Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
218
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218 Comte.

Prince geätzten Blätter des Abbö St. Non, miteiner italienischen Zueignung: 7 ln die schöne Mül-lerin, verewigt ward. Sie war die Gattin einesGerichtsprokurators, und zeichnete sich durch ihrenGeist überhaupt, besonders aber durch ihren Ge-schmack an den Künsten aus. (Der Verfasser dieserZusätze kannte diese vortrefliche Frau und ihrenGeleitsmann Watelet auf ihrer italienischen Reiseim I. 1764.). Die Akademien der Künste von Rom ,Florenz und Bologna nahmen beyde zu Mitgliedernauf. Man kennt von ihr mehrere artig geätzteBlätter von Köpfen und Landschaften, so wie eineFolge von Schmetterlingen, die sie selbst nach derNatur copirt hatte, und bey verzeichnet sind.Hubers Uebersetzung von Geßners Daphnis undseinen ersten Schiffer hatte sie mit Vignetten ge-ziert. Rost VIll. 175 77 .

* Comte, ( ) der schon im Lexikon ohne

Taufnamen angeführte Bildhauer, verfertigte umr?8o. das Grabmal des Staats - und Finanzmini-sters schrecklichen Andenkens Terrai.Uebrigens vermuthen wir, daß dieser Künstler dernoch um iZoz. zu Paris lebende Administrator unddirigirende Professor der dortigen Spezialschule derBildhauerkunst Lecomre sey, von welchem der^lnianscü äe8 Leaux-Arts des ermeldten Jahrszwey (Büsten öder Bildsäulen?) von Fenelon undd'Alembert anführt.

Conasnon, (Joh. Ludwig), ein Bildhauer,Schüler von d'Huez. Bey der Pariser - Ausstel-lung von 1802. sah man von ihm, neben andermdie Büste des Arztes C- Michat. Im Hlmanael,cles 6esux--zrt8 von 1303. wird er unter den da-mals in Paris lebenden Künstlern nicht genannt.

Conca, (Johann), Maler, ein Bruder undSchüler des nachfolgenden berühmten Sebastian Conca . Meist arbeitete er für diesen; ungefähr inähnlichem Geschmacke. In der Feinheit des Pin-sels, in schönen Köpfen u. s. f. erreichte er ihnnicht. Sehr geschickt war er, Gemälde guterMeister zu copiren, und wurde zu dem Ende zuCartons für die Mosaik - Arbeiter zum öfter» ge-braucht. Dergleichen sieht man moch bey denDominikanern zu Urbino . I. 552.

* (Sebastian). Sein Geburts- undTodesjahr werden sehr verschieden, doch vermuth-lich am Richtigsten bey Lanzi in 1676. und 1764.angegeben. Eine eigene gute Biographie von ihmbefindet sich in Rossi's IVlernorls per ls belleHrtr Hpr. 1786. p. 8l. Um 1706. gieng er nachRom . Clemens XI. erhob ihn in den Ritterstanddes Christus - Ordens. Im I. 1739. übernahm erverschiedene Geschäfte für die Akademie von St.Lucas. Rom besitzt unzählige Werke von ihm.Noch andre befinden sich in mehrern italienischenStädten; wie z. B. zu Siena , Pisa , Palermo ,Turin ; dann zu Cölln, zu London u. s. f. selbst bisin Spanien zu Salamanca . Conca war schon sehralt, als er nach Neapel berufen wurde, um dasmittlere Feld an der Decke der Kirche St. Chiarazu malen, welches er indessen noch glücklich im I.175z. beendigte. Aus seiner Schule giengen ver-schiedene neapolitanische Künstler hervor, die erals seine Landsleute besonders liebte, und denübrigen vorzuziehen pflegte. Von diesem Künstlersagen warelee und Levesque: Er verstand sichgut auf die großen Zusammensetzungen, und ver-theilte sie mit Klugheit. Er zeichnete gut, hatteeinen schönen Pinsel, eine ziemliche Kenntniß vomHelldunkel, und besaß die Kunst zu drappiren;aber um zu gefallen, verfiel er in das bloß Artige,und ward dadurch kleinlicht (ms8guin). Man siehtdaß er das Große gesucht hat, daß er aber selbstklein gewesen ist. Sein Colorit macht Anspruchauf Glanz ; aber es ist manierirt und spielt in dasFächerartige. Er schien ein großer Künstler, weildie Kunst damals im Sinken war, und er selbstbeschleunigte noch ihren gänzlichen Fall in Rom .Er brachte (sagt Mengs) dorthin die Manier des

Conduitt.

