Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
305
JPEG-Download
 

D u c l o s.

Duclos, ( ). So wird im ^Imanaob lies

keanx-^rts von iZoz. ein damals in Parislebender Kupferstecher genannt.

Ducq, ( ) ein neuerer französischer Künst-

ler, Schüler von Suvee. Im I. rZor. erhieltderselbe von Seite der Spezialschule zu Paris einender Preise von zweytem Range für seinen KönigAntiochus, der den im Kriege gefangenen Sohndes Publ. Scipio des Africaners seinem Vaterzurücksendet. L <rndon, der (Annal. 1 .1 rrz.)die Beschreibung und Abbildung dieses Gemäldesim Umrisse giebt, urtheilt davon:Dasselbe ist sehrangenehm gedacht; die Figuren haben Würde,das Costum ist richtig, und die Gruppen sind fürden Effekt des Ganzen recht gut vertheilt. Scipio'sKopf hat, nach seiner Büste in der Galerie derAntiken, sehr viel Aehnlichkeit." Unsers Ermessensaber urtheilt Fiorillo III. 49z. über diese Arbeitstrenger, aber richtiger:DieKomposition ist ein-fach , und die Perspektive in der Grundfläche, u. s. f.gut beobachtet; allein die Figuren scheinen, wiein einem Basrelief, auf einer und derselben Liniezu seyn. Gegen das Costume läßt sich nichts er-innern, ausser daß in der Architektur die Bogenauf den Säulen ruhen, was nicht für jene Zeitenpaßt. Auch das Colorit ist nicht verwerflich."Dann wird hier deutlich herausgesagt, was Lan-den ebenfalls (in vielen verschlungenen Phrasen)doch bloß zu verstehen giebt: Daß der größteTheil der Kunstrichter dieses Bild sowohl, als be-sonders ein andres vonJngreß, der neben Ducqbloß den zweyten Preis erhalten, demjenigen vonGranger vorgezogen hatten, dem doch dererste Preis zuerkannt wurde. Noch führt Fiorillo wie wir's verstehen von Ducq fort:DiePhysiognomien seiner Figuren sollen nicht Adelgenug besitzen; auch tadelt man die Verhältnissederselben wegen ihrer Kürze. Unter seinen übrigenWerken zeichnen sich vornamlich drey aus: Estherund Ahasverus, Loth mit seinen Töchtern, undeine Allegorie auf den Schlaf (bestimmter : 1'Hmourcbs8ssnt les son^es kackeux)." Auf dem Salonvom I. X. sah man von ihm vorzüglich schöneBildnisse (Landon l. c. II. sn.); und auf dem-jenigen vom I. XIII. einen Meleager, den seineVerwandten bitten, wieder zu den Massen zugrei-fen, welches in den blonvelles lies ^rts(>v. H4-)als eines der beßten Stafeleygemälde dieser Aus-stellung genannt, und namentlich die ausdrucks-volle Komposition, und genaue Ausführung des-selben gerühmt wird.

S. Duc.

Ducröe, (Friedrich Wilhelm),,ein Maler zuFrankfurt am Main ; lernte bey dem älteren Junker.Er malte artig historische Stücke; copirte auch sehrgut nach H. Rovs, Berghem u. s. w. H. S.Husgen S. 169.

Ducreup, (Mademoiselle), wird im ^lms-nack 6eaux-H.rts von rZoZ- unter den da,mals lebenden Bildnißmalerinnen genannt.

Ducr 0 s, (Peter). S. Eros. Hier fügenwir noch bey: Er war Anfangs der Handelschaftgewiedmet, gewann aber Leidenschaft für die Kunst,und gieng hierauf nach Rom . In dem Sirren-und Rulrurgemalde von Rom (S- 235 ) heißtes von ihm, daß er es sey, der im zweytletztcnDezennium des XVIII. Jahrh, die Prospektma-lerey klassischer Gegenden in Aquarell eingeführthabe, und reich dabey geworden sey. Die Schrift:lDinkelmann und sein Jahrh. S- A 34 35 >dann charakterisirt ihn, wohl am zuverlaßigsten,wie folgt:Seine Arbeiten zeichnen sich durchKraft und frische Farben, so wie durch die großeKeckheit des Pinsels aus. Er hat wenig anderesals Aussichten geliefert und viele dergleichen inder Camera obscura nachgezeichnet. Gemeinschaft-lich mit Volpato errichtete er eine Art von Manu-faktur dieses Kunstartikels, in welcher nämlich vonjungen Künstlern die nach seinen Zeichnungen ge-

