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1798 dann gehörten zu seinen beßten Arbeiten:Ein kolossalischer Hector, der dem Paris seineWeichlichkeit vorwirft; eine liegende Sappho,welche die Lyra zur Seite legt; die Büsten desErzherzog Karls, Schillers, des Herzog FriedrichEugens von Würtemberg, Vaters der verwittibtenKaiserin von Rußland , u. a. Im 1 .1803. lieferteer diejenige seines Freundes, des verstorbenen vor-treflichen Tonkünsilers Zunisteeg von überraschenderAehnlichkeit, und worinn das Denkende, Schwär-mersche und Herzgewinnende, was in dessen Ge-sichtsbildung lag, den Zuschauer, wie lebendig,ansprach Den ganzen Ertrag hatte der edle Mannfür die Witrwe des Seligen bestimmt. In Meus.r? Miscell. XI. zog-9. las man in dort einge-schalteten lJachrichren von Lünftlern u. Runsi:»Von Scheffauer giengen wir zu Pros. Dan-necker, der schon beym ersten Anblicke, durch seineStellung und sein feuriges Auge verräth, daß erein großer Mann ist. Wahrscheinlich ist er auchnur für's Große geschaffen; das zeigen seine Ent-würfe, sein Meissel, sein großer edler Faltenwurf,sein kühner Hector, nnd endlich seine eignen edelnund schönen Handlungen, von denen ich einige er-zählen könnte, wenn ich nicht glaubte seine Be-scheidenheit zu beleidigen. Er hat große Natur inallen ihren geheimsten Nüancen belauscht, u. s. f.Er arbeitete eben an der Büste der verstorbenenHerzogin, Mutter der Russischen Kaiserin, fürwelche sie auch bestimmt ist. Schon vorher mußteer, auf ihren Befehl, ihres hochsel. Vaters (ober-wähnte) Büste nach Petersburg schicken, durstedafür den Preis nach Willkühr ansetzen, und er-hielt ausserdem noch eine Belohnung von ich weißnicht wie viel Rubeln, einen Brillantring vonhohem Werthe, und das Anerbieten in ihre Dienstezu treten. Vermuthlich verliert Stuttgart ihn baldwas indessen nicht geschah. Zu seinen neuesten Ar-beiten von den I. 1804. und 5. gehören eine übersechs Fuß hohe Ariadne auf dem Panther; ein Mei-stenVerk, weiches alle seine frühern übertraf, unddie Idee des Künstlers, Bezähmung der Wildheitdurch die Schönheit, vortreflich darstellt; dann dieBüste des sei. Lavaters, deren öffentliche Aufstel-lung — kein Mensch weiß warum — bisher immerverzögert wurde. Von diesem letzter» heißt
es in dem Journal für Litteratur und BunftII. i?8 mit Recht: „Es ist unmöglich, in einender geistreichsten Köpfe, bey der größten Aehnlich-keit mehr Adel, Würde und Hoheit hineinzubrin-gen , und ein ganz modernes Costüme geschmack-voller zu behandeln."
* Dannecker. S. auch Danecker.
Dannekum, ( ). So heißt ein Kupfer-
stecher, der mehrere Hefte griechischer Vasen ausder Sammlung des Ritters Hamilton ans Lichtgestellt hat. Landon Annal. I. 294.
DanneI, (A- E.). So nennt die Handschriftmeines sei. Vaters einen von den zahllosen Kup-ferstechern, die nach F. Boucher gearbeitet haben.
Daune nberg, ( ) ein Bildhauer aus
Bremen , studirte um 1735. auf der Kunstakademiezu Kassel , wo er einen Preis erlangte. Mec.
Danner, (Hans), ein in mechanischen Künstenerfahrener Nürnberger , der dort 157z. 65. I. altverstorben war, und dessen Bildniß, wie Ä. ver-muthet, Er selbst gestochen hat.
— — (Leonhard), ein Schreiner (Ebeniste)
und Schraubenmacher, und dabey ebenfalls ge-schickter Mechaniker von Augsburg , der, nebenandern:, eine Maschine zum Niederreißen der stärk-sten Mauern erfunden hatte, die man bey Doppel-»naj-r, eben so wie sein Bildniß findet, das, nebendem, noch ein Ungenannter gestochen hat. Er starb- 585 . 88. I alt.
