anders als das Lexikon) einen wür-digen Schüler von Lazzarini nennt. Dagegenscheint
* — — — — allerdings der Sohn, wieHeinecke meint, oder nach andern, der Sohns-sohn des obigen gewesen zu seyn, geb. zu Venedig 17,9. nach andern 1724. Dieser letztre (dessenauch bereits das Lexikon unter dem Art. Josephsdes Malers Erwähnung thut) lernte die Anfangs-gründe der Kunst bey seinem Vater oder Oheim,und nachwärts das Kupferstechen bey Joseph Cat-tini. Im I. 1742. begab er sich nach Wien , woer auch in der Miniaturmalerey große Fortschritt«machte, mit der er sich nachher immer als Zwi-schenarbeit sehr glücklich beschäftigte. Mittlerweileward er 1757. als erster Hofkupferstecher nachDresden berufen, um an dem bekannten großenGaleciewerke zu arbeiten. Zu Anfange des sieben-jährigen Krieges erhielt er die Erlaubniß, nachItalien zurückzukehren. Don da gieng er wiedernach Deutschland, anfangs nach München ; baldaber nach dem Frieden kam er, im Begleite desChurprinzen von Sachsen neuerdings nach Dres-den , und ward itzt als Professor bey der Chur-fürst!. Akademie angestellt. Hier lieferte er vonnun an eine große Anzahl guter Blätter, sowohlnach seinen eigenen Zeichnungen als nach den Ge-mälden der Galerie. Die vorzüglichsten, sowohlBildnisse als historische, (fast alle nach Meisternvom zweyten Range) führt Rost IV. 167-69. unddie erster» auch /I, an. Damit vergl auch denLVinklerschen Katalog, wo aber ebenfalls diebeyden ssamerara in Einen verschmolzen sind.Von dem unsrigen sind ohne Zweifel: Das schöneBüste einer jungen Person in Lebensgröße, nachRotari; und die: Dame b'isnccjus avec 8» fllleüb her:, nach Liotard , wovon letztrer selbst dieKöpfe, und Camerata die Figuren gestochen hat,(ein seltenes Blatt). Dieser wackre und bis inshöchste Alter uncrmüdete Künstler starb zu Dresden igoz. Heine letzte Arbeit war eine Magdalena,nach einem Miniaturgemälde von van der Werf,in der Größe des Originals.