Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
148
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148 Campello.

Benazech, Grignon, I. Peacke und Mazell gesto-chen worden,

*Campello, ( ). Derselbe führte zu-

gleich mit Caspar Dies die kühne Manier ihresgemeinschaftlichen Lehrers, Buonaroti, in Por-tugal ! ein. Fisrillo I. Zgz.

* Lampen, (Zakob van). Nach hat dasvon ihm r6zo. publizierte Werk lediglich das Rath-haus von Amsterdam zum Gegenstand, und erschienin zo. Blättern von Jak. Vennekool gezeichnet.Nach ihm haben C. Koning und N. de Larmefssn,letztrer das Bildniß des alten Druckers LorcnzCoster gestochen.

— — (Johann Dircks van), ein Kupferstechervon Magdeburg um 1602. Andre sagen um 7702.Man kennt von ihm ein Bildniß Heinrichs Khunshard (aet. 42. 1602.)

* — — (de Stomme van). S. Havercamp.

Camper, (P.), ein Zeichner. Nach ihm sindVerschiedene Stücke in den Nemoireg sie Natliema-tlgue gestochen.

Camp es, (P.), ein Kupferstecher, von wel-chem lediglich das Bildniß des Priesters N.Feuillet anführt, und der vielleicht mit obigemEine Person ist.

Camphuysen, ( ) einBildnißmaler; ar-

beitete vermuthlich in Schweden . H. Padtbruggehat nach ihm gestochen.

* Campi oder Camps, (Andreas), Kupfer-stecher. Piccjoni soll hinwieder nach ihm gesto-chen haben.

— (Anton), auch Amoms Cremonesegenannt. Sein Bruder Julius half ihm in seinengroßen perspektivischen Arbeiten. Eine der schönstenbefindet sich in der Sakrestie St Peter zu Cremona ,worinn man oben den Wagen des Elias in derFerne erblickt. Er war in der Familie Campi, wasAugustin Carracci in der seinigen; ein vielartiger,und dabey gelehrter Künstler. Auch schätzte ihnAugustin sehr, und stach nach ihm eines seinerschönsten Gemälde, das bey St. Paul zu Mailand steht, und den Apostel vorstellt, der einen Todtenerweckt. In Freskoarbeitcn war er nicht so glück-lich. Correggio schien sein besonderes Vorbild zuseyn, dessen Grazie er aber mehr im Colorit alsin der Zeichnung nachzuahmen wußte, in welcherer, wo er schlank seyn wollte, oft — dünne ward,und eben so nicht selten mit Verkürzungen Staatmachen wollte, die er am ganz unrechten Ort an-brachte. Wo er hinwieder Allegri's grandiosesWesen — das vielleicht noch mehr Schwierige,als seine Grazie — zu erreichen suchte, fiel erbisweilen ins Plumpe. Doch alle dieses nichtimmer; neben dem, daß solches wohl zum Theilseinen Gehülfen und Schülern beyzumessen war.Nicht so hingegen die starke Anhäufung seinerFiguren in mehrern seiner Werke und die schlechtangebrachten Spasse seiner Karrikaturen, selbstbey heiligen Gegenständen. Mit Einem Wort:Sein Kunstgenie war groß, geistvoll, entschlossen ;hatte aber überall des Zaums vonnöthen; und triftman es in dieser Absicht übel, wenn man ihn mitAugustin Carracci vergleichen will. Sein (seltenes)Buch: Cremona ßöelisslma mit Aug. Carracci's und seinen eignen schönen Abbildungen der Herzogeund Herzoginnen von Mailand erschien 1535. zuMailand in Folio. Das Bildniß des Vers. undder Grundriß von Cremona allein sind von Davidde Laudi, einem dortigen Juden. Eine zweyteAussage, deren Hemecke einzig gedenkt, erschien1645. und er spricht dann von einem zweyten WerkeVon Campt: latoria sielie vite sie Ouccln eOuctiesse cli lVlilano, con loro ritrstti, kl. Fol.1642. welches wahrscheinlich mit dem erstem Einesist. Mehrere nach ihm, und von ihm in Clair-Obscur (denn er soll auch ein Formschneider gewesenseyn) vorhandene historische Blätter, führt F. an;

Campi.

und der wüiklersche Katalog noch besonders einseltenes Batt nach ihm von Aug. Carracci : Die H.Euticha, von St. Paulus auftrweckt.