Dürer. Z05

äßten Umrisse römischer Aussichten in Aquarell-manier leicht ausgemalt wurden, und einige Jahrelang (ohngefähr 1780-86) unter den Rom besu-chenden Fremden viel Absatz fanden." Endlich sagtGernmg von ihm, in seinen Reisen: « In denGrotten von Tivoli hatte er sich. ein eigne befir-nißte Manier von Gouache - Bildern ersonnen,welche hinter Glas gute Wirkung thun , und wo,von viele nach England theuer verkauft werden.Der neapolitanische Minister Acton hat einenganzen Saal damit ausgeziert. Holde, classischeNaturgegenden Griechenlands hatte er nach schlech-ten Scizzen eines Deutschen sehr anschaulich bear,beitet. Mehrere seiner größern Stöcke pflegte erauch mit etlichen seiner Schüler in kleine mignia,turartige Bilder zu bringen Zu bedauern war,daß die trübe Stimmung seines Gemüths nichtselten auch an seinen Werken zu (püren ist,welche sonst eben auch, nebst ihrem-Hauptgegen-stande, durch das Costume der darin angebrachtenFiguren, wozu er sich in Geheim einen venetiani-schen Gehülfen hielt, ein besonderes Interesse ge-wannen." Seine Aussichten von Sizilien (was unsbey der Abfassung des Art. ssros noch unbekanntblieb) waren wirklich erschienen, fanden aber nichtbesondern Beyfall S Meusels N- Misc.560. Im Frühjahr ,305. lebte er (nach Schle-gels mehrmals angeführten Schreiben an Goethe)in Roin.

Dudln, ( ) ein talentvoller Zögling der

Akademie der Künste zu St. Petersburg , wurdeim I. 180z. nach Italien geschickt, um sich in derArchitektur zu vervollkommnen. M§c.

Dünz, (Abraham), Stadt-Werkmeister zuBern ; führte die Aufsicht über den 1713 ange,fangenen großen Bau des prächtigen Krankenhauses,die Jnsul genannt.

* (Johann). Derselbe war (heißt esirgendwo) ursprünglich gebürtig von Brugg imAargau , was aber vielmehr von seinem nachfol,genden Vater zu verstehen seyn dürfte. Nöthi,ger hat nach ihm ein Paar Bildnisse zweyer Berner,I. A. Kilchberger, und I. R. Sinner, jämmerlichgestochen.

(Jahann Jakob), des obigen JohannDünz Vater, erhielt das Bürgerrecht zu Bern in 1609. und war ein guter Glasmaler Leu.

* Dürer, (Albrecht), des nachfolgenden gros-sen Künstlers Vater, geb. 1427; lernte die Kunstseines Vaters, des unten folgenden Antons, undbegab sich als Goldschmiedsgeselle auf Reisen.Nachdem er sich lange Zeit zuerst in Deutschland und hernach in den Niederlanden bey den größ-ten Künstlern aufgehalten, gieng er endlich um1455. nach Nürnberg , wo er sich^ 1467 mit desGoldschmied Hier. Hallcrs 15. jähriger Tochterverheirathete (welche ihr berühmter Sohn irgend-wo eine hübsche gerade Jungfrau nennt) undmit ihr i l. Söhne und 7 Töchter erzeugte. Dergroße Albrecht war aus dieser Ehe das dritte

Kind. Rorhe S. 8-9.

* (Albrecht). Schon als Kind wählteer sich die Kunst zu seinem Spiele. Ost zeichneteer tändelnd Theile des menschlichen Körpers undganze Figuren mit bewundernswürdiger Richtig-keit, und führte schon damals so leicht und sichereinen Strich aus freyer Hand, daß Kenner glaub-ten, er sey mit Hülfe der Regel oder des Zirkelsgemacht. Sein Vater, ein sehr geschickter Gold-schmiedt, wollte seinen Sohn für seinen Beruferziehen; aber Albert zog das eigentliche Kunst-studium vor. Aus seinen) Tagebuche wissen wir,daß er im vierzehnten Jahr nach Colmar gehenwollte, um unter Martin Schön zu arbeiten, deraber mittlerweile starb, so daß sich der Knabe nun-mehr an den Maler und Kupferstecher Michael Wohlgemuth wandte, unter welchem er in kurzerZeit große Fortschritte in beyden Künsten machte.