Band 
Zweyter Theil [1].
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241
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Crespi»

Crespi,

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zarus; so in seinem St Peter und St. Paul aufden Knieen vor Christus, bey St. Peter den Pil-grimmen, lauter Kirchen zu Mailand . Dann hatteer (wie Sopran, im Leben vom Sinibald Scorzaerzählt) ein besondres Talent, Vogel und vierfüßigeThiere zu malen, welche er in Kabinetssiücken an-brachte. Endlich erwarb er sich auch durch seinensittlichen Charakter, eben so sehr als durch seineTalente, die Freundschaft eines jeden, der ihnkannte. Scaramuzzia in seinen: kine-rss äsxenelli, an mehrern Stellen, und Scanelll inseinem: Mcrocosmo p. 335 - sprechen mit größterAchtung von ihm. Lcmxr II. 45354. und Fio-rillo II. 425. will nach ihm eine von C. Bas-sanus 1628. gestochene Vignette kennen, welcheaber bloß mit: OeraE äsl. bezeichnet ist.

Crespi, (Johann Peter), auch de Caftoldigenannt. Lanzi II. 453. nennt diesen Künstler,von dem man einige Arbeit in der Kirche St. Mariadi Busto zu Mailand findet: Joh. Baptista's Groß-vater. Er arbeitete um 1535.

* (Joseph Maria), dem seine Mitschülerwegen der Eleganz seiner Kleidung den NamenSpagnuolo beylegten, soll nach der Schule desCanuti, aus welcher ihn der Neid andrer jungenLeute vertrieben hatte, auch diejenige des Cignani besucht haben. Unermüdet studierte er, besondersin St. Michele in Bosco, die Werke der Carracci ,und seine Nachbildungen wurden von C. Maraktischon frühe bewundert; eben so die Meisterstückeder venetianischen Schule, zu Venedig selbst; denCorreggio zu Modena und Parma , und lange zuUrbino und Pesaro den Baroccio, der eine Weilesein besondrer Liebling war; so wie andre Male denGuercino und Cortona . (Wattier mcynt auch, daßdas Studium von Rubens ihn mit zum (anfänglich)starken Coloristen gebildet habe). Nach obigenMeistern machte er Kopien, die in Bologna nichtselten für Originale verkauft wurden. Ueberhauptaber gieng sein Ziel dahin, aus vielen Manierensich eine eigene zu bilden. Daneben studierte ersorgfältig nach der Natur, hielt sich auf seinemZimmer eine Kammera obscura (Eüambrs noirs,was Heydenreich aus Wattier wir wollenhoffen durch Druckerfehler mit SchwarzerRunft übersetzt), und zeichnete alles nach, wasauf der Straße vorgieng. So entstanden seine kleineStafeleygemälden, voll der bizarrsten Ideen undseltsamer Verkürzungen, vermittelst welcher er einegroße Anzahl Figuren in den engsten Raum zupressen wußte; aber eben so auch sein malerschesLicht-und Schattenspiel. Zu seinen bedeutendemArbeiten gehören: Die Stifter des Serviten -Ordensin der Kirche desselben, und ein Abendmal im Pal-laste Sampieri zu Bologna ; die sieben Sakramentedie sich gegenwärtig in der Galerie zu Dresden be-finden, und durch die Kühnheit ihrer Behandlung ,eben so wie durch die Neuheit der Gedanken alleZuschauer fesseln, und ihn was freylich selbstbey dem Sakrament der Ehe, nicht seyn solltei»m Lächeln zwingen. In Fresko malte er: ZuPistoja, vereint mit Chiarini, die Decke der Kirchevon St. Francisc de Paola; bann zu Bologna denSaal im Pallaste Pepoli, wo er, anspielend aufdas Wappen dieser Familie (das in einem Schach-brette besteht), alle Götter vorstellt, die sich, in ver-schiedenen lustigen Gruppen zerstreut, doch sämtlichmit dem Schachspiel ergötzen; was denn noch immervon seinem Witze besser zeugte, als hingegen vonseinem Geschmacke, wenn er in einem Gemälde fürden Prinzen Eugen Chiron, der den Achill im Bogen-spannen unterrichtet, der Unachtsamkeit wegen einen

