Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
298
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rgg Downmann.

vollends der Grund zu seinem Glücke. So schenktesie ihm z. B. mehrere Ländereyen in der Nachbar-schaft , worauf er angenehme Landsitze baute, undsie wieder um hohen Preis verkaufte. Im 1.177z.wurde er an Carpentiers Stelle in die Königl.Akademie der Baukunst aufgenommen. Schon dieHandschrift meines sei. Vaters kannte von ihm umr7gc». neben erwähntem Pavillon, die Bauten desTempels der Terpsichore, die Hotels von Mont-morency auf dem Boulevard, und von Usez beyder Pforte Montmartre . In später» Tagen wur-den von ihm genannt: Die Barrieres von Paris ,das Hans der Madmois. Guimard, und das Theatervon Besan^on. Dieser Künstler lebte noch zu Paris im Z. 1804. In dem ersten Hefte des kecueilä'^rchstectnrs civile von Rraft befand sich eineAbbildung seines oberwahnten Pavillons de Lou-vecienne. Eben so in Landsns Lunst--Anna-len V. 76. und 148. die Beschreibungen und Abbil-dungen im Umrisse von den beyden Wachthüusernam Eingänge zu Paris auf der Straße von Fontai-nebleau und bey den Barrieres des Bons Hommes.Das erste heißt L- ein« von den zahlreichen Erzeug-nissen eines neuern Baumeisters, der durch seinefruchtbare Einbildungskraft einen verdienten Ruhmerworben, und durch mannigfaltige Werke die neueUmgebung von Paris verschönert hat. An demzweyten bewundert er den kühnen Gedanken desKünstlers, der den Hauptpavillon gerade in dieAxe der Landstraße von Versailles baute, und da-durch einen erhabenen Eingang in die große Stadtbildete. Dann aber fanden Kenner, daß die Säu-lenordnung an demselben zu klein war, und vonder großen über ihr stchndcn Masse erdrückt würde,auch die Attike über dem Giebel das magere Aus-setzn des Ganzen vermehrte. Vor der Revolutionwar dieses Gebäude noch mit zwey kolossalischenStatuen von Moitte geziert, welche die Provinzender Normandie und Bretagne vorstellten. Aehn-Uche Beschreibungen^und Abbildungen findet manim VI. Bande erwähnter Annalen (S. 38- und45.) von einem dritten solchen Wachthause aufder Straße von Orleans , so wie von dem Zoll-hause bey der Barriere Pantin , und S- 6i. vonzwey kleinen Pavillons; hauptsächlich aber S. 12.den Aufriß des prächtigen Hotels Thelusson gegen-,über der Straße Cerutti, dessen Anblick manweiß nicht, soll man sagen den sanften Vorwurf,welchen Fiorillo III. 361. den excentrischen Ideenunsers Künstlers macht, oder den angenehmenFehler selbst mehr rechtfertigen kann, der hingegenin einem ganz andern, wirklich widerlichen Lichtein einem Prachtwerke erschien, welches dieser Künst-ler »804. in Fol. unter dem Titel: l'Lrclntectureconsiäeres sous Is rapport äs 1'^rt , äes Noeursei äs Is s.eZisIstIon aus Licht gab, Und l25.Kupfer von zum Theil höchst sonderbaren Entwür-fen des Verfassers zu Gebäuden enthielt, die ervorzüglich in einer neuen Stadt bey den Salinenvon Choux ausführen wollte. Hinwieder scheintLandon l. c. z8. von ihm noch ein andres Werk(eine ganze Sammlung nämlich der mannigfaltigenwirklich v> ihm aufgeführten Gebäude) zu erwarten,welchem er wenigstens eben des Reichthumsneuer Ideen wegen eine sehr günstige Aufnahmeversprach.

D 0 rvnrann, (John), ein englischer Maler,arbeitete für die bekannte Shakespearische Galerie:Rosalinde, die dem Sieger im Ringen, Orlando,ihren Halsschmuck reicht. Schon um -790. kannteindessen mein sel. Vater nach ihm, oder einemandern Künstler desselben Namens, ein Bildniß derMiß Kemble von I. Jones, und der Katalog vonBrandes neben diesem dasjenige der Lady Lam-bart, von I. Baldrey ( beyde in brauner punkirterManier), welche dort schön genannt werden.

