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nicht erreichte, so haben seine Stiche doch immerihr Verdienst. An den zu Amsterdam erschienenenPortraits cles liomrnes illustres clans ie XVIl.8iecls hatte er den meisten Antheil; mehrere der-selben tragen die Jahrszahl 1649. Andre seinerBildnisse, sowohl als historische Blatter (das frühestdatirte von 1634.) nach I. Bossart, I van Diepen-deck, van Dyck, A. van Hülle, I. Livens, E. Quel-linus und Rubens führen Rost VI. 63- und dieGantkataloge von winkler und Brandes an.
* Does, (Jakob), der Vater. Sein Bey --name in Rom war, theils weil er sich zum Dienstwollte werben lassen, theils seiner kleinen Staturwegen: Der Tambour. Seine Gemüthsart warunverträglich aus Neid gegen seine Kunsigenossen;aber diese häßliche Leidenschaft spornte ihn an , die-selben zu erreichen, und wo möglich zu übertreffen-Er bereicherte sich zweymal durch Heirathen; undbeydemal ward er Wittwer. Carl Jardin war dereinzige Maler der sich mit ihm vertragen konnte,so sehr auch der Eine — im Leben und in derKunst — das Heitere, der Andere das Dunkeleliebte. In Holland war er unter dem Namen desMalers der Ziege für raufend Gulden bekannt,weil ein Liebhaber auf einer Steigerung so viel fürdas Gemälde einer einzelnen Ziege von ihm bezahlthatte. Bafan und das Lexikon irren sich, wennsie von mehrern von ihm selbst geätzten Blätternsprechen. Es ist ein einziges vorhanden, ein Gruppvon fünf Schaafen, das aber freylich zu demSchönsten in der Gattung gehört, und von deralleräussersten Seltenheit ist. Farkc/r I V. 191—96.der davon eine schöne Copie giebt. Nach ihm hakLaurent ein großes Blatt: Die ägyptische Heerdeauf der Straße, und Alix ein kleines: Ein buschig-tes Gehölz mit Vieh, gestochen.
— (Simon), starb im Haag 1717. Nichteben widersprechend mit dem Lexikon sagt RostVI. 69. „Er war eben so glücklich in Landschaftenund Thieren, wie sein Vater." In England blieber, wegen Mangel an Aufmunterung, kaum einJahr. Alsdann ließ er sich im Haag nieder, undbefand sich daselbst in einer ziemlich vortheilhastenLage, hatte aber viel durch die Ausschweifungenseiner Frau zu leiden. Die von ihm selbst geatztenBlätter bestuhnden in einigen artigen Landschaftenund Thieren.
Doesburg , (F.). So nennt Gandellimeinen Kupferstecher, der zu Diemerbroecks anato-mischen und medizinischen Werken das Titelblattgeatzt habe.
* Doffy, ( ). Derselbe hieß Hr'evonyrnus.
D v ix, ( ). So nennt der -Vmanaoli äes
Leaux-Arts von iZoz. einen Künstler, unter derRubrik der damals in Paris lebenden Landschafts-maler, und Lands» (Annal. I. 198 ) bemerkt,daß die Gesellschaft der Kunstfreunde zu Paris um iZor. einen Sonnen - Untergang von seinerArbeit gekauft habe.
Dolce, (Agnes), des nachfolgenden CarlsTochter und Schülerin, malte recht gut in demStyl ihres Vaters; doch kam sie ihm nur in ge-messener Entfernung bey. Der Großherzog vonFlorenz besaß von ihr zwey Madonnen, welchehäufig copirt wurden, und der Marchese Gerinie. St. Andreas. Sie lebte noch 1636. 1.229.
* — — (Carl). „ Derselbe" (sagt Lanzi I.228.) »war in der storentinischen Schule, wasSassoferrata i» der römischen. Beyde, ohne große
. Erfinder zu seyn, wurden schätzbare Maler vonMadonnen und andern kleinen Kabinetstücken,welche heut zu Tage in hohem Preis bezahlt, undbesonders von großen Herren für ihre Andachts-zimmer sehr gesucht wurden. Carl, ein völligerNakuraliste, wie sein Meister Vignali, machte sichübrigens weniger durch idealische Schönheit der For-men als durch d. ausgesuchten Fleiß berühmt, womiter seine Arbeit vollendete, und durch den wahren
Dolendo.
