Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
278
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273 Desperriereö.

Desperrieres, ( ). So wird im HI-

wsnsck tiss öesux - Tlrts von iZoZ. ein damalsin Paris lebender Baumeister genannt.

Despiene, ( ). Und so, nach L ein

Künstler, der das Bildniß des Historikers Eman.Lesauro gestochen habe.

"-Desplaces, (Ludwig), Zeichner und Ste-cher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb. undgest. zu Paris . Dieser Künstler" (sagt wareler) steht vielleicht Audran in Absicht der Zeichnungnicht nach; aber seinem Stiche, obgleich er vonsehr gutem Geschmacke ist, fehlt es am Markigtenund malerischen Nerze des letztem. Striche, diemit Ueberlegung nach den Flächen und Formen derGegenstände angelegt sind (tallies molares) gebenseinen Blättern eine ganz eigene Festigkeit, welcheer durch das anhaltende Studium des Modells er-langte In der Kunst, die Köpfe der Knochen,die Flachen und Bewegungen der Muskeln empfin-den zu machen, konnte er nicht übertreffen werden.Mit dem größten Beyfall arbeitete er für die schön-sten Kupferstichwerke seinerzeit, besonders für dasvon Crozat. Seine Meisterstücke sind diejenigen,welche er nach Iouvenet gestochen, wie;. B. dieHeilung des Gichtbrüchigen, die Abnehmung vornKreuze, und St. Bruno im Gebet: Die Manier,mit welcher er die kahle Scheitel dieses Heiligenbehandelte, ist eines eigenen Studiums werth.Sein ganzes, sehr beträchtliches Werk enthalt,nebst wenigen Bildnissen, und ein Paar Jagdennach Parrocel, sonst lauter historische Gegenstände./(. zählt über 50. Maler (meist von der erstenKlasse) nach welchen er gestochen hat. Alle seinewichtigsten Blätter zeigt Rost VIII. -so-45. an, undheißt, neben den schon obgenannten: DenTriumphdes Titus und Vespasian , nach Julius Romanus,ein vortrefliches Stück. Das nämliche sagt FußliI. 174. u. izi. von seiner Anbetung der Hirtennach Ebendemselben, und von seinen Blattern indem Recnell cks yo. st'etes tiree8 cke sept Cartonscle kapliael, die er, nebst Duchange, Dupuis,Lepicie u. a. 1722. ausgefertigt hakte.

* Desporres, (AlexandreFranz), /(.nenntihn Mariette Alex. Franz. Derselbe war der Sohneines Landmanns Während einer langwierigenKrankheit, als er kaum dreyzehn Jahre hatte, ent-wickelten sich seine Anlagen zur Kunst, da er sicheines Tags in seinem Bethe mit Copiren einesKupferstichs unterhielt. Bey seiner Wiedergene-sung nahm er einigen Unterricht bey dem wackernThiermaler Bernacrt (einem Schüler von Sney-dcrs); im Grund aber wollte er keinen andern Mei-ster haben, als die Natur. Dennoch legte er sichauch aufs Zeichnen nach dem Modell und denAntiken.Desporres" (sagt wareler) »warkeiner von jenen Thiermalern, welche nichts alsdieses Fach kennen, und daher genöthigt sind, sichfremder Hände zu bedienen, sobald sie Figuren vor-stellen wollen. Somit begnügte er sich nicht, denHasen darzustellen, er malte auch den Jäger; unddiese Figuren bestanden meist aus ähnlichen, undsehr natürlich componirten Bildnissen. So stellteer sich selbst in seinem (nachwärts von Joullaingeätzten) Aufnahmsstücke in die Akademie vor.Auch Basreliefs, Vasen, und überhaupt schöneDekorationen wußte er sehr gut in seinen Gemäl-den anzubringen. In Polen verfertigte er dieBildnisse des Königes Johann Sobieski , und baldseines ganzen Hofes. Endlich malte er auch Blu-men, Früchte, Insekten. Man nennt ihn denHnepders Frankreichs : Vielleicht steht er dem-selben in Absicht auf die Stärke des Colorits unddie Kühnheit der Tousche nach; aber sein Talenthatte einen größern Umfang, und, fähig in meh-rern Gattungen zu arbeiten, war er in keiner mit-telmäßig. Alles, was er machte, verband mit demCharakter der Natur Schönheit in der Farbe undin der Ausführung. Von seinen Werken sah manin den meisten der ehemaligen Königlich - Französt-

Desprez.