* Doyen, (G. Franz). Derselbe war einSchüler von Vanloo. Sein erstes Werk, der Todder Virginia, das er im 1.1759. vollendete, kamin den Besitz des Prinzen von Turenne. Hieraufmalte er zwey andre große Stücke, die von Diomed

Doyen.

verwundete Venus, und den Ulyß, der den jungenAstyanax aufsucht, für den Herzog von Parma.Allein sein schönstes, 22. Fuß hohes Bild ist dassogenannte Nirscls äes H.räons, Welches die H.Genoveva vorstellt, wie sie im I. H29 die StadtParis , durch ihre Fürbitte im Himmel, von demUntergänge befreyt, womit dieselbe durch die Pestandre sagen durch den Blitz (das Gemälde nimmtdie erstre Sage an) bedrohet wurde. Im 1.1767.wurde dasselbe im Saal des Louvre ausgestellt,und nachher in der Kapelle der gedachten Heiligenin der Kirche St. Roch aufbewahrt, der es wah-rend der Revolution entrissen, und erst in neuernLagen wieder geschenkt ward. Eine frühere Be-schreibung davon fand sich in der tsj. Bibl. derSch. wiff. (VII. S. 136 ». s. f.); eine spatere,nebst der Abbildung im Umrisse bey Landon(Annal. III. 18-Sl); wo es davon heißt: »DieKomposition dieses Gemäldes ist sehr wohl gedachtund geordnet, der Ausdruck kraftvoll und rührend;die Figuren sind mehr als Lebensgröße. Bey seinerErscheinung betrachtete man dasselbe als das beßteKunstprodukt der damaligen französischen Schule.Es war das Gegenstück des St. Dionys vonVien, jetzt ebenfalls wieder zu St. Roch ersicht-lich. Ungefähr ein gleiches Lob verdiente einandres großes Gemälde von ihm, welches den zuTunis von der Pest ergriffenen St. Ludwig vor-stellte, und in 1773. erschienen war. »Die Anord-nung darin" (sagt Fiorillo III. 32627.) »istvortreflich" (wir denken wirklich, besser als in er-wähntem Mirakel); »allein das Colorit zu grün;so daß die damaligen Spötter sagten, alle Figu-ren desselben wären wohl mit dem nämlichen Uebel,wie der Heilige selbst behaftet. Ausserdem zierteer mit seinem Pinsel die Kapelle von St. Georgim Hotel der Invaliden. Diese Arbeit (von Ph-Parizeau gestochen) erhielt er durch seinen Gönner,den Herzog von Choiseul . Die Scizzen dazu hatteVanloo entworfen, nach dessen Tode Pierre (der eSwohl nicht besser gemacht hatte) sich vergebens zurAusführung anbot; bey welcher Gelegenheit Dide­ rot (Lsssis etc. 156.) unserm Doyen manch Bit-teres sagt, und ihm nebenbey sein Schönthun alsMensch was zugleich die schlimmste Eigenschaftfür den Künstler sey vorwirft. Bey der KrönungLudwig XVI. zu Rheims (i?74-) ward ihm dieAnordnung der Verzierungen dieser Stadt aufge-tragen , welche so wohl aufgenommen wurden, daßman ihm den honigsüßen Titel: Eines Baumei-sters des Herzens ertheilte. Auch der Graf vonArtois, jüngerer Bruder des Königs, hatte ihnhierauf zu seinem ersten Maler ernannt. Alsdannerhielt er eine Lehrerstelle bey der Königl. Akademie,gieng aber in 1791. auf den Ruf der Kais. Ka-therina nach St. Petersburg . Auch hier übernahmer die Leitung der dortigen Akademie, und ver-waltete dieses Amt mehrere Jahre, bis ihn seinhohes 75. jähriges Alter nöthigte, dasselbe nieder-zulegen , dessen ungeachtet aber seine Wohnung undein ansehnliches Gehalt beybehielt. Ob er in Ruß­ land Werke verfertigt habe, welche seinem frühernRuf entsprachen, ist uns unbekannt. Im St. Petersburger - Hofkalender von 1804. trug er,gleich mehrern andern auswärtigen Künstlern, denTitel eines Freyen Ehrenanrheilnehmers derRuß. Kais. Akademie der Künste. Auch seine alternMitbürger ehrten ihn weiter fort; und selbst inseiner Abwesenheit wurde er zum ersten Professorder neuen Spezial-Schule der Malerey zu Pari»ernannt, in welcher Eigenschaft er noch im ^lws-lisch äes kesux-^rts von l8oz. unter den Leben-den, in 1806. hingegen nicht mehr erschien. Nochkennt man, neben dem bereits Erzählten, nach ihmeine Anbetung der Weisen, und den schon erwähn-ten jungen Astyanax, von seiner Mutter in Hek-tors Grab verborgen, und auf Ulysses Befehl ge-waltsam hervorgezogen, beyde von Charpentier ,jenes geätzt, dieses in Tuschmanier, beydes großeBlätter (der Gantkatalog von Brandes nenntletztrcs ein schönes Blatt), dann den Kopf einestodten Soldaten (Studium für das Gemälde zu