Pferdfußtritt geben laßt. Um die Wirkung seinerimmer mit großer Sorgfalt ausgeführten Arbeite»noch pikanter zu machen" (sagt wareiet)affek-tiere er, seine Hintergründe dunkel zu halten, unddagegen über die Figuren im Vorgrunde großeLichter zu verbreiten, indem er bald das Sonnen-licht, bald den Fackelschein hiefür entlehnte." Nacht-stücke, und vom Sturm empörtes Meer nennt ebendieser Schriftsteller (wohl nicht mit genügsamemGrund) Crespl's Lieblings-Gegensiände. Darinhingegen kömmt er mit allen ächten Beurtheile»:»dieses Künstlers überein, daß derselbe so oft Geniedurch Bizarrerie und Uebertreibungen aller Art er-setzen zu können gewähnt habe. Daher sagt auchder Rhadamant der Kunst (Mengslll. 303.) daßsich die Bolognesische Schule in dem kapriziösenCrespi geendet habe. Er war" (spricht der ortho-doxe aber meist sehr scharfsinnige Lanzi II. 2.290.)der erste, der in heroische und religiöse Gegen-stände die Carrikatur einführte; der in feinestSchatten, und in seinen Drappierungen, bloß umneu zu seyn, ins Manierirte fiel; der sein erstes gutesColorit verließ, und ein schlechteres bloß des Gerwinnstes wegen annahm; der mit elenden, aber mitdesto mehr Oel getränkten Farben malte, welcheeher zu decken als wirklich zu coloriren geschickt warenund sie dabey zwar mit Verstand, besonders abermit großer Schnelligkeit, und so oberflächlich auf-trug, daß die Gründe durchscheinen mußten, wieman dieß an seinen meisten Arbeiten sehen, odervielmehr nicht weiter sehen kann, da sie alleganz nachgedunkelt sind ", u. s. f. Aber das Alleswaren so genannte glänzende Fehler, womit er dengroßen Halbkennern seiner Zeit den weisen PabstBenedikt LaMbertini an beb Spitze nur destobesser gefiel. Er starb blind zu Bologna . Mehrerenach seinen eignen Erfindungen geistreich von ihmgeätzte Blätter (einiche zwar unter dem Namen seinesFreundes Matthioli ) führen Rost IV. 89- undletztrer dann, und der wmkiersche Katalog, auchdasjenige an, was von verschiedenen (eben nichtden größten) Meistern nach ihm gestochen worden.Die erster» haben sich sehr selten gemacht. Manchesüber ihn findet sich noch bey Fiorillo II. 67378.

* Crespi, (Ludwig), beb Canonicus, JosephMaria's Sohn. Als Maler, sagt Lanzi 1 l. s. 191.von ihm, was von seinem Bruder Anton. Der-selbe war bekanntlich weit mehr Kunst-Geschicht-schreiber, als praktischer Künstler. Doch sieht manvon seiner Arbeit in mehrern Kirchen. Sein wich-tigstes, wahrhaft verdienstliches litterarisches Pro-dukt, die Fortsetzung der b'el 8 lns plttrics (welcheder Clementinischen Akademie aus guten Gründenmißfallen mochte) wird hingegen von Lanzi (l. 0.19293.) unsers Ermessens sehr richtig beurtheilt.Seiner Briefe in den Setters plttoricke sind sehrviele, und der 1773. erschienene siebente Band der-selben rührt ganz von ihm her. Andres von min-derm Belange ist bey Fiorillö II. 67879. mitGenauigkeit angezeigt. Der würdige Mann starb1779. 1 '. iVi x. 428. tauft denselben in Aloy-

sius um.

. * (Raphael), auch de Castoldi genannt.Diesen nennt Lanzi ll. 45z. doch nicht mit gänz-licher Zuverläßigkeit, Johann Baptisia's Vater oderOheim. Im erstem Falle gedenkt seiner kürzlichauch das Lexikon, unter dem Artikel gedachten seinesSohns. Einige Arbeit von ihm, so wie von obenangeführtem Johann perer (seinem Vater oderBruder?) sieht man i» der Kirche St. Maria dkBusto zu Mailand . Er arbeitete um 154s- *)

6) Somit wäre die theils sickere, theils vermuthete Filiativn der Künstler rresp» folgende. .

l- Johann Peter de Castoldi, Raphaels vermutheter Barer, und sicker Joh. Baptrsta's Gwßvater.«aphael de Lastoldi, Joh. Baptisia's Vater, oder dann eines uns unbekannten Vaters Bruder.Johann Dapttsra, Lerano genannt, starb i6zz. Von seiner weitem Nachkommenschaft ist uns nichts

Daniel. In wie weit dieser Schüler Johann Baptisia's mit demselben gefteundet war, ist unbekannt.Wohl haben wir oben vernommen, daß er 1650. an der Pest mit seiner ganzen Familie gestorben sey.tt. Benedikt Vater, und Anton Maria sein Sohn, Bustini genannt, gebürtig von Lomo. Auchvon ihrer weitem Nachkommenschaft ist uns nichts iveiters bekannt. ^ . ...

Diese beyden vbgedachten Stämme nun gehören zur marlKirdischen Schule. Zur boloyneftschen hmgegeu dannUI. Joseph Maria, Spagnluoslo genannt, nebst seinen drey SLKnen: Anton, Ferdinand undlludrvig. Des mittlern geschieht im Leriko», in unsern Zusätze» aber keine weitere Erwähnung.

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