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die geschickte Aushebung der Hauptpersonen; hier-auf, wie schon oben bemerkt worden, den Aus-druck; und wird dabey eines seiner Gemälde,Cimon und Pero, umständlich, und etlicher andrer:Seines Zahnarzts und seines Kunstpritschlers,des Bildnisses seiner Eltern, des Tods der Lucrezia,und endlich zweyer Landschaften, kürzere Erwäh-nung gethan. Auf der Kunstausstellung zu Mün chen von 1788- sah man noch von ihm ein schönesAltarblakt für die Kirche zu Waldkirchen in derOber>Pfalz, welches die Apostel St. Peter und Paul,die zum Tode geführt werden, vorstellt (MenselI. o. VI. 98); und (ebendas. XVII. 316—17. alsoum 1772.) wird seine Kunst und sein Eifer gerühmt,alte Gemälde wieder herzustellen. Seit dieser Zeitwurde unsers Künstlers, in öffentlichen Nachrich-ten, unsers Wissens nicht weiter gedacht.
Dornheim, ( ) ein Maler zu Gotha
um 1760; zeichnete -8- Masken der italienischenSchaubühne, welche Geyser auf zwölf Blattern ge-ätzt hat.
— — ( ) ein neuerer deutscher Kupfer-
stecher. Von ihm kennt man ein vorzüglich schö-nes Blatt nach Schubert, zu Luthers Charakteristik(im l. Bande des Pantheon der Deutschen Z.Chemnitz 1794.) welches Lukhern an der Tafel desChurfürsten von Trier vorstellt.
Dornstein, ( ). So wird im I. Th. von
Meusels deutschem Rünstler-Lexikon (1773)ein Landbau - Inspektor zu Berlin genannt. Da-gegen heißt es im II. Th- (- 789 ): Dieser Art. falleweg (?).
D ororte, ( ). Und so im Almanach lieg
Leaux-^rts von 1803. ein damals in Paris leben-der Baumeister.
Dorsch, (Ioh. Baptist»), geb. zu Bamberg 1744; lernte bey dem dortigen Hofbildhauer Titz ,gieng alsdann auf Reisen, und arbeitete nebenandern zu Kassel bey Naht. Im 1 .1777. kam ernach Dresden , wo er um 1736. als Hofbildhauerangestellt wurde. Don ihm sah man dort z. B-die Löwen vor dem Markolinischen Gartenpalais,mehrere Statuen im Zwinger (unter welchen sichvornämlich die Thermen an einem der Haupteinsgärige auszeichneten); die Sphynxe zu Pillnitz ;dann in der katholischen Kirche die Monumente desFeldmarschalls von Sachsen und des KommandeurForels, beyde nach der Erfindung des H. Hofcond.Gisel ; die Bildhauer-Dekorationen in den Biblio-theksälen des Japanischen Pallastes; und endlichein von ihm erfundenes und in Hol; ausgearbei-tetes Altarstück in der Kapelle des englischen Gar-tens des H. Prinzen Anton. Bester.
— — (I. G.). Unter diesem Namen kennt
man ein Dildniß des Kaisers Matthias. sllkr.
* — — (Susanna Maria), der im Lexikonunter dem Namen ihres Großvaters, Erhard D.gedacht wird, starb 1765. und hinterließ ihrenErben eine Sammlung von etlich hundert vortref-lich geschnittenen Gemmen in verschiedenen Gat-tungen Steinen, die auf einige tausend Thaler ge-schätzt wurden, ilskr.
D 0rsINann, ( ), baute 1663. die neuerelutherische Kirche zu Amsterdam , welche eines derbeßten Gebäude dieser Stadt ist. Oolkman S. 280.
Dorvrllier, (Hector), ein französischer Fi-nanzier und Kunstliebhaber, ätzte um 1736. nach C.Maratti. /sä. §ec.
* Dosis, (Johann Anton). Derselbe giengschon in seinem fünfzehnten Jahre nach Rom , woer sich zuerst auf die Goldschmiedekunst, und her-nach auf die Eculptur legte, worinn es ihm vor-treflich gelang. Nebendem befliß er sich auch derArchitektur. Zu Rom und Florenz sieht man meh-rere Bauten von ihm; so z. B. in letztrer Stadtden Pallast des Erzbischofs, und die schon im Lex.
