Band 
Zweyter Theil [1].
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349
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F e l t r i n o.

»Feltrino, (Andreas), wahrscheinlich vonseinem zweyten Lehrer, Morto da Felrro, so ge-nannt, gleichwie von Cosiino von seinem ersten,Cosimo Roselli . Nach Lanzi (I. 155.) hätte erseine höchst sonderbaren Grotesken nicht bloß aufWanden, sondern auch an Gerathschaften, an Fah-nen und Flaggen u. s. f. angebracht, und wäre dies-falls beynahe der Stifter einer seither zu Florenz häufig befolgten Schule gewesen. Seine Ziera-then waren nämlich weit reicher, d. h. überfüllt»als die der ältern Künstler. Figuren brachte erfthr gut darin an.

Fena, (C. G ), ein Niederländer; blühete alsKupferstecher um die Mitte des XVII. Jahrhun-derts.

/end, (Matthias). S- den Artikel Christ.Abbr.

*Fendt , (Tobias). Die erste Ausgabe seinerim Lex. angeführten lVlonuments 8exu1crorum,äe Lrcüet^pis expre88s etc. erschien zu Breslau 1574. eine zweyte zu Amsterdam 1638. Noch kenntman von ihm das Bildniß eines Pfalzgrafen Phil.Ludwigs, mit 1612. datirt.

Fennizer, (Georg), Schwarzkunststecher inNürnberg um 1695. von Bildnissen, meistens vonAerzten. M».

(Johann). Ebenfalls Kupferstecher da-sebst. Wahrscheinlich der Vater von Georg undMichael, da man nämlich von einem dieser letz-tem sein Bildniß kennt, welches: ^okannes Leu-M2er, LbslcoZr. /Äter betitelt ist. Lk-r.

(Michael), geb. 16^1. Schwarzkunst-stecher, arbeitete um 1675. Don ihm kennt man,neben anderm, nach A. Krafts Zeichnung, dieSlatüen der zwölf Apostel, welche so vieleRathsherren von Nürnberg vorstellen,

(Peter Paul), Kupferdruck».

Bemerkung. Alle diese find durch ihre Bild-nisse bekannt. Von Georg und Michael führtein Verzcichniß meines sei. Vaters an die 30.Blatter an.

Fenoeuil, ( ) zwey französische Maler

dieses Namens. Nach beyden haben H. Coufflnund Petit Bildnisse, erstrer z. B. nach dem alternderselben dasjenige des Baarfüßer-Mönchen MorizJulien, und letztrer nach dem jüngern, (welcherum i7zo. blühete) eines vom Dauphin LudwigsXV. und ein andres der Tänzerin Marie Solle,dann aber auch : 1 s ^eu ds 1 'VvroZnerie und lsI-uxure gestochen,

*Fensonius. S. Ferau.

/entzel. S. Frenyel.

Feodor, (Jwanowitsch), ein Kosacke. Die-sen merkwürdigen Künstler hatte um 177 . diedamalige Kaiserin von Rußland , als einen kleinenKnaben , der Frau Erbprinzefsin von Baden ge-schenkt, die ihn zu Carlsruhe , Strasburg , u. s. f.zur Kunst erziehen ließ. Späterhin lebte er langeiu Rom , wo er alle Kenner durch die Fertigkeit,womit er besonders die Antiken und Raphael copirte,in Erstaunen fetzte. Dort hatte er auch Verschie-denes sehr geistreich geätzt; wovon wir hier vor-namlich seine 12. großen Blätter nach den halber-yvbenen Arbeiten der berühmten Thüren des L. Ghirberti am Battisterium zu Florenz , in meisterhaftenUmrissen bemerken wollen, welche indessen seyrs zur Schande des herrschenden Geschmackes ge-sagt diesseits der Berge sehr nur geringen Bey-fall gefunden hatten. Um 1799. dann war er einervon den Künstlern, die im J. i? 99 . der junge LordHamilton zu seiner antiquarisch-artischen Reisenach Griechenland , Asien und Aegypten mit sich"ahm, und derjenige, der, nebst dem Architekt Ba-lastra, die meisten und interessantesten Materialienfür die herauszugebende Beschreibung dieser Reisezusammengetragen hatte. Alsdann gedachte er,""t dem Lord Elgin , welcher die Kosten der ge-

