A 5 « Ferrari.
unten folgenden Ioh. Franzen von Rovigo Sohnund Schüler, geb. zu Ferrara 1663. und gest.7719. (das Lex. sagt i?lo). Derselbe versuchtesich nicht, wie sein Vater in Figuren, sondernblieb bey der Architektur - Malerey, welche er injenes seiner Manier übte, und fügte derselben eineGrandiosität bey, welche jedermanns Augen aufsich zog. Man bediente sich seiner daher häufig;wie z. B. in den Pallasten Calcagnini, Sacrari,u- s. f. seiner Vorstadt; eben so zu Venedig , Ra-venna u. a. w und er erwarb sich durch seine Ar-beiten Ruhm und Geld. Da er aber durch so vielesMalen auf nassen Kalk an der Gesundheit merk-lich gelitten hatte, und ohnehin bequem leben konnte,bekam er gegen seine Kunst allmalig einen solchenEckel, daß er in seinem Testamente seinen Sohnzu enterben drohte, wofern derselbe ein Fresko-maler werden wollte.
— — (Anton), ein Schüler von Petitot, warum 1775. Hofmaler des Herzogs von Parma.Man siehet von ihm ein ovales Gemälde in derdortigen Kapuzincrkirche. Derselbe (sagt die Hand-schrift meines sel. Vaters) ist vermuthlich ebender, welcher anderwärts Donnino heißt, und1771. den ersten Preis in der dortigen Akademieerhielt. Allein von einem solchen Anton Donninoist uns nichts bekannt.
*— — (Bernhard), ein Nachahmer von Gau--entius Ferrari. In der Hauptkirche seines Va-terorts Vigevano sieht man von ihm zwey Flügel-thüren einer Orgel bemalt. L.a»Li 11. 437.
* — — (Manch;). So wird etwa auch derim Lex. und anderswo, unter Franz Bianchi,genannt Frari , beschriebene Künstler geheißen.
II. 256.
* — — (Camillus da). S. Camillus Fi-li'ppi.
*— — (Cesar), von Este. So nennt ihn dasLexikon. Er ist aber ohne Zweifel (doch nicht ;u-verläßig) derselbe, welcher anderwärts mit bessermGrund CesarFilippi von Ferrara, ein Sohn vonCamillus und jüngerer Bruder und Schüler vonSebastian F. heißt, bald nach 1602. verstorbenwar, und weder Vater noch Bruder in der Kunstnicht erreicht hatte. Von ihm sagte sein Lands-mann Carl Bononi: Daß er wohl schöne Köpfeund Kinderfiguren in Grotesken, aber sonst nichtsGutes zu Stande brachte. Denn weder sein jüng-stes Gericht in der St. Sylvesterkirche zu Ferrara ,worinn er seinem Bruder nachgeahmt, noch dieKreuzigung in der Kirche des Todes ebendaselbst,könnten gut genannt werden. Seine andern bunt-scheckigten Zierrathen kämen ohnehin nicht in Be-tracht.
— — (Evangelist«), Maler zu Parma , ver-fertigte Zeichnungen zu den Lxitüalamla lin^ulsexoticl8 rellklita 78 l. Mrc.
* — — (Franz), der Maler von Ferrara .Ohne Zweifel derselbe, der um 1675. ein uraltes,von der Witterung verdorbenes Gemälde wiedererneuerte, das im I. 8»8- die Schuster vonFerrara, an ihrem Bethause von St. Crispin zuEhren Carls des Großen verfertigen ließen, derihnen einige Privilegien zugestanden hatte, undwelches den berühmten Reuterzug dieses Kaisersvorstellte. Fiorillo II. 213. S. unten auch Jo-hann Franz F. von Rovigo .
* — — (Franz). S. ebenfalls Ioh. FranzF. von Rovigo .
* — — (Franz Bernhard!»), war um 1775.Civil- und Kriegs - Baumeister der Stadt Mailand ;und ist wohl schwerlich derselbe Franz F. derim Lex als römischer Baumeister um 1730. erscheint,wohl aber vielleicht ein Sohn desselben.
* — — «GaudentiUs, auch Gaudenrius-Nilanese genannt, geb. rM. Andreas Scotw,
Ferrari.
