Fehr.
Fehr, (Joh), geb. zu Rheineck im Rheinchal,176z. erhielt/ nach dem Tode seines Vaters/ derdas dortige Diakonat bekleidete / durch einen vor-treflichen Oheim/ den Landschreiber Conrad Vögelinzu Zürich / überhaupt seinen ersten Unterricht inWissenschaft und Kunst, vornämlich aber in derMathematik und Waffe: baukunsi; und sein eigenerseltener Fleiß that das Uebrige. Schon mein sel.Vater schrieb noch von dem Jüngling eben so tref-fend als kurz: „Er arbeitet sehr bedächtlich, aberdann unvergleichlich " Im I. 173z. wurde erdurch Unterstützung des Zürcherschen Kriegsrathsauf Reisen geschickt / um sich für seine erwähnteBestimmung weiter auszubilden. Zuerst gieng ernach Wien / wo er die Architektur-Akademie / undnachher auch die Universität besuchte/ und, nebenseinem Hauptstudium/ in verschiedenen seiner frühernkieblingswissenschaften, wie z. B. der Botanik/der Mineralogie/ dann der Chymie (unter Jacquin)und der Astronomie (unter P. Hell) Unterricht em-pfieng. Eben so wenig versäumte er, auf der dor-tigen Zeichnungs - Akademie (unter Schmutzern)sich mehrere Fertigkeit in der Handzeichnung zuverschaffen, und zugleich seine praktischen Kennt-nisse durch Besuchung von Bauplätzen und merk-würdigen Bauten zu aufnen. In 1734 begab ersich nach Dresden , wo er sich ein volles Jahr,unter Leitung des Hofbaumeisters Aug. Hölzersfast ausschließlich dem Studium der Baukunst wied-mete, mittlerweile aber in den Stunden seiner Muße— welche bey ihm nur verändertes Studium, zurErholung war — hauptsächlich durch die Bekannt-schaft mit dem sel. Inspektor des mathematischenSalons, Koehler, und dem noch lebenden Ober-Buchhalter am Kurfürstl. Fiuanzkollegium Oberreit,den erwünschten Anlaß fand, seine physischen,mathematischen, und zumal astronomischen undmechanischen Kenntnisse zu erweitern. Im Früh-jahr 1785. reiste er über Berlin (wo Bode derAstronom, und Chodowiecki als Mensch und alsKünstler ihn vornämlich an sich zogen) nach Ham burg , und schiffte sich dort nach Rouen ein, vonwo er nach Paris gieng, sich da bis zu Ende desJahrs aufenthielt, und die nützlichsten und ehren-vollsten Bekanntschaften machte (unter welche wirhier besonders diejenige des damaligen Architektsder Militärschule und des Invaliden-Hospithals,Brogniard's, des Mechanikers Percier, der Astro-nomen Lalande und Messer zählen). Nach seinerAbreise von Paris brachte er mehrere Monate zuSirasburg bey einem geschickten Baumeister sehrnützlich zu, und kehrte dann im Frühjahr 1786.wieder nach Haus, wo er 1737. als Civil-Jngenieurangestellt, und von da an bis i? 98 - zu Besorgungvon Land-Bausachen und geometrischen Arbeitenmit vorzüglichem Zutrauen in seine bewährte Rccht-schaffenheit eben so fehr als in seine gründlichenKenntnisse häufig gebraucht wurde Während die-ser Zeit wurde, nach seinem Vorschlag, von derPhysikalischen Gesellschaft die Kuppel der Karols-kirche zu einer kleinen Sternwarte aufobrigkeitlicheKosten eingerichtet, und mehrere schöne Instrumentehauptsächlich zu seinem Gebrauch angeschafft. ImI-1736. erhielt er, von dem nachmaligen helveti-schen Finanzminister, H. Küster von Rheineck ,einem gemeinnützigen Freund seines allgemeinenund besondern Vaterlands, wie es ihrer Wenigegiebt, den Auftrag, auf desselben Unkosten eine^harte des Rhcinthals aufzunehmen, welche auchbereits im Sommer 1737 beendigt, und durch H.bips so vortreflich gestochen wurde, daß solche,nach dem Urtheil bewährter Kenner zu dem BeßtenSchort, was die Schweiz an solchen Arbeiten auf,zuweisen hat. Bey diesem, mit einem Spiegelsex-kant, in Gesellschaft des sel. Herzogl. Sachsen -Meinungischen Ingenieur - Lieutenants von Meiß,vollbrachten Werke hatte er zuerst Gelegenheit, vonseiner früher erworbnen Kenntniß der beßten astro-nomisch - geographischen Aufnahms -Methoden Ge-ruch zu machen. Als im I. 1798- die Schweizer -Revolution ausbrach, und seine Stelle als Civil»Ingenieur aufhörte, folgte er der Vokativ» des
