146 Camerlandes.
I. 353 - einen Maler, der um 132». mit etlichenandern im Dohm zu Orvieto arbeitete.
Camerlandes, (M.Jakob), von dem manein Werkgen, unter dem Titel: Aunstdüchlemu. s. f. ( 4 to, Strasb. 1543.) kennt, worin ver-schiedene Zierrathen, nebst einigen biblischen Ge-schichten, im Kleinen abgebildet, in Holz geschnit-ten sind.
* Cameron, (Carl). Das Werk, von wel-chem im Lexikon die Rede ist, begriff die Bader von Agrippa, Nero , Vespastan, Antouin undDiokletian in sich, und war höchst selten, da davonnur 50. Exemplare gedruckt worden sind. Un-bekannt ist es uns, ob hier von dem nämlichenKünstler gleichen Gei'chlechtsnamens die Rede sey,welcher in den neuesten Tagen als englischer Architekterscheint, der aber seit langer Zeit in ruß Dienstenbefindlich sey, und ini I. 1823- von dem Kaiserden Auftrag erhielt, alle russischen Haftn zu berei-sen, die Gebäude zu besichtigen, und Vorschlagezu ihrer Verbesserung zu thun.
Camers, (Philipp Michel), ein römischerMaler, den wir durch nichts anders kennen, alsdaß A. von Westerhout nach ihm die Päbsilichenund Englischen Wappen mit historischen Ornamen-ten gestochen hat.
* Camillo, ( ) vielleicht der spanische
Camilo des Lexikons. Wie dem immer seyn mag,nach einem Camillo kennt man eine Verlobungder H. Katharina, von Val. Green in Schwarzkunstgeschabt. L
Caml'tl, (Maria). Nach dieser unbekanntenMalerin findet man in C. Royers Sammlungeinen Kupferstich, der des Achilles Entdeckungvorstellt. Mrc.
* Camm-s, ( ) u. s. f. Nach ihm hat
F. Baour ein Bildniß gestochen, ^c. Fiorillo(III. 239.), der ihn Cammu« heißt, nennt ihneinen der beßten Schüler von Anton Rivalz.
Cammermeper, (Simon), ist lediglichdurch ein von ihm gestochenes sogenanntes: Zie-rarhen-Buch u. s. f. bekannt. -tzkc.
Camocciui, (Vincenzo), gebürtig von Rom ,arbeitete daselbst als ein junger Küusiler, und Mit-glied der dortigen Akademie von St. Lucas, An-fangs des XIX. Jahrh, und war einer der beßtenunter den damaligen dortigen welschen Geschichts-malern. Ohne ein ausgezeichnetes Talent in derErfindung zu haben, war er dagegen ein sehr guterZeichner, und besaß viele mechanische Geschicklich-keit. Ohnehin von Haus aus ziemlich bemittelt,harte er das seltene Glück, frühe bedeutende Werkein Bestellung zu erhalten. Schon seit mehrernJahren arbeitete er nämlich für den bekannten LordBristol an zwey großen Gemälden, von denen daseine, wirklich fertige, seine erste größte Arbeit istund die Ermordung des Cäsars vorstellt, dasGegenstück, der Tod der Virginia aber im I. 1802.noch bloß bis zum Carton gediehen war. Kennergeben übrigens diesem letzten« in der Kompositionsowohl als in dem Styl der Zeichnung merklichenVorzug vor dem erster««, in welchem zwar die letzkrebestimmt und correkt, aber eben so kalt und stei-nern als das Colorit der Menge Figuren in weissenTogen gefunden, und hiernächst die Anordnungdes Ganzen und besonders der Hauptgruppe undzumal die Stellung der Hauptperson als zu thea-tralisch getadelt wurde. Sitten- und Bultuc-Genralde von Rom S. 252—54. Vortheilhafkerspricht die Schrift: winkelmann und sein Jahr-hundert (S. 325 ) von eben diesem Gemälde:„Die lebensgroßen Figuren desselben" (heißt esdort) „ sind alle, mit vieler Kraft, richtig gezeich-net; und es fehlt weder den Gewändern an Ge-schmack, noch den Figuren an Bewegung, nochden Köpfen an Abwechslung und Ausdruck. (Undnoch erst neuerlich urtheilte über unsern Künstler:A- W. Schlegel in einem, der Jen. A. L- Z.