* Danuoot, (P). /?. nennt ihn, wohl inden Lag hinein, Peter, und sagt, daß er auchnach N. Beretin und Ginberkale (?) gestochen habe.
Dännrer'te'r, (Franz Anton). So nenntK. einen deutschen Baumeister, nach dessen Zeich,nung Corvinus, und andre (?) das Schloß Mirabelgestochen haben.
*Danti, (Anton), half seinem Bruder Jgnr;
bey dessen Arbeiten in Rom , und starb dort imRufe eines guten Freskomalers. Wir glaubenübrigens nicht, daß Baglioni (wie pascoli meint)diesen Künstler mit vincenz Danti verwechselthabe, der ja eine ganz andre Kunst übte.
* — — oder Danre, (Hieronymus ), ge-nannt Girolamo di Tiziano. Sein Meister be-diente sich seiner vielfältig zu Copien seiner Werke,welche er sodann selbst retouchirte, und als Ori-ginale verkaufte, wie sie es auch zum Theil wirk-lich waren. Fiorillo II. rvZ. Sein Gemälde beySt. Johann zu Venedig , dessen das Lexikon er-wähnt, nennt Lanzi II. 88 der Schule würdig,aus welcher er entsprungen war.
— — — — ein andrer Bruder des nach-
folgenden P. Jgnatius D geb. 1547. gest. 1580.Nach Vasaris Bericht sieht man von ihm einigeArbeit zu St. Peter in Perugia . I. 443.
* — — (Frater Jgnatius), geb. zu Perugia .Lanzi I. 447 — 48 . nennt ihn: Mathematiker undGeographus an dem Hofe Papst Gregors Xlil.und bemerkt noch von ihm, daß ihm, einem ebenso geschickten als rechtschaffene» Manne, die Wahlund Leitung der Künstler überlassen wurde, welcheden Auftrag erhielten, in den Logen des Vatikansdie Geschichten des Neuen Testaments so zu malen,wie es Raphael mit denen des alten gethan -wo es aber an nichts Geringerm als an dessenGeiste gebrach. Seinen im Vatikan gemaltenTriumph des Andreas Doria hat Adam von Mantuagestochen, /s.
* — — (Vincenz). Lanzi I. 443. setzt seinTodesjahr in 1576.
— — ( ) ein Bildhauer zu Florenz , lernte
bey Felix Traballesi. Er trat aber in den Predi-gerorden, in welchem er sich bloß der Andachtwiedmete, und 164z. starb. Baldinucci .
— — ( ). Noch will -V. einen Kupfer-
stecher dieses Namens, und von demselben (ohneBenennung des Malers) die Bildnisse zweyer Eot-tesgelehrten, Sam. Schelwigs, und Naihanaelskennen.
* Danzel, (Eustach ). So hieß der deutscheKünstler, der ein Blatt nach Rubens ) die Söhnedesselben) gestochen hat.
* — — (Hieronymus oder Jakob), Kupfer-stecher, geb zu Abbeville 1755 nach einigen Flipaktdes Aeltern, nach andern Beauvarlets Schüler,von dessen sicherm und angenehmen Grabstichelman eine große Anzahl Blätter kennt. Ausserdemgehörte er unter die seltenen französischen Künstlerseiner Zeit, welche sich durch die Wahl und Wich-tigkeit der Gegenstände, die sie bearbeiteten, aus-gezeichnet hatten. Er ward daher auch zum Mit-glicde der Akademie der Malerey zu Paris aufge-nommen , und trug (wenn wir anders dem ewigenVerwirrer trauen wollen) auch den Namen einesKais. Königl. Kupferstechers (somit an dem Hofezu Wien , was daher leicht von vorgenanntem Eu stach zu verstehen seyn dürste). Auch urtheilt dieserletztre (r?9o.) sehr oberflächlich von ihm: Lamme
il ns mangue pss ci'bubilste, :l est fort occupe.
Seine vornehmsten Arbeiten (freylich die mehrernnach neuern Meistern) führt Rost (VIII. 542—^)an, der seinen Coroesus, der für Calirhoe stirbt,nach Fragonard , sein Hauptblatt nennt.
— — (P. A.). So nennt //. einen Zeichn"und Kupferstecher zu Paris , der nach I. Denarb,so wie hinwieder Aubry und I. B- Michel Bild-nisse von Voltaire , nach ihm, gestochen haben.