Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
340
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z4o Faivre.

sel. Vaters an die 50- Blätter, fast lauter Bildnissean; neben andern auch dasjenige unsers biedernalten Dichters G. R. Weckherlin . Dann von denübrigen bemerken wir: Eine H. Familie, nach la Hire ; eine Lady mit einem Korb Blumen, ohneNamen des Malers; Vertumnus und Pvmona,nach A. Parmentaer, und Blatter zu der allgemeinnen Pflanzengeschichte von R. Morisson (Oxford 1715.), was über das im Lex. angegebene Todesjahrdes Sohns wenigstens Zweifel erweckt; so wie esgleich sonderbar ist, wenn das Lex. den Tod desVaters in 1641. und den des Sohns noch frühersetzt; und dagegen der Katalog von Brandesein Bildniß von dem erster» (Wilh. Sandersons)mit ,653. datirt anführt.

Faivre, (Joh. Bapt. L.), eingeschickter Bau,meister zu Paris , brachte mehrere Jahre in Rom zu, und erhielt nach seiner Rückkunft (1796.) einenPreis für den Entwurf zu einem Denkmal auf demSiegesplatze, wovon sich in dem XV. Hefte derOranüs ?rix ä'^rcbitecture eine Abbildung findet.Dieser hoffnungsvolle Künstler starb aber schon inseinem zwey und dreyfflgsten Jahre, am 27. Febr.i 793 . Baue.

* Falbe, (Joachim Martin), starb zu Berlin 1732. Als Kupferätzer nennt ihn der winklerfcheKatalog einen von Nembrands glücklichen Nach«ahmern. D. Berger, I. E. Gerike, Nilson undI. G. Schmidt haben nach ihm Bildnisse (letzterediejenigen von C. F. Blume, des GottesgelehrtenI. Elsner, und D. Splitgerbers) gestochen. Seineselbst geatzten Blätter dann waren theils von seinereignen Erfindung, th-eils nach Rembrandt (wie z. B.der Astrologe, der Philosoph in seinem Studier-zimmer, und eine Landschaft) und eine Darstellungim Tempel nach C- W. E- Dieterich, und datirtensich meist von seinen jungem Jahren, etwa von1732-52. Bey U)mkler werden an die 24. der-selben verzeichnet und gewürdigt, und namentlich,nebst einer Anbetung der Hirten und dem erwähn-ten Philosoph in seinem Kabinette, nach Rem-braudt, 8 . Blätter Vasen sehr gerühmt. Einigesolcher Arbeiten pflegte er, schwarz oder braun aus-zntuschen. Von oben angeführter Darstellung imTempel heißt es hier zwar ebenfalls, daß solchenach Dietrich sey, aber den Namen von Rembrandt trage. Noch müssen wir bemerken, daß ein vonHeinecke (lJachrr'chren I. 5z.) angeführterJohann Martin Falbe, Portraitmaler zu Berlin ,Schüler von Harper, kein Andrer als der unsrigeist, von dem er früherhin (S. 4244 ) selber aus-führliche Nachricht giebt.

* Falch, (Johann). Andre Nachrichten desH. von Grerren führen ihn unter dem NamenI Falk an, und setzen seiue Lebensjahre zwischen1637. und 1721.

* S. auch Falk

* Falcieri, (Blasius). Dieser Künstler hattenoch viel von dem Feuer, man möchte sagen vonder wilden Kühnheit, von der die venetianischeSchule fast nur zu viel besaß. So z. B. in sei-nem großen Gemälde in der Dominikaner-Kirche(wie wir's verstehen zu Veronas, wo er das Con-zilium zu Trident vorstellt, St. Thomas in derHöhe, wie er die Ketzer zu Boden schmettert.

* Falc, ne, auch Falcin 0, (Dominikusdel). Von seinen Schnitten in Holz mit dreyStöcken dürfte vornamlich sein Leben von St. Jo-hann Baptist« nach den Gemälden des Andr. delSarto in der Compagnia del Scalzo zu Florenz (nach I B. Danni's Zeichnung) zu bemerken seyn.LauchrrM.

* (Peter del). Nach Hann.Earracci kennt man von ihm einen St. Francjscvor der H. Jungfrau auf den Knieen.

* Falck. S. Falk.

Falcke »stein, (von). S. Arvid Barlsteen.

Falconer.

* Falco. So nennt warelee den JohannTonchillos des Lexikons.