Ferdinand. Z49

-achten Expedition vornämlkch auf sich nahm,nach England zu gehen, um über den Stich dervon ihm verfertigten Zeichnungen die Aufsicht zufuhren, und sie zum Theil selbst zu ätzen. Allg.Zeit. 180z. S. 515r6. Allein diese ganze Reise-Expedition hatte einsweilen den bekannten widri-gen Ausgang genommen. Noch zu Anfang deSJahrs 1803- befand sich unser Feodor, mit einPaar andern seiner Unglücksgefahrten, zu Athen in den kläglichsten Umständen. Endlich kam erdenn doch nach Rom zurück, und gieng daraufI 8 c> 4 - durch die Schweiz und Deutschland wirklichnach England ab. Die Aehnlichkeit seines inBlumenbaähs Abbildungen narurhiftori-scher Gegenstände I. enthaltenen, von ihm selbstin Kreidenmani» geätzten Bildnisses soll spre-chend seyn.

Feradini. S. Ferrandini.

(Nuntius), genannt degltAfflitti. Er malte anfänglich Geschichte, legtesich aber in der Folge ganz auf die Landschaft.Ungeachtet er große Meister, bie Poussin, Claude,Albano u. f. f. nachahmte, behielt er dabey immereine ihm eigene Touche, und verbreitete über seineWerke die Anmuth einer leuchtenden Farbe. SeineFiguren sind geistreich, und er verdoppelte daSInteresse seiner Landschaften, indem er Gegen-stände aus der Fabel und der Geschichte darin ein-führte. Die verschiedenen Gattungen von Bäumengab er sehr gut an. Wareler. Etwas kürzer undanders dann urthei lt Lanzi von ihm:Sein Styl"(heißt es dort II. 2. 200.^war eine Mischung vonFremdem und von Albaneschischem, die minderwahre Färbung ausgenommen. Von seiner Arbeitsieht man Vieles in verschiedenen Häusern zu Bo­ logna , wo besonders ein Dr. Balth. Pistorini 16.vorzügliche Bilder von ihm besaß, äsNach seiner Zeichnung befinden sich Blätter indem Prachtwerke der l'ombesux des krinces, de»Zrsuds Lapitaines etc. «je 1s drsude UretsAne.

Ferand, ( ) ein französischer Kupferstecher;arbeitete nach LV Leisters, u. s. w.

Ferar, ( ) von Chalons in Champagne ,

gerieth um 1780. auf den Einfall, die Mufiv-Arbeilauf eine um vieles leichtere Art als gewöhnlich inMarmor nachzuahmen, indem er anfangs dievorzustellenden Gegenstände mit dem Grabstichelauf dem Marmor verzeichnete, und sie nachgehends,mehr oder weniger, nachdem es die Schattirungerforderte, eingrub, sodann aber mit Oelfarben aus-füllte. Meusel XIV. 124.

* Ferau, Ferrari, dann auch Fanso-

nius, Fanzoni, und sogar irgendwo Fran-coni, von Faenza genannt. In Rom siehetman von ihm in St. Johann v. Lateran u. zu Mariamaggiore mehrere Arbeiten, meist evangelische Ge-schichten, von corrckter Zeichnung und schöner gutverarbeiteter Färbung, so daß sie sich, neben denWerken der Gentilschi, Salimbeni, Novara unddel Croce nicht zu schämen haben. Dann kenntman von ihm einen St. Onofrius im Dome zuFoligno , und Mehreres zu Ravenna und Faenza .Dort hörte ihn Lanzi einen Schüler der Carraccknennen, was auch zu einer gewissen Zeit seynmochte, wie z. D. seine Probatica in der St. Jo-hanns-Bruderschaft zu gedachtem Faenza beweist,welches sein beßt erhaltenes Gemälde, und Ludw.Carracci's am Aehnlichsten seyn soll. II.

2 l^g-5c>. Der Katalog von winkler führtnach ihm mehrere Blätter an; wie z. B. eine Grab-legung und einen St. Michael der den Drachenerlegt von F. Greuther; dann St. Johann in derWüste, nebst dessen Pendant, Paul der Eremite(ein schönes Blatt), und die von den glühendenSchlangen geplagten Jsraeliten; diese alle von F.Villamena.

* Ferdinand, (Ludwig und Peter. NachLvdrmg haben Marcenay, F. PoiüY und C. Ver-

2) v r