Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
353
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Ferrari.

des alten Skyls mehrere Härten, allzu sym-metrische Stellungen, Gewandsfalten alla Man-tegna, nebst der frühern seltsamen Gewohnheitantrift, bisweilen eine Figur, oder eine Pferddeckeu. d. gl. von Stukko anzukleiden und zu überma-len. Noch findet sich in dem Kloster zu Veralto,an der mailandischen Gränze, ein Beweis seinermannigfaltigen Talente: In einer Kapelle nämlichBildhauer- Arbeiten, die auf den Passion Bezughaben, und zugleich mehrere Frcskogemälde vonseiner Hand; neben Anderm eine Kreuzigung, eingroßes überaus lebhaftes Werk, das durch dieMenge der Figuren, die mannigfaltigen Kleidun,gen, das Gedränge von Kriegern, Pferden (welcheer namentlich meisterhaft malte) u. s. f. einen be-sondern Eindruck macht. Landen l. c. Bemer-kenswert!) ist es, daß nach einem so ausgezeich-neten Künstler, unsers Wissens wenigstens, zweyeinzele Blätter: Eine Geburt Christi (schon vonAlters her im Königl. franz. Kabinette, und so-mit von der oben erwähnten zu Mailand verschie-den) von I. B. Poilly, und ein Pfingstfest, von.F.Hortemels (beyde für die Galerie von Crozat ge-stochen) bekannt sind Eine Nachbildung des erstenBlattes, nebst einer Beschreibung des (vortreflichen)Gemäldes findet sich bey Landen (Annal. IV.

103 - 5 .

* Ferrari, (Gregorius de). Geb. zu Porto-Maurizio i6^. »Ihn unterrichtete" (sagt Lanzi(II. zozg.) Sarzana nach Grundsätzen, die demGenie seines Schülers nicht angemessen waren, dervon Natur nach Freyerm und Größerm strebte.Hierauf gieng er nach Parma , wo er die Werkedes Correggio studirte, und von desselben berühm-ter Huppei eine sehr fleissige Copie machte (welchespäterhin von Mengs gekauft wurde) und kehrtedann iu sein Vaterland als ein ganz andrer Mannzurück. Immer blieb Allegri sein vornehmstesMuster; nicht selten stellte er denselben in seinenKöpfen und in einzelnen Figuren recht glücklich dar;doch niemals im minder überlegten Ganzen, undeben so wenig im Colorite, das zumal in seinenFresko - Arbeiten ziemlich matt erschien. SeineZeichnung war, etwa seine beyden Tafeln beyden Theatinern von St. Pietro d'Arena ausgenom-men, meist fehlerhaft, und in Verkürzungen undFaltenwürfe gezwungen. Mit alle dem besaß ernoch Eigenschaften genug, um zu gefallen: Baldimmer angenehm launenhaft und neu, war er einstarker, saftiger Coloriste in Oel, besonders in derKarnation. So z. B. in seinem St. Michael allaMadonna belle Vigne ebenfalls zu Genua ; undgieng er diesfalls überhaupt gleichen Schrittes mitdenjenigen Venetiancrn, bey welchen Geist undgute Färbung die Zeichnungssüuden bedecken muß.Erwürbe viel zu Turin und Marseille gebraucht,doch mehr noch in seiner oftermeldten Vaterstadt,

mehrern Pallästen, und besonders im Hause-salbi, wo indessen so viele große in-und auslän-dische Meister (in Vergleichung mit diesen) ihm be-ständig Krieg machten." In einem andern dorti-gen Pallaste, Brignolo (Palazzo Rosso genannt)dann, befinden sich einige Decken von ihm, welchevon den Gebrüdern Hafner mit Perspektiven ge-liert sind. Er starb zu Genua 1727.

* (Horaz de), geb. 1606. Durch Ver-mittelung des Prinzen von Monaco erhielt er denOrden St. Michael. Für erwähnten Prinzen son-ohlals für s.VaterstadtDoltri malte er sehr viel. Seinebeßten Werke befinden sich in der Kirche St. Bar-toloineo degli Armen! und im Oratorium von St.Eirus (zu Voltri oder zu Genua ?) worin (beson-ders in einem Abendmal an letztrer Stelle) nochletzt jene Lebhaftigkeit der Farben herrscht, welchedurch ein eigenthümliches Talent fast alle ligurischenMaler erlangt hatten Er war ein guter Fresko-und noch besserer Oelmaler. Lau-st II. 2. 323.