* Falcone, (Aniello d. i. Angelus). Diesermerkwürdige Künstler besuchte, wie die Geschichtesagt, in seiner Jugend die Akademie des Nacktensehr fleissig, und eröffnete in der Folge in seinemeigenen Hause selbst eine solche, welche vielen Zu-lauf erhielt. Lanzi (I. 6zo.) charakterisirt ihn,wie folgt:Mit einem ganz besondern Talentemalte er im Kleinen und im Großen. Seine Gegen-stände schöpfte er aus geist- und weltlicher Geschichtesowohl als aus Gedichten. An seinen Kleidungen,Waffen, und eben so an den Gesichtern erkannteman immer die Nation seiner Streitenden. SeinAusdruck war lebhaft, die Stellungen und Bewe-gungen seiner Reuter und ihrer Thiere gut gewähltund natürlich. In seiner Schilderung militärischerUebungen begieng er nie keinen Fehler, ungeachteter niemals gedient und nur nie einem Treffenbeygewohnt hatte. Auf die Zeichnung wandte ergroße Aufmerksamkeit, zog immer Natur undWahrheit zu Rath, und colorirte mit Kraft undFleiß. Daß er, wie einige behaupten, den Bom-gignon unterrichtet habe, ist schwer zu glaube»;wohl weißt man, daß sie sich kannten und schätzten,und daß Falcone's Arbeit bald eben so theuer bezahltwurde als Courtois seine." Da er einen etwasstreitsüchtigen und bizarren Charakter besaß, somischte er sich öfters in gefährliche Händel, vor-züglich mit den spanischen Soldaten. Als die be-kannte Revolution durch Maso Aniello ausbrach,so sah er dieses als eine gute Gelegenheit an, sichwegen der kurz vorher an einem seiner Verwandtenund Schüler von ermeldter Soldateska verübtenMordthat zu rächen, und fiel auf den schrecklichenGedanken, aus seinen Freunden und Scolaren einCorps zu bilden, welches sie die Compagnie desTodes nannten. Bey Tage streiften sie durch dieStadt, und brachten jeden ihnen verhaßten Spa-nier um, der ihnen unglücklicher Weise in dieHände fiel; am Abend aber beschäftigten sie sichbeym Fackelschein wetteifernd, Bildnisse von MasoAniello zu malen (daher die Menge derselben,welche fast alle von den ausgezeichnetsten Künst-lern herrühren^. Als nachher die Ruhe wieder bei-gestellt war, mußten diese Gesellen nach allen Sei-ten entweichen Falcone gierig nach Frankreich ;daher sich auch dort Vieles von seiner Arbeit be-findet. Der Ritter Pretr, Pietro di Cortona ,Lanfranco, Giorvano und viele andre kauften vonseinen Werken um einen hohen Preis. Außeror-dentlich lobt Aandrarr von ihm eine Marter desH. Januars, welche er für Gasparo Romer, einenniederländischen Dilettanten gemalt hatte. Gesto-chen kennt man (was bemerkenswerth ist), unsersWissens wenigstens, nichts nach ihm.

* Falconer, (Stephan). Einige Nachrich-ten nennen diesen berühmten Künstler, gebürtigvon Vivis im Schweizer - Kanton Waat. Umi? 78 . gieng derselbe von Petersburg nach Paris zurück, und starb dort 1791. mit dem Titel einesHculpbeur et 8wtusire äu koi» TVcljoint ä kec-teur en la cisevant ^csckem. cke ksris, Honorsire6s celle ös 8t. pebersbourA Sein Meisterstückunter seinen kleinern Bildern: Ein Amor, den Zeige-finger schalkhaft an den Mund haltend, der UMin der Akademie der Künste die Aufnahme verschaffte,befindet sich jetzt zu St. Petersburg im PallasttBesborodkoi, mit der allerliebsten Jnnschrift:

cZui, yue ru 5 o>,, voici roa msicre:

!t I'esr, Ic kul, ou Uoir l'erre.

Der, sonst so kaustische Diderot (Lsssig 353-60.)giebt ihm ein sehr großes (uneingeschränktes) Lob,und nennt besonders seinen Alexander, seinen Pyg-malion, eine Freundschaft, und eine im Salon zuParis 1765. ausgestellte weibliche Figur, die sucein Winter - Pflanzen - Bosquet bestimmt was-Nach ihm hatte dieser Künstler eben so viel Gen>eals gelehrte Kenntnisse, einen auserlesen zartMGeschmack, und viel« Wahrheit des Ausdrucks