Luini, Grovanone, und endlich, wie einige be-haupten, auch Peter Perugino waren seine Lehr-meister. Dieser vorzügliche Künstler vereinigte mitder Malerey auch die Kenntniß der Baukunst, Pla-stik, Optik und mehrerer andrer Wissenschaften.Die Stadt Novarra glaubt in ihrem Dome eineseiner ersten Arbeiten zu besitzen, welche im Stylund durch ihre Vergoldungen noch an die Quatrorcentisten erinnert. Eben so sieht man eines seinerjugendlichen Werke in St. Marco zu Vercelli :Die Copie eines Cartons, der die H. Anna undSt. Joseph mit etlichen andern Heiligen vorstellt;woraus zu erhellen scheint, was schon vasan be-merkt, daß er auch von Studien nach Leon. daVinci vielen Nutzen gezogen habe. Alsdann gienger sehr jung nach Rom , wo denn behauptet wird,daß er Raphael in der Faruesina und anderwärtsgeholfen, und, nach desselben Zeichnung, in denbekannten Loggie, das Urtheil Salomo's wirklichausgeführt habe. So viel ist gewiß, daß er einegrößreManier im Zeichnen und ein schöneres Coleritvon Rom nach Haus brachte, als seine Mailandkihn nicht lehren konnten Lanzi (II. 429.), in-dem auch Er unsern Gaudenzio unter diejenigenGehülfen von Raphael zahlt, die sich dem Penndel Vaga und Jul. Romano am meisten genäherthätten, fährt dann also fort: »Auch Er hatte eineerstaunenswürdige Kühnheit in den Ideen, undwar besonders einzig in der Kunst, die Majestätdes göttlichen Wesens, die Geheimnisse der Reli-gion, und Empfindungen derjenigen Frömmigkeitauszudrücken, von welchen er selbst in solchemGrade durchdrungen war, daß ihn die Synode vonNovarra exirniö piurn nannte. Das Starke warsein Hauptvorzug; nicht daß er sich desselben be-diente, das Muskelspiel hoch cmporzutreiben, wohlaber auserlesene Stellungen, besonders für dasSchreckliche zu wählen, wo sein Gegenstand sol-ches erforderte." Seine schönsten Arbeiten wer-den, zum Theil noch heut zu Lage, in Mailand bewundert. So z. B. in Madonna di St. Celsoseine Taufe Christi ; in der alten Kirche von St.Georg ein büßender Hieronymus; ehemals mMaria dalle Grazie, jetzt in Paris , sein St. Pau-lus , unter dem Namen 8. kuolc, 6, Osullenriobekannt, in 1542- wetteifernd mit Titian gemalt;eben daselbst eine Leidensgeschichte, leider! gegen-wärtig fast ganz von der Feuchtigkeit verdorben;bann eine Magdalena, und noch mehr eine GeburtChristi, im Erzbischöflichen Pallaste, von welchendie letztre sich durch Raphaelische Reinheit desStyls und lombardische Kraft der Farbengebungauszeichnen soll; dann, in sehr erhabnem Style,in St.^ Ambrosia eine Madonna mit Johannesdem Täufer und St Bartholomäus; und, vorAllem aus, seine zwey letzten Gemälde (er starb1550.): Ein Abendmal in der Kirche der Passions-brüder ebenfalls zu Mailand , und seine Kreuzi-gung in Darallo, welche Gcaramuzzia (linerrepenslli Italiuni p. 146.) nicht genug bewundernkann. Fiorillo II. 400—402. Lanzi hienacbst(I. c.) welcher einige der besagten Gemälde an ganzandre Orte stellt, rühmt dann noch besondersdiejenigen von ihm, die sich in der Kirche St-Christoph zu Vercelli befinden, und, nebst diesemHeiligen, verschiedene Auftritte aus dem LebenChristi, und andre aus der Geschichte von St.Magdalena vorstellen sollen. Hier, meint er, st»Ferrari Raphaels Grazie und Schönheiten ziem-lich nahe gekommen: Vortrefliche Köpfe; Engel*chen, eben so angenehm in den Formen, als geist*reich in den Bewegungen, u. s. f. Mit alle demist es acht ultramontanische Uebertreibung, undschon von Scanelli gerügt worden, wenn Lo*mazzo ihn unter die sieben berühmtesten Malerder Welt zählt; und vollends ärgerlich, wenn erzu seinem Behufe den großyn Anton Allcgri ausdieser unnützen Zahlung wegläßt, um — mandenke! — Eaudenzio's Kuppole von St Mariadi Sarono vor Correggio's seiner zu Parma denVorzug zu geben; da nian doch, wie Lanzi (I. c-)bemerkt, an der erstem noch wirklich einige Spuck"