Dossi.
bemerkte Kappelle vom H. Kreuz für die FamilieNiccolini , in Marmor, von korinthischer Ordnung,und reich mit Statuen geziert. äl/r/i-Lia LLt.tei-LM 65.
Dosmond, ( ). So nennt der ^lmz-
nacü 6es keaux-^rts von 1803. einen damals zuParis lebenden Baumeister.
Dosseur, ( le). Und so die Handschriftmeines sel. Vaters, ohne Weiteres »eine französi-sche Bildnißmalerin.
* Dossi, (Dosso), geb.zuDosso, einem nächstbey Ferrara gelegenen Ort, oder wenigstens ausdortigen Gegenden gebürtig; nach einigen im I.1479. und gest. 1560. nach andern geb. 1490. undgest. 1555; zuerst, so wie sein nachfolgender Bru-der Johann Baptist«, Schüler von Costa; her-nach studirten sie, ebenfalls gemeinschaftlich, sechsJahre zu Rom , und funfe zu Venedig , nach denbeßten Meistern. »Dosso Dossi " (sagt FiorilloII. 221—23.) »war in der That ein sehr achtungs-würdiger Maler, und vasari muß nichts von ihmgesehen haben, oder sich durch ungetreue Berichtehaben verleiten lassen, wenn er meint, sein größtesVerdienst hätte darin bestanden, daß Ariost in der2. Stanz, des XXIII. Gcs. seines Orlando ihngepriesen habe. Dieser Künstler hatte eine Manier,die der des Litian sehr ähnlich war, und sich bis-weilen zu der des Correggio hinneigte, wie manan seinem gekreuzigten Heiland, mit der Jungfrauund etlichen HH. auf dem Chöre der Augustinerzu Ferrara sich überzeugen kann. Eben so hatte erin einem Schlosse der Herzoge einige Kabinette ge-meinschaftlich mit Titian gemalt, worinn sie Bac-chanale vorstellten, und welche selbst gründlicheKunstkenner kaum für die Arbeit zweyer Pinselhalten können. Wieder andre Male ahmte er denRaphael nach; wie z. B. in seinem Evangelisten Johannes , in dessen Begeisterung auf Patmos,welche ebenfalls zu Ferrara in der dortigen latt-ranensischen Kirche befindlich ist, und aber später-hin unglücklich genug von zwey andern Künstlernretouchirt worden war. In den Zimmern der Aka-demie de Jntrepidi ebendaselbst sieht man von ihmdas Bildniß des Ariosto, welches wahrscheinlichjene Verse zu seinem Ruhm erzeugt hatten. Soselten seine Gemälde sind, so besitzt doch auchDeutschland mehrere derselben. So z. B. dieWiener - Galerie einen St. Hieronymus , mit demseltsamen Monogramm eines O. mit einem durch-gesteckten Knochen, und das lebensgroße BildnißHerzog Alphons II. von Ferrara ; Dresden abervollends sieben, unter welchen die Disput derKirchenlehrer über die Seligsprechung von St.Theresia durch eine genaue Zeichnung und ein kräf-tiges titianisches Colorit sich als ein Hauptwerkauszeichnet. Für sein Meisterstück indessen hieltman seinen Christus unter den Lehrern, bey denDominikanern zu Faenza , das aber durch die Zeitverdorben, und an die Stelle desselben eineCvpiegesetzt worden ist; indessen soll sich derselbe Gegen-stand von ihm in einem kleinen Gemälde im Cam-pidoglio befinden. Schön gestochen nach ihm ken-nen wir neben anderm das erwähnte Gemäld ausder Dresdner - Galerie, von P. A. Kilian; eine»Jupiter, Juno und Merkur , nach seiner Zeichnung,von Prestcl, und sein eigenes Bildniß im Floren-tiner-Museum von P. A. Pazzi. Liorillo I-221—23. und Lanzi II. i. 230—33. der überhauptseine Grazie, sein Colorit und sein Licht- undSchattenspiel meisterhaft findet, und dann nament-lich von ihm sagt: »Von dem Styl der älternMaler behielt er zwar Manches bey; aber in seinerErfindung, in seinem Faltenwürfe, und (in seinenbester erhaltenen Gemälden) vermittelst seineskühnen und abwechselnden Colorits, ohne Nach-theil der Harmonie, herrscht eine gewisse Neuheit,welche nicht wenig anziehend ist."
— — (Evangelist«), ein Verwandter von
Dosso und Johann Baptist Dossi, ebenfalls