* Campi, (Bernardin), auch BernsrdmoCremonense genannt, war nicht (wie das Lex.sagt) des nachstehnden Julius, sondern eines, sonstunbekannten Goldschmieden Pietro's Sohn. Wohlwar Julius sein erster Lehrer, so wie.H. Costa inMantua der zweyte. Hier waren mehrere Künstlereben beschäftigt, nach den Kartons von J»l. Ro-man» die Geschichte des trojanischen Kriegs zumalen; und das Studium der Werke dieses großenMeisters begeisterte auch ihn. Doch gieng er bald(1541.) wieder nach seiner Vaterstadt zurück, woRenat Trivulzi sein erster Gönner war. Er wußtesich viel von Titians Manier so zu eigen zu machen,daß man selten die Kopien von den Urbildern un-terscheiden konnte. Auch Correggio , und beson-ders Raphael (ob er gleich dessen Hauptwerke inRom niemals sah) schwebten ihm Tag und Nachtvor Augen. Aus den Ideen dieses letztem zog ersich Maximen von Einsalt und Natürlichkeit ab,die man auch an seinen Arbeiten bewundert Ueber-haupt bildete er sich aus vielen Manieren dergrößten Lichter der Kunst eine neue; aber deneigentlichen Nachahmer erblickt man nirgends. >Unter den Campi's war er der schüchternste, aberauch der korrekteste von allen; nicht so groß als ;

Julius, hatte er hingegen schönere Ideen, und !

rührte das Herz mehr. In den langen Provor- !tionen seiner Figuren, bisweilen auch in der Trocken- 1heil gliech er etwas dem Antonio. Fast unzählige !Werke von diesem fieiffigen Künstler sieht man inMailand, vorzüglich aber in Cremona . Seineberühmte dortige Kuppel des Chors von St. Sigis-mund, welche er um 1570. zu malen anfieng, hat iindessen Vielen, wohl nicht ganz grundlosen, sTadel gefunden. Dagegen kann Lanzi ll. 365-(und zwar ebenfalls mit Gründen) des Lobs dieserund andrer Arbeiten unsers Künstlers in ermeldterKirche nicht satt werden. Nach andern soll vollends 1-sein Meisterstück eine Geburt Christi zu St. Dome-nico in Cremona seyn, welches Lamo, sein Bio-graph« (Panegyriste) einen Kanon aller Art Kunst-vollkommenheit nennt. Bisweilen arbeitete er ge- ^meinschaftlich mit Vincenz Campi. Seine im Lex.angesührte Schrift führt den bescheidenen Titel:ksror 8u1la pittura 1534- Dieselbe enthielt haupt-sächlich seine Gedanken über das Mechanische derKunst, die Farbengebung, die fieisfige Ausfüh-rung, u. s. f. Lomazzo (S. 192.) nennt solchereichhaltig und gründlich. Fiorrllo II. 4iZ- u. ff.Etliche nach ihm von den Sadlern, B. del Moro,Valegius, u. s. f. gestochene Blätter führt undder Winklersche Katalog an. Ein geätzter St.Hieronymus, ohne Namen des Stechers, ist einseltenes Blatt.

— — (David), ein Maler von Genua , Schü-ler von Joh. Bapt. Merano . Starb 1750. 67. I.alt- Man rühmt von ihm ein glückliches Talentfür's Kopiren. eV. L II. 33.

* — — (Galeatius). , „In seinen Werken"(sagt Fl'orlUs II. 409.) „ fällt der Uebergang vonder alten in die neue Manier auf; eine Sache,die man in dem Zeitalter dieses Künstlers in denWerken des Perugino, Bellin u. a. gleichfalls be-merken kann. Sein mit eigner Hand verfertigtesBildniß in der Galerie zu Florenz giebt den berühm- §testen dort aufgestellten nichts nach. Alles auf die-sem Bilde tritt hervor, lebt, und wird durch diekräftige Abwechselung des Lichtes und Schattensnoch mehr erhöht." Lanzi II. 349. kann ihn kaumfür einen Schüler von Boccaccino halten, da ersich noch weniger, als dieser sein vermeinter Mei- !ster von dem Styl der ältern Schule entfernt habe,wie solches aus seinem Sebastian und St. Rochusam Thron der Madonna und des Kindes in derKirche St. Sebastian zu Cremona ersichtlich sey-Man erkenne darin» nur noch einen schwachenNachfolger von Perugino ; wohl einen guten,