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Was er in der Landschaft leistete, war vor ihmmit solcher Vollkommenheit noch nie geleistet wor-den. — Geschmackvolle Anordnung , richtige Zeich-nung, vortrefiiche Zusammensetzung seiner Gegen-stände, einsichtsvolle Behandlung des Helldunkeln,vollkommene Harmonie des Ganzen, die fieissigsteund zugleich geistreichste Ausführung in einer reizen-den Farbe, waren die großen Verdienste seinerkleinen Gemälde; vorzüglich bewundert man ineinigen derselben seine Mondscheine, und über-haupt die Wirkung seiner Nachtstücke." „Er war"(nach Sandrarrs lebendigem Ausdrucke) „ in derVollkommenheit und im Guten so fest gegründet,daß, wenn er mit der Feder oder Kreise nur einenUmriß gemacht, er darinnen mehr Verstand zeigte,als andre durch unverdrossene Mühe und Arbeitkaum zuwegebringen konnten." Aus Veranlassungder Beschreibung seiner Flucht nach Aegypten (ebenfalls von Goudt geätzt) wo Joseph dem Kinde,um es zu beschäftigen, ein abgerissenes SchilfrohrVorhalt, liest man in erwähntem Aufsätze beyMensel: „Solche Züge der Herzlichkeit, der-gleichen in mehrern seiner Gemälde vorkommen,die Anmuth überhaupt, die in allen herrscht, seinesorgfältige Vermeidung des Gräßlichen " (bey nochso schauerlichen Gegenständen, wie z. B. in seinenbeyden Vorstellungen der Marter des St Lauren-tius) „seine Vorliebe zur Schilderung der holdestenNaturszenen, Morgenröthen, Abenden und Mond-nächten, ja auch schon die Harmonie seines Colo-rits, sind sichere Anzeigen, sowohl eines sanftenund zärtlichen Charakters, als einer heitern Phan-tasie, die sich nur mit den lieblichsten Vorstellungenbeschäftigten." Auch lobt Carl van Minderausdrücklich sein gutes Gemüth, und seine Gefäl-ligkeit gegen jedermann. Da er aber die Einsam-keit über Alles liebte, und nur mit wenigen Freun-den in genauerer Bekanntschaft stand ^wie z. B. mitP. Lastmann , I- Pinas, und E. I. von Hagel-stein, die sich, gleich ihm, durch gute Aufführungund Geschicklichkeit in der Kunst vortheiihaft aus-zeichneten) , so mußte er bey den Mehrern seinerBiographen - wohl gar für einen Menschenfeindgelten. Daß sich späterhin sein Gemüth zur Scbwer-muth neigte, daran war sein bekanntes widrigesSchicksal ftyuld Die mühsame und sorgfältigeAusarbeitung seiner Werke erfoderte einen großenZeitaufwand, womit die Bezahlung, die er dafürerhielt, in keinem Verhältnisse stand. Er hatte, nachdeutscher Künstler alter Weise, eine liebenswürdige,aber unbemi telte Römerin gehei'rakhet, und mitihr viele Kinder erzeugt. Die Einnahme für seineArbeiten reichte für seine Haushaltung bey Weitemnicht mehr hin. Er gerieft) in Schulden, und so-weit, daß er von seinen Gläubigern ins Gefängnißgesetzt ward. Zwar wurde er, nach einiger Zeit,auf Verwendung seiner Gönner wieder freygelassen;allein seine Gesundheit war zerrüttet, sein Muthgebeugt, seine Lebensgeister erschöpft; er starb balddarauf, von allen ächten Freunden der Kunst be-dauert. Sein Todesjahr soll ungewiß seyn; selbstSandrarr läßt es unangezeigt; einige setzen esschon in 1610. und somit sein Alter bloß auf 56.Jahre Nach seinem Hinschcid wurden seine ebennicht zahlreichen Werke sehr gesucht, und theuerbezahlt Ein holländischer Kunstliebhaber kaufteseine Ceres für 800. und der Churfürst von derPfalz seine Flucht »ach Aegypteu für izoo. fl.^damals sehr hohe Presse). Viele Galerien pran-gen mit Werken seines Namens, welche aber nichtdie seinigen sind. Er zog mehrere Schüler; soz. B- David Teniers den ältern, Paul Juvenal,einen gewissen Salomon, Jak. Ernst Thoman vonHagelstein, und den Ritter Heinrich Goudt, derzugleich sein Freund und Wohlthäter war, und,wie man weißt, so vorzüglich nach ihm geätzt hat.Ekdeimers Handzeichnungen, die sich aber höchstselten gemacht haben, charakterisier d'Argens-ville, wie folgt: „Er arbeitete dieselben oft miteiner großen Feder, und hin und wieder in einan-der fließenden Strichen; daher sind die Schraffi-rungen in einigen derselben sehr nachläßig, und
Empereur.
