Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
339
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Fag«r.

nlit Schauspielern, nach welchen er Line Mellgetheatermaßiger Actionen vorstellte, womit er sicheinen so großen Ruf erwarb, daß er den häufigenBestellungen davon nicht genug thun konnte.Auch in England fand seine Arbeit vielen Beyfall,besonders da er Garrik in mehrern hundert Stellun-gen abgebildet hatte. Er starb zu Paris 7773. P. C. l'Eveque, Sayer u. s. f. haben nach ihm gesto-chen. (Eveque z. B. das Bildniß des Schauspie-lers le Kain). Bernouilli VI. szr. Meus.

Miscell. V. 567.

* Fage, (Remond la). Sein Geburts - undTodesjahr werden sehr verschieden angegeben; jenesnämlich in 1640, 43, 54. und 56. dieses in 66,82, 84 - und 90. gesetzt. Unter einem seiner Bild-nisse liest man: Oekunet. 1634. ^t. 28 (also geb.1656.) nicht, wie einige meinen zu Toulouse , son-dern zuJle d'Albigeroi.- Schon in früher Jugendbewies er die höchste Freyheit und Originalität sei-nes Geistes. Ohne irgend einen Meister zu haben,bildete er sich aus den Kupferstichen nach Prima-ticcio, und zeichnete und componirte nach densel-ben eine Menge historischer Gegenstände meist bloßmit der Feder. Alsdann kam er nach Toulouse ,wo er sich nach den Werken von Bachelier u. a.weiter vervollkommnete. Um den Kreis seiner Kennt-nisse noch mehr zu erweitern, unternahm er hier-auf eine Reise nach Paris , wo ihm sofort ein vonder Akademie ausgesetzter Preis zu Theil wurde,uud weiter nach Rom , wo die Akademie von St.Lucas seine Talente ebenfalls mit Preisen krönte.Alsdann kehrte er zum zweyten- und drittenmalnach Paris zurück, wo man immer höhere Achtungvon seinen Zeichnungen faßte. Im I. 1632. (diesscheint nun zuverläßig zu seyn) begab er sich wie-der nach Toulouse , rwo er nur wenige Monatheblieb, und wahrend dieser Zeit für den dortigenMagistrat zehn Scenen entwarf, welche aus laFaillL's Geschichte dieser Stadt geschöpft waren,und nachher von Fr- Eninger in Kupfer gebrachtwurden) und hierauf nach Lyon , wo ihn der Todin der Blüthe seiner Jahre dahin raffte. Uebersein unordentliches Leben kommen alle Nachrichtenvon ihm, leider! vollkommen übcrein. Fast alleseine Zeichnungen, sind, wie schon erwähnt, einzigmit der Feder entworfen (nur wenige getuscht),aber mit so treffenden, hervorspringenden Zügen,mit einer so glücklichen Anwendung der Ver-kürzung und einer so genauen Kenntniß der Ana-tomie ausgeführt, daß sie jeden Kenner bezaubernmüssen. Freylich erkennt man in seinen Blatternso oft Figuren, welche ganz von den Bildern dergroßen Meister, Italiens vornamlich, entlehnt sind.»Ich möchte" (sagt daher FioriUo Hl. 2929Z-sehr gut)la Fage in die Klasse derjenigen Köpfesetzen, die, mit einer zarten Empfänglichkeit undeinem starken Gedächtnisse ausgerüstet, die Melodieeiner einmal gehörten Arie oder die Periodenreiheeiner Rede gleich auswendig wissen. Er hatte keinegroße Studien gemacht, und keinen Theil der Kunststrenge ergründet, aber die Meisterstücke, die Ita­ lien seinem Anschauungsvermögen vorhielt, treuaufgefaßt, und seinem Gedächtnisse eingeprägt.Diese wußte er daher, so bald sich ihm die Gele-genheit darbot, zu benutzen; aber eben darumstechen sie so sehr gegen die übrigen, womit er sieruppirt, ab, weil wir an diesen die Dollkommen-eit des Ideals, und in seiner Komposition dieEinheit des Gedankens vermissen Seine Werkesind also keine Copien , aber doch Nachahmungen,welche nur den Anstrich der Vollkommenheit ansich tragen, da ihr Urheber niemals in die Tiefender Kunst eingedrungen war." Eben dieser Schrift-steller führt über unsern Künstler etliche merkwür-dige Stellen aus dem (wenig bekannten) Vrastefe steinture von s). du puy du Erez (ss. Vou-lcmss 700. p. 104.) an, worinn neben Andern! be-hauptet wird, baß seine Zeichnungen in Helldunkel,die er bisweilen, mit schwarzer Kreide, bloß aufeine Mauer gezeichnet, zu seinen schönsten Arbei-ten gehören, und wo es dann (was sich sonst nir-gends findet) von seinem physiognomischen und