Ausdruck gewisser frommer Affekten; wie;. B. indem geduldigen Leiden seiner Christus- und Marien-bilder , in der zerknirrschungsvollen Reue seinerHeiligen, in der Freude seiner Märtyrer. Und mitsolchem Ausdrucke stimmte dann immer der Tonseines Colorices überein. Da ist nichts Geräusch-volles oder Kühnes; Alles Bescheidenheit, Ruhe,sanfte Harmonie: Man erblickt in seinen Werkendie Weise von Rosselli wieder, aber vervollkommnet;ungefähr so wie man in den Gesichtszügen desEnkels noch den Ahnherrn erkennt. Großes siehtman nur Weniges von ihm; wie z. B. eine Em-pfängniß Maria bey dem Marchese Rinuccini unddie Evangelisten im Hause Riccardi, und eben sowenig weltliche Gegenstände; dann einige Bild-nisse, und besonders jenes vortrefliche Bild derPoesie, im Pallaste des Prinzen Corsini. SeinerKabinetstücke hingegen, die gewöhnlich zu 100.Scudi bezahlt wurden, waren sehr zahlreich, undwurden oft von ihm selbst, andremal von seinenSchülern, und besonders von seiner eigenen Toch-ter copirt." Fiorillo (I. 424.- bemerkt: Daß inseinen Bildern überall jene Furchtsamkeit u. Schwer-muth durschimmern, welche auch in seinem Cha-rakter geherrscht, und ihn bis ans Grab verfolgthabe. Füßli endlich cl- 80—82.) sagt von ihm(etwas verschieden von Lanzi): »Dieser Maltrhatte mehr Fleiß als außerordentliches Genie;dagegen kann man ihm ein besondres feines Ge-fühl für das Anmuthige, Edle und Liebliche inFormen und Ausdrucke nicht absprechen. Er zeich-nete in einem großen Styl, und meistens ziemlichcorrekt. Seine Kompositionen sind größtenteilsauf wenige Figuren beschränkt, und sein Colorithat mehr Manier als Wahrheit." Hierauf führter von ihm an, und beschreibt, mit gewohnterrichtiger Beurtheilung: Eine Marter von St. An-dreas, von C. Faucci für den Boydellschen Verlaggestochen — eine Maria mit dem Kinde aus derSammlung des Lord Clive, von Tassaert schönin Schwarzkunst geschabt — die Dichterin Sappho ,in Halbfigur, ein vortrefliches Blatt von Strange,und eine Herodias mit dem Haupte des Johan-nes, aus der Dresdner-Galerie, von P. A. Kilian.Mehrere andre, wie z. B. der Pendant des gleich-genannten , eine St. Cäcilia aus derselben Galerie,ebenfalls von Kilian sehr gut gestochen — dannein St. Johann von Ravenet (ein schönes Blatt)u. s. f. sind im wl'Merschen Katalog verzeichnetund gewürdigt.
D 0 1 c, (Lucius), ein von Lanzi ( 1 .37z.) kürz-lich angeführter Maler, von seinem GeburtsorteCastel- Durante Durann'nns genannt. Von ihmsah man zu Cagli eine Tafel, ganz in antikem Style,von 1536. datirt.
D 0 1 cibeni, (Vincenzo), ein italienischer Ee-schichtsmaler und Kupferstecher, lebte in Rom umdas I. 180z. wo sich von ihm verschiedene öffent-liche Arbeiten finden. Neben Anderm sieht manBlätter nach ihm in der zu Rom 1805. erschiene-nen neuen: 8otiola Itallos Artis plotorire. We.
* Dolendo, (Bartholome), ,'m Supplementdes Lexikons irrig Doelen genannt. Zeichner undKupferstecher, geb. um 1566 und wahrscheinlichein Schüler von Golzius. Derselbe hat mit einemsehr feinen Grabstichel mehrere bey Rost (V.214—15 ) und im Winklerschen Katalog ange-führte historische Blätter geist- und weltlichen J»n-halts, sowohl nach seiner eignen Erfindung, alsnach verschiedenen niederländischen Meistern, wiez. B. nach C. van den Broeck, M Coxie, C- vanMander und B. Spranger gestochen, in denen abermehr Richtigkeit der Zeichnung zu wünsche» wäre.
* — — (ZachariaM, dessen im Lexikon unterdem Art. des Obigen Erwähnung geschieht, undohne Zweifel desselben Verwandter, geb. zu.Leydenum 1567. Sein Geschmack im Stechen war dein
von Bartholome ähnlich. Die Anfangsgründe derKunst hatte er bey I. de Seyn gelernt; auch bliever nicht unter seinem Lehrer, und übertraf ihn an