Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
316
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Zl6 Duval.

Duv »l, ( ). So heißt auch einer von denKünstlern, welche an den geatzten Umrissen zu Lon-dons VIes et Oeuvres lle ?eintres lss plus cele-dres gearbeitet haben; und ist wahrscheinlich der-selbe , der für das XXX. Heft des lVIusse fisn-hais die Cananäerin von Drouais, gemeinschaftlichmit Massard (der das Blatt vollendete), gesto-chen hat.

Amairrp, ( ) wahrscheinlich kein

praktischer Künstler, sondern bloßer Dilettante,der im I. XII. den von der Klasse der SchönenKünste des Nationalinstituts zu Paris ausgeschrie-benen Preis über die Frage erhalten hatte: Wel-ches ist der Einfluß der Malerey auf die Künsteder Kommcrzial-Industrie, und welches find dieMittel, diesen Einfluß zu vermehren' ? Die Ge-danken seiner Schrift, welche sich lediglich an dengesunden Menschenverstand wandte, wurden fürganz praktisch, und was so selten ist fürausführbar gehalten; nur der allzu entscheidendeTon derselbe wurde gerüget. ^Vo«ue//e§ cies esIV. 5356. wo die Analyse davon gegeben wird.Von ihm ist auch der historische Text zu dem schö-nen Werke: ?aris er 868 Nonumens, äessines,mesures et Arsvös par öu/tcr-'ct, wovon !Z. Liefe-rungen bis »304. erschienen waren.

* Duven. S. Douven.

* Duvenede, (Marc van). Derselbe standauch in Diensten Churfürst Joh. Wilhelms vonder Pfalz ; und es finden sich daher mehrere seinerArbeiten in der Galerie zu Düsseldorf ,

Duver, ( ). S. den Art. I. B. Pigalle.

^ Duvtgeon, ( ). Derselbe hieß Ber-

nard. St Fessard hat nach ihm das Bildniß desAdvokaten A. F. Floncel gestochen.

Duvillard, ( ). So wird im ^lms-

nsck 6 ss Lssux-Hrts von iZoz. ein damals inParis lebender Baumeister genannt.

Duvivier, ( ) ein neuerer Künstler zu

Paris , Schüler von Suvee. Derselbe hakte eineZeitlang in Italien studirt, und sich durch zahl-reiche Copien nach Raphael einen Namen gemacht.Am meisten bewunderte man diejenigen nach denbekannten Figuren der Theologie, Astronomie,Poesie und Gerechtigkeit, deren Umrisse man aufdas Pünktlichste übergetragen fand. Inzwischenhatte er auch eigene Erfindungen ausgeführt, wo-von besonders eine Andromache gerühmt wird,die den Tod des Hektors beweint, und ihren SohnAstyanax auf den Armen halt, während der altePriamus auf Mittel denkt, diesen letzten Spröß-ling seines Hauses zu retten. Wiewohl diesesWerk nur zwey Fuß in die Höhe, und nicht vielmehr in die Breite halt, und von dem Künstleranfänglich in Italien als eine Scizze entworfenwurde, so hat er dennoch in der Folge über siebenJahre (für die bildende Kunst über das nonumprematur hinaus) daran gearbeitet, und es aufdas Bewundernswürdigste vollendet. Die Figurensind nur n" Zoll hoch. Die Zeichnung ist sehrgenau, die Harmonie des Helldunkels bezaubernd,und Alles so zart und fein wie die Bilder von vander Werff ausgeführt, ohne dessen mühsame und ge-leckte Auspinselung zu haben. In 1305. soll esfür 7000. Fr. in die Hand eines Ausländers ge-fallen seyn. Fiorillo I!I. 492. Freylich sprechennun die dlouvelles cies -;rt8 (lV. ng.) von diesemGemälde, welches sich auf der Ausstellung vomI. XIII. befand, etwas kürzer. Dort heißt es:Dasselbe ist sehr sorgfältig ausgeführt; die Fär-bung ist kräftig, aber die Zeichnung nicht durch-aus correkt, und die Hauptfigur allzu lang."

( ). So wird auch im ^liysnsck

äes Lesux Hrts von rZoz. ein damals ilk Paris lebender Skempelschneider genannt, von dem wirkaum zweifeln, daß solcher ein Nachkömmling desberühmten Johann Duvivier, der im Lexikons, v.

Dyck.