Faithorne. ZZ9

Moralischen Charakter heißt ^8> /cr n'etost

pas äe riebe taills IN äe kort banne Mine, itetoit tres - moäeste, st ne ksisost pas entstöre6e son s^avoir; csr ii montroit Aonereusementä ses smis ; il eut meine soubaste, gue lu ville<ie Voulouse lui eut äonnö une Pension pourPouvoir ensei^ner publiguement II S8t vrsv',-fu'avec cette moäestie il avoit l'erprit mslinvontre eeux ciont il avolt recu guelgue inzure.Oe gu'on trouvoit cie plus incommoäe äans sesmeenrs, e'etoient plusleurs manieres, gui l'eloiA-Noient äu commerce äes stonnetes Fens; csr ilne travsillost gu'etsnt presse äs In necessitö, etne kaisoit Sinais könne cliere, gue lorsgn'itnvoit äes ssräines, äe la morue et äu vin.

Die beßten Arbeiten, die man von la Fage kennt,find: Der Fall der abtrünnigen Engel, die Sünd-fiuth, Kain der die Stadt Henoch erbaut, derDurchgang durchs rothe Meer, die Pest der Phi-lister, das Wunder mit der ehernen Schlange, undJosua der die Sonne in ihrer Bahn aufhält Die-selben finden sich, so wie überhaupt 60. nach ihmvon Audran, Erting, Simonneau und Vermeulenmeist gut gestochene Blätter in einem, anfänglichzu Paris in Fol. von Johann van der Sruggenherausgegebenen Werke, welches zum Titel fuhrt:

Reeueil äes Lstampes ^ravees sur les ässsinsäe )?ar'mo»rst /a /a§e, wovon die Platten in derFolge nach Holland kamen und wahrscheinlich die-selben sind, welche zu einem neuen Abdrucke ge-braucht wurden , den der Herr von Murr zkib-liatk. äe peinture II. 475.) unter folgender Auf-schrift anführt: VerramelinA äer beste Vekenin-Aen van kaimonä /a /aAe äoorvan ster V-'i-ZAe».Ve -Imsteräsm Vol. 7/jl. Ungefähr um dieselbeZeit wurde das gleiche, oder ein ähnliches Werk(vielleicht dasjenige, welches zum Titel führt:viü'erentes Lstuäes u. s. f. zi. Bl.) in Augsburg ,in dem Verlage von Jeremias Wolf verkauft. Dievorzüglichsten jener Blätter sind übrigens (nicht,wie das Lex. meint, diejenigen von Ertinger, son-dern) wohl unstreitig Audrans seine, da dieser Mei-ster eine gewisse Harte zu mildern wußte, welchesonst den Umrissen der Urbilder stets eigen war.Daß etliche derselben, namentlich : Das Wundermit der ehernen Schlange, Juno die mit Aeolusredet, Jupiter der sich der Semele zeigt, ein Kin-dertanz, und Kinder welche singen, von la Fageselbst gestochen seyen, wird noch bezweifelt. EinzelsBlätter dann, welche mehrere Künstler, wie z. B.C. Bianconi, Caylus, I. F. Charpentier , Coele-mans, E. Earlom, I. C. Krüger, B. Picart undA. Pond nach ihm gestochen haben, führt ein Ver«zeichniß meines sel. Vaters an, und wird besonderseine Sibylle, die dem Aeneas in der Unterwelt dieSeelen der Abgeschiedenen zeigt (nach einer seinerschönsten Zeichnungen, die sich ehemals im Besitzedes Grafen Algarotti befand), von Bianconi gesto-chen, bey FioriHo (I. c. S. 292 ) ein vortreffli-ches Blatt genannt.

Fagsvolo ( ), ein Thier- und Fischma-

ler, wird in p inelll's Laralog angeführt.

Faguel ( ). So nennt der -Ilm-mack

äes Uesux-^rts von I8c>z. einen damals in Pa­ ris lebenden Landschaftsmaler.

Fahrenschon (Franzvon) geb. zu Kom-motau in Böhmen 1726, mahlte Bildnisse zu Prag .So z. B. ein großes Stück, worauf die gräflichPachtische Familie abgebildet war, bey dem GrafenFr. Jos. von Pachtn daselbst. Mensel I.

Fairam (I.) Nach ihm hat I. Faber dasBildniß Steph. Poinz, und S. Simon dasjenigedes Lord Wilhelm Harrington in Schwarzkunstgeschabt.

Faithorne, (Wilhelm), Vater und Sohn.G"andlnelll',s v. Fairhorne u. Fayrhorne, machtnur Einen aus beyden, und nennt ihn einen geist-reichen Künstler, und seinen Grabstichel graziös.Von ihnen beyden führt ein Verzeichnis meines