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sel. H. Herzogs Georgs von Sachsen - Coburg -Meinungen, wo er als Bauinspektor auf eine vor-theilhafte Art angestellt wurde, und, in Folge die-ser Bedienstung, das Bauwesen in dem ganzen dor-tigen Herzogthum, zur beßten Zufriedenheit diesesFürsten bis an dessen in 130z. erfolgten frühzeitigenHinscheid besorgte, und alsdann von der zur Ober-vormundschaft , während der Minderjährigkeit desPrinzen Bernard, gelangten Frau Herzogin, ingleicher Stelle bestätigt wurde, auch dieselbe bisim März »306. versah, wo er, zufolge eines Rufesder Zürcherschen Kantonsregierung, aus den Mei-nungischen Diensten seinen Abschied nahm, umneuerdings die Beamtung eines Civil-Jngenieur-Architekts und Fortifikations-Direktors auf sich zunehmen, und einem andern, ebenfalls sehr ver-dienstvollen Manne, dem sel. Rathshcrrn FrieS(dem H. Fehr, wie er noch jetzt gerührt erkennt,in Absicht auf seine frühere Ausbildung, und ersteAnstellung im Vaterland vorzüglich Vieles zu ver»danken hatte), in dessen Laufbahn zu folgen.
Fehr, (N.). So nennt der Winklersche Ka-talog einen Bildhauer und Architektur-Zeichnervon Dresden , und führt nach ihm Reinecke's (einesberühmten deutschen Schauspielers) Denkmal, vonH. Müller gestochen, und braun abgedruckt an.
— — (Peter), ein Kupferstecher zu Frankfurt am Main um 1720. Er arbeitete meistens in großeWerke für Buchhändler. S. Hüsgen S-144.So kennt man von ihm z. B. die Bildnisse vonE. A. Pagenstecher und Sam. Puffendorf.
Fehre, ( ). Derselbe war um 170s.
Skadtzimmermeister zu Dresden . Von seiner Er-findung sind die schöne am Markt stehende Apo-thecke und das Haus zum güldnen Ring. Mar-perger. In welcher (nicht unwahrscheinlichen)Verwandschaft derselbe mit obigem r?. Fehr stehe»mochte, da ihn auch das Lex. s. v. Llengel Bau-meister nennt, ist uns unbekannt.
Fehrmann,( ) ein Maler aus Bremen ,erhielt im I. 1788- einen Preis auf der Künstler-Akademie zu Cassel.
* — — S. auch Foehrmann.
* Fei, (Alexander), genannt del Barbiere.Lan;i ( 1 .196.) setzt seine Geburt in 1543 und seineletzte Arbeit in 1531. und nennt ihn ein kühnes,wildes Genie, und sehr geschickt für große ge-schichtliche Arbeiten in Fresko, die er dann mitschöner Architektur und Grotesken zierte. »Der-selbe" (heißt es dann weiter) „wandte mehr Fleißauf Zeichnung und Ausdruck, als hingegen auf dasColorit, nur Einiges ausgenommen, was man fürsein letztes hält, und dem man den verbessertenStyl von Cigoli ansieht. Seine Geißelung inSanta Croce zu Florenz wird von Borghini sehrgerühmt. Baldinucci dann gefielen besondersseine kleinen Geschichtsgemälde in der Orificerieund Scriptorey; wie z. B. sein Daniel an Baldas-sar's Gastmal. Mit seinem Lehrmeister, St.Friano, arbeitete er bisweilen gemeinschaftlich."Ein Ungenannter hat nach ihm Dekorationen fürdie Hochzeit der Prinzessin Christin« von Lothrin gen gestochen. 8. V. äe/ Saubrere.
— — (Dincenz). Einen solchen, ebenfallsaus der florentinischen Schule, und von derselbenZeit, wie obiger Alexander, nennt Fiorillo l.399 der aber wahrscheinlich mit Demselben EinePerson ist.
Fejada, (Juan Mozeno), Kupferstecher znMadrid um 1730-
* feichrenberger, ( ) Hofbildhauer
zu München . S. den Art. Joh. Giuliano's, sei-nes Schülers.
»Feichtmeir oderFeichtmair, (Franz),nicht Michel, wie ihn das Lexikon nennt, ein
Nv