sehen Gebäude und in den angesehensten Häusernzu Paris ." Auch nahm man verschiedene Cartonsvon ihm zum Muster für die Tapetenfabrik derGobelins (Fiorillo III. 236-)- Noch bemerktwareler (l. 0.) über ihn:Sein Charakter warliebenswürdig und sanft, aber er besaß deswegennicht minder eine edle Kühnheit gegen die, welchesich gegen ihn etwas anmaasscn wollten. Als einmit einer großen Hofcharge bekleideter Glückspilzeihm einst mit Uebermuth begegnete, versetzte er ihm:Mein Herr! es kömmt bloß auf mich an, das znseyn, was Sie sind; Sie aber werden nie dasseyn können, was Ich bin." Weniges, was nachihm von le Bas, Demarkeaux dem Aeltzrn, I. G.Herz und Joullain gestochen worden, führt /(. an.In einem Hefte der um 1304 zu Paris erschienenenletes ll'Ltucke ä'TIlnmaux finden sich dann dochwieder einige Köpfe nach ihm, von Rogcr (Schü-ler von Regnault) gezeichnet und von Lefevre-Marchand in Kreidenmanier gestochen.

* Desporres, ( ) Alexanders Sohn,

dessen das Lexikon unter dem Art. seines Vaterskürzlich gedenkt, hieß Llaudius Franz, und starb,ebenfalls als Mitglied der Akademie, 1774. im79 I- seines Alters. /(.

--- (Niklaus), Alexanders Neffe, ^Schü-ler von Rigaud, dessen ebenfalls in erwähntemArtikel Erwähnung geschieht, nennt /(. wohl irriggleichfalls einen Thiermaler. Er lebte noch zu Paris um 1765. Fiorillo III.Z5l- Nach ihm ist vielleichtdas von Audcnaert gestochene Bildniß des KardinalHeinrichs de la Gränze d'Arquieu, welchesanführt.

Despres, Desprez , auch Depres,(Ludwig Johann), Maler, Bildhauer und Bau-meister. Derselbe war in Frankreich geboren (wannund wo, ist uns unbekannt) und in seiner Jugendauf Kosten des Hofs nach Rom gesandt worden;ohne Zweifel der nämliche, der irgendwo (irrig)auch den Namen p. tragt, und den L hinwieder(ohne Taufnamen) um 1790. Baumeister, geschick-ten Zeichner, und Lehrer an der Milirärschule zuParis nennt, von oder nach welchem tund Pan-seron) eine ganze Sammlung Architekur-Arbeiten,eben so der Entwurf eines Leichentcmpels auf dreyBlättern, dann zwey Dekorationen für e.Opcrnsaa!zu Stockholm gestochen worden,», der endlichVielesf. d. VozrsAs pittoresgue cks dlaples et cke8icilege-zeichnet habe. Gustav III. der von seinen (viel-seitigen) Talenten, außerordentlichen Genie, undseltener Erfindungskraft hörte, ließ ihn nach Stock­ holm kommen, wo er um 1797. in öffentlichen Nach-richten den Namen eines Dekorationsmalers, undMitglieds der Maler- und Bildhauer-Akademie zuStockholm dann wieder eines Bildhauers, undendlich bey seinem im I. 1804. zu Stockholm er-folgten Tode denjenigen eines General-Agenten (?)und ersten Architekts des Königes trug. In denbeyden letztem Eigenschaften gab er die Zeichnungzu dem berühmten (sogenannten) Tempel desLinnaus, welcher zu Anfang des neuen Jahrhun-derts im Museum zu Upsal errichtet wurde, u»dzierte dann den Salon selbst mit Basreliefs. Da»"aber heißt es von ihm weiter, ebenfalls um dieseM(S. Acerbi S. n618):Derselbe ist vielleichtder größte Theaterdekorationen - Maler in Europa .Der Reichthum seiner Phantasie und Erfindungs-gabe ist bewundernswürdig, und der Umfang deskleinen Theaters zu Stockholm für seine Ei»b>l-dungskraft viel zu klein. Gustav III. pflegte bis-weilen im Scherz zu sagen:Es besitzt niemandwahre Phantasie als Depre; und ich." Seit dem

Tode dieses Monarchen wird er wegen Eingeschränkt

heit der Finanzen wenig mehr gebraucht, so d-mer kaum mehr seine Existenz erhalten kann. ^ M»olerweile überläßt er sich ganz seinen Kunstlraunicn,baut Luftschlösser, und hat neben anderm draPia"emer Pyramide entworfen, auf welcher die Tu-säulen der großen Männer aller Zeiten und Volleraufgestellt werden, und zu deren Ausführung all-