werden nur von Kennern geschätzt; andre dann,die mit einer leichtern Hand gemacht, und sehrgeistreich und malerisch ausgeführt sind, erhaltenschon allgemeinem Beyfall. Die Figuren sind vollGeist, ungefähr im Styl des Guercino . In Zeich-nungen von Landschaften ist (doch nicht immer) vielNachläßiges. Der von ihm selbst geätzten Blättersind nur sehr wenige, und diese von äussersterSeltenheit. Das einzige Stück von ihm, welchesRost il. 2zo mit Gewißheit von ihm angebenkann, ist: Der seinen Vater leitende Tobias.Huber, in seiner löse ^enerulk- (ll. 46s) kenntiwch ein zweytes: Den von dem Engel begleitetenTobias, der den Fisch trägt; und endlich führtSandrarr einige Landschaften mit tanzenden Feld-göttern und Nymphen an. Nach ihm gestoftMdann haben, W.Augus, E.Fristus, Galle , Gout ,Hollar, Sibylla Küssel, I C. Krüger, B- H.Lcnglin, Maillet, Maltham, St. Non, Magd.de Paas, Pitteri, A. Poel, die Sadeler, I.Smith, van Somer, Soutmann, Vaiüant, vander Velde, L. Vorstermann, Zocchi und ein Unge-nannter, wovon der mehr erwähnte Aufsatz über50. und der Katalog von LDinkler fast noch meh-rere nennt , und würdigt. In der Collectiv con-sistinA cik tbirt^ LtcbinAs alter original Drs->vinA3 etc. coliecteä tbe Inste Lsv. anst
tüe plntes executest üv et ^locciü
etc^ ßr. l'ol. ,765 finden sich endlich ebenfallsBlätter nach seinen Zeichnungen. Wer übrigensdie 7—8 Blätter von Goudt kennt, kann sich vonElzheimers Kunstwerth« einen so vollkommenenBegriff machen, als solches ohne den Zauber seinerFarbe nur immer erhältlich ist Einigen Nachrich-ten zufolge hatte unser Künstler Sohne, welchesich ebenfalls der Kunst wiedmeten, und seineSchüler waren, von deren Schicksalen aber keinenähere Notizzen bis auf uns gekommen sind.
Emberson (Chr.), ein um 1664. lebenderfranzösischer oder englischer Maler, nach welchemA. Sanson ein Blatt: St. Johann den Einsiedler(in der Thar aber das Dildniß eines H. vo» Eou-liers) gestochen hat.
* Embriaco, (Wilhelm^, geb. 1070. Manbehauptet, daß sich von seinem Consulate an derGebrauch, Münzen in Genua zu prägen, Her-schreibe. Von dem smaragdnen Besässe, welcheser bey der von ihm geleiteten Eroberung von Ca-sarea, als einzige Beute für sich behielt, s. die Wteratur bey Fiorillo 11 . 361. Nov. a.
Embrun. S. Dambrun.
Emere, (Garziad'), ein spanischer Architekt,der im I. 1594. die Pfarrkirche von Valera beyCuenca erbauet hatte, deren Facade vier ionischeSäulen auf Piedcstallen hat und mit Statuen ge-ziert ist. Die Kirche selbst hat etwas Gothisches;der große Altar hingegen mit vier Säulen von dercomponirten Ordnung, und vier andere von korin-thischer, ist von andern, Geschmacke. Mü'-rrä Lei.terr. Z27.
Emery. S. Hemery.
Emil, ( ). Diesen Namen findet man
auf einer Schaumünze Pabst Clemens VlII. geMdas Ende des XVk. Jahrhunderts. Samm-lung berühmter Medailleurs Z 4 S-
Emili, ( ). So heißt imJntelligenzblattt
des ^ournsls kür biistenstc Xünsrc lll. 34 -durch Druckfehler, statt Eredi ) ein Künstler, derum 1797 eine H. Familie nach Raphael für denFrauenholzischen Verlag zu Nürnberg gestochenhabe
Emmel, (I. So.), ein Maler, nach welchemI. Bensheimer Bildnisse, wie z. D. RudolpvGünthers, und eines Arztes N. N. gestochen hm.sskc.
* Empereur, (Cathar. Elis. l'), gch>^^sinkt. S. Eousinet.