(Johann). So nennt das bisherigeSupplement des Lex. einen Baumeister zu Parma ,

Ferrari. 353

Schüler des Ritters Petitot, Professor der dortigenAkademie, um 1765.

* Ferrari, (Johann Andreas), der Malervon Genua , geb. 1598 Die matte Manier seinesersten Meisters Castelli bemerkt man ein wenig infeinem St- Theodosius auf einem Altarblarre derKirche Giesu zu Genua . Oefterer aber war erein guter Nachahmer seines zweyten Lehrers,Strozzi; wie z. B. in seinem Christ in der Krippeim Dome zu Genua , und (in einer Kirche zu Voltri )in der Geburt der H. Jungfrau, welche voll Figu-ren seyn soll, die zu leben scheinen Er war wenigbekannt, und Sopran, lobt ihn fast unter seinemVerdienen. Immerhin gehört er zu den Ersten unterden Genuesern. Auch war er Lehrer von I. B.Carbone, dem vorzüglichsten Bildnißmalcr zu Genua ./.Er II. 2. 320. Dann heißt es von ihm beyFierille II. 887.: » Seine beßten Werke werdenin den Kirchen St. Christinn und St. Bernardusalla Foce gewiesen; in letztrer sein St. Peter, zumApostelamte berufen. Zu Recco befinden sich vonihm die Bildnisse dreyer Bischöfe, worauf er viel-leicht die meiste Anstrengung verwandt hatte."Dieser Künstler nahm den geistlichen Stand an,um der Kunst freyer obzuliegen, und dem Unge-stüm», seiner Verwandten zu entgehen, die ihn zumHeirathen nöthigen wollten.

Einen andern Künstler die-ses Namens, welcher eine Akademie in Ferrara errichtet habe, nennt Fierille im Register zumzweyten Theil seiner Geschichte, und weist dortauf S. 664. wo wir aber nicht das Geringste auffin-den konnten.

* (Johann Franz oder Franz). Der-selbe, der im Lex. unter dem Art. Johann Fran-zen des Bildschnitzlers erscheint, und nicht un-wahrscheinlich auch mit dem oben erwähnten FranzF. Eine Person, da sie auch beyde Ein Geburtsjahr(1632.) haben. Nach Lanzi (II. 2 266.) warder unsrige geb. zu Rvvigo; lernte Anfangs beyeinem französischen Künstler Figuren malen, nach-her aber wurde er unter dem Bolognesen, GabrielRossi, ein geschickter Zierrakhen- und Architektur-maler, den er zwar in der Grandiosität nicht er-reichte, dagegen aber in einem starken, dauerhaf-ten Colorit, und jenem Relief übertraf, das indieser Kunstgattung so angenehm ist. Redendemkennt man auch ziemlich gute historische Tafeln vonihm; wie z. B. die Disput von St. Cnillus, undden vom Elias Heruntergebeten Regen in der St.Paulskirche, u. s. f. bey den Karmelitern undin St. Giorgio, Alles zu Ferrara Indessen bliebdie Architekturmalerey immer seine Hauptsache.Dann arbeitete er auch für die Theater, in ver-schiedenen italienischen Städten sowohl als zu Wien in Diensten Kais. Leopold I. welche er aber Ge-sundheits - Umständen wieder verlassen mußte,und nach Ferrara zurückkehrte, wo er eine Schulehielt, und in 1703. dort verstorben war.

(Joseph), Gregors jüngerer Sohn,

ein Priester und ebenfalls Maler, der aber sein«Kunst allein auf Ausbesserung schadhafter Gemäldeverwandte. St. ,763. dl. L. II. n?.

* (Lorenz), ein Abbate, Gregors

(nicht Georgs wie ein Druckfehler im Lex. sagt)älterer Sohn, geb. zu Genua 1630. «Derselbe"(sagt Lanzi II. 2. 337 .) »hatte viel von demrömischen Styl, obgleich er in Genua erzogen war;einer der lieblichsten Maler seiner Schule; gleichdem Vater ein Nachahmer der Grazie und der Ver-kürzungen des Correggio ; aber korrekter als jener,und dabey ein geschickter Zeichenmeister. Um in-dessen zart zu seyn, fiel er bisweilen ins Matte,so daß, wenn er an der Seite lebhafter Coloristen(wie z. B- >m Pallaste Doria bey St. Matthäi), nebenCarloni erscheinen sollte, er sich gezwungen sah,seine Tinten zu verstärken, wo sie alsdann wirk-lich wie Oelfarbe erschienen, und keinem Andernweichen durften. Freskomalerey war übrigens seine