Campagnolo.
1805. (Jntelligenzbl. 720. und 21.) beygerück-ten Sendschreiben an Görhe, mancherley meistartistische Nachrichten aus Rom voin Frühjahrbesagten Jahrs datirt, wie folgt: »Unter denjetzigen italienischen Künstlern hak sich dieser nochsehr junge Mann, als Geschichtsmaler ausgebrei-teten Ruf erworben, und bekleidet die Stelle einesMalers der St. Peterskirche Was Correktheit imbessern Sinne zu heissen verdient, muß man ihmin ausgezeichnet hohem Grade zugestehn. SeineZeichnung ist bestimmt und richtig, der Charakterder Figuren edel, das Colorit kräftig und heiterohne Härte; die Drappericn sind wohl verstanden,und die Farben der Gewänder gut gewählt; dasCostum ist gelehrt beobachtet, auch die Gruppi-rung meistens glücklich; endlich, was die Compossition im Ganzen betrift, so ist sie schicklich undmit gründlich überlegten Motiven angelegt. Unterallen diesen Vorzügen indessen spürt man eine etwassparsame Ader der Erfindung; ein Mangel, wel-chem freylich der Künstler durch unabläßige Studienjeder Art abzuhelfen bemühet ist." Von neuestenArbeiten sah er von ihm: Eine Ermordung Cäsars,jetzt in kleinen Figuren gemalt, und dann für dieSt. Peterskirche Christus mit dein ungläubigenThomas. Die Verwandtschaft seiner Werke mitder neuern französischen Schule, auch in der Wahlder (meist altrömischen!) Gegenstände fand Schle-gel überhaupt unverkennbar; nur schien er ihm,in Vergleichung «nit jener, mehr natürliche Har-monie, und eine gewisse südliche Milde, vorauszu haben.
Camoccr'o, (Joh. Franz), einKupferhändlervon Venedig . Ob derselbe (sagt Heinecke) auchKupferstecher war, ist ungewiß; wenigstens ver-kaufte er viele Blätter, welche keinen andern Na-men als den seinigen tragen. Zufolge des Ver-zeichnisses, welches gedachter Schriftsteller davongiebt, sind die meisten nach Titian , und scheinenalte (vielleicht aufgestochene, oder kurz solche)Blatter zu seyn, von welchen er die Platten besaß.
* Cainogli oder Carnoggi, (Stephan).Er war auch in Erfindung verschiedener Maschinenberühmt. Da er aber in Figuren keine Erfahrunghatte, bediente er sich hierzu des Dominikus PiolaBeyhülfe. (lkLc.
* Lamozzi, (Vincenz). S. Scamozzi.
*Cainpagna, (Hieronymus). Nach Temanza lernte er bey Danese Cataneo. Er war um 1552-geboren, und starb nach 1623.
— — (Joseph), des obigen Bruder, von demaber nichts weiter bekannt ist, als daß er ebenfallsdie Bildhauerkunst übte. M§c.
— — S. auch Campan.
* Canipagnola, (Dominikus), nannte sichauch Domenicho delle Greche, geb. z» Padua «482 und gest. zu Venedig um 1550. Letztressagt Rost (111. 63-64.) und doch zugleich, daßer in Padua begraben sey. Derselbe war einerder schätzbarsten Maler seines Zeitalters; ei» soguter Schüler und Nachahmer Titians, daß erdie bekannte Eifersucht seines Meisters erweckte.Seine beßten Werke sieht man in seiner Geburts-stadt; in Fresko bey St. Antonio, und in Oel beySt. Maria del Porto, wo er seine Evangelistenund andere Heilige eben so grandios als Titiangezeichnet hat, und dabey das Nackte weit künst-licher, als dieser, durchscheinen läßt. Lanr-r ll.94. der ihn für einen Sohn des Julius, und füreinen Sohnssohn des Hieronymus hält. Auchseine Zeichnungen werden von Kennern sehr geschätzt.Die Sammlung von Jabach enthielt 26. Land-schaften von ihm, welche die beyden Corneille-Massö und Pesne nach ihm gestochen haben. Dasbeßte Verzeichniß der von ihm selbst in den Jahre»»507—50. in einem großen Styl, theils geätzter,theils in Holz geschnittenen Blatter, welche meistnach seiner eigenen Erfindung und geschichtliche»