Vivl'er erscheint, vielleicht gar noch der dortbereits genannte Sohn desselben sey.

* Duvivier. S. auch Vivier.

* Duyster. S. den Art. vurpyl.

Dychtl oder Dicheel, ( ) malte im

XVIl. Jahrhundert Küchenstücke mit ziemlichgroßen Figuren, schönem Gemüß und natürlichenKupfer, und Mefflnggeschirr vortreflich. L. v.Winkelmann.

* Dyck, (Abraham van), malte moderne Ge»genstande, und brachte seine meiste Lebenszeit inEngland zu. G. Fiessingcr hat ein: ksneöicitönach ihm gestochen. S. den Art. C. Srriep.

* (Anton van). Daß sein Lehrer Ru­ bens auf ihn eifersüchtig geworden sey, und zuleylihn vermacht habe, die Geschichte mit dem Por-trait zu vertauschen sagen die Einen, und dieAndern, daß er ihm den Rath gegeben, Italien zu besuchen ist eine von den vielen Fabeln,welche auch der Kunstgeschichte mehr Nachtheil alsZierde bringen. Den letzterwähnten Rath gabRubens allen seinen Schülern, welche viel von sichhoffen ließen; und, was das erstre betrift, so weißtman ja, daß van Dyck lange Zeit nachher, da erseinen Meister verlassen hatte, fortfuhr, Geschichtezu malen, und ein ganz andrer Grund, dessenbald unten erwähnt wird, ihn vornämlich zumBildnißmalen hinzog. In Italien zu Rom undGenua besonders, .wurde er ebenfalls von denMalern unter seinen Landsleuten nicht sowohl des-wegen verfolgt und herabgesetzt, weil solche nei-disch auf sein Talent, als vielmehr, weil sie aufihn erzürnt waren, daß er an den Ausschweifun-gen ihrer Schilderbenten nicht Antheil nahm. Als-dann kam er in sein Vaterland zurück, wo er sichdurch ein großes Gemälde berühmt machte, wel-ches den H. Augustin in der Entzückung vorstellt.Was ihm mit seinem Christ am Kreuze bey denDomherren von Cortrick begegnet war, und wie erihre Unwissenheit mit Verachtung lohnte, ist be-kannt. Mehr Verdruß machten ihm hier zu Haufenun wirklich allerley Kniffe neidischer Kunsige-nossen, ihn frühe wieder um seinen wohl erworbe-nen Ruf zu bringen. Man breitete aus, er wissenicht einmal die Borste zu führen. Seine zarteVollendung und die Feinheit seines Pinsels wurdenfür Kleinheit der Manier ausgegeben. SolcherKränkungen müde, begab er sich nach dem Haag,wo er eine Menge Bildnisse malte hierauf »achEngland, wo er verschiedene seiner würdige Arbei-ten verfertigte, aber wenig Beschäftigung fand-alsdann nach Frankreich , wo er kaum bemerktworden zu seyn schien, und kam hierauf nach Ant­ werpen zurück, wo sein erstes Werk wieder einKruzifix für die Kapuziner von Dendcrmonde war,welches man als ein Meisterstück betrachtet. So-dann gieng er zum Zweytenmal nach England, wo-hin er jetzt von dem Könige Carl I. berufen ward.Hier malte er eine erstaunende Menge Bildnisse,die er sich so theuer zahlen ließ, daß seine Glücks-unistände noch die von Rubens würden übertref-fen haben, wenn er nicht theils von freyen Stückenzu ausserordentlichem Aufwand sich hätte verleitenlassen, theils dnrch allerley Umstände dazu wäregenöthiget worden. So heirarhete er z. B. dieTochter des Lord Ruten, Grafen von Goree ,welche ihm als Mitgäbe bloß eine hohe Geburtund Schönheit brachte. Daneben hielt er offeneTafel, hatte eine zahlreiche Bedienung, öffneteseine Börse zu vielen Freunden, ließ sich in dieGauckeleyen der Alchymie verstricken, und sah da»Gold in den Schmelztiegeln verfliegen, welchesfein unermüdeter Kunstfleiß ihm einbrachte. End-lich raste ihn, wie man weißt, schon in seinemzwey und vierzigsten Jahr, die Schwindsucht da-hin; und seiner übertriebenen Verschwendung m«geachtet, sammelte seine Wittwe noch eine beträcht-liche Summe aus den Trümmern seines Glückes.Man kann nicht begreifen, wie ein Künstler, der