Solimena , d. h. Grundsätze, welche mehr leichtals gut waren " Vortrefiich bemerkt auch LanziI- 35152. über ihn: » Er kannte den bessern

Geschmack; aber seine nun einmal an das Manie-rirte seines Meisters gewöhnte Hand wollte ihmnicht gehorchen. Noch in seinem Vierzigsten wandteer fünf volle Jahre daran, den Pinsel ganz bey-seite zu legen, und dafür lediglich nach dem hetz-ten Alten und Neuern zu zeichnen. Vergebens!An Ideen war er ungemein fruchtbar; in der Aus-führung schnell. Sein Colorit bezauberte auf denersten Anblick durch seine Klarheit, durch dieContra-posien, durch die Zartheit seiner Karnation. Aberbey näherer Untersuchung fand sich, daß er keinachter Coloriste war, und daß er, um schöne Tin-ten zu erhalten, die Schatten grün malte. Seinezierlich gruppirten Engelchensglorien waren ordent-lich Mode; bald jede Kirche wollte dergleichen,so wie jede Privatgalerie sonst irgend einen Concahaben," u. s. f. Für seine beßte Arbeit hält Lanzifeine Reinigung (probates) ,'m Spikhal zu Siena ;dann seine Himmelfahrt bey St. Martin, undseinen Jonas in St. Lateran zu Rom ". Kurz undtreffend endlich charakterisirt die Schrift Winkel-mann und sein Jahrhundert (S. 239.) unsernKünstler, wie folgt: Ein langer Aufenthalt inRom , und die Concurrenz mit den beßten dortigenKunstgenossen hatte seinen Geschmack besser ge-bildet, und ihn etwas größern Ernst auf Zeich-nung und Ausführung wenden gelehrt, als er'shey seinem Meister Solimena nicht lernen konnte.Die Uebergänge vom Licht zum Schatten sind beyihm sanfter, der Ton des Colorits minder insGraue fallend, die Farben überhaupt fröhlicher.Willkührliche Anordnung und bunte Unruhe in sei-nen meisten Werken verrathen indessen die Schule."Eine Menge von Frey u. a. Stechern (deren Kunstder innere Gehalt der seinigen nicht werth war)nach ihm gelieferte Blatter, theils Bildnisse, meistaber historischen, geistlichen Jnnhalts, führt F.an. Für sein Vergnügen soll er selbst in Kupfergeatzt haben.

Conca, (Thomas), von Gaeta , SebastiansBruderssohn und Schüler, dessen lebhafter Mfreyer Pinsel vornamlich durch Fresko-Gemäldein den Zimmern der Villa Borghese , und in demMuseo Pio Clementino , in der sogenannten Kam-mer der Musen, bekannt ist. Er arbeitete noch zuRom um r 8 c >3

Conche, ( ) ein Kupferstecher dieses Na-

mens ätzte die Abbildung des Hqupts der H.Martha, einer Reliquie welche Ludwig XI. in Frank­ reich 1473. in Dukatengold fassen ließ. (k^c.

C 0 nci 0 l 0, ( ). Zu Subiaco sieht man ei"

Gemälde, welches die Einweihung einer Kirchevorstellt, und nebst der Jahrzahl 1219. mitn/o/rtt xilixir bezeichnet ist. l. ZM.

C 0 ndk, (John), ein neuerer englischer, oderdoch in England sich aufhaltender Künstler, h"inach R. Cosway das Bildniß von Mr. Fitzherbcrlgestochen. LTirr.

(Mademoiselle von Soubise, Prinzeß-!von). Von ihr kennt man ein 1754. nach Sold!"'geätztes Blatt, welches Kinder vorstellt, die mneinem Hunde spielen, wovon man einen Abdruckim Königl. Kabinette zu Paris (im Liebhaber-Cahier) findet. Lara» Lee. Lei.

Conder, (Gerard und Hermann), Kupfer-stecher zu Amsterdam um 1760; waren besonder»im Schriftsiechenberühmt, welches ein Virgllvo»Justier beweiset. Gerard ätzte einige kleine F>.Eren nach Wateau, und beyde haben geographMKarten gestochen.

Condivi , (Ascanius). Lanzi I. 128- E"!ihn, mit mehr andern Schülern vonAngelo, reicher an gutem Willen, als an Talcm-

Condurtt, (Johann), Königl. MünzmeM