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meines sel. Vaters einen Maler (ob den Finso-m'us des Lep. ist mir unbekannt), nach welchemI. Cundier das Dildniß des Ersten PräsidentenWilh. du Vair gestochen habe.
Finst errvalder, (Jgnaz), ein Stukkatur-Arbeiter zu Augsburg um 1770- wo er sich beson-ders durch Architektur berühmt machte. VonSrerren S. 444 -
— — ( ). So nennt Mensel I einen
um 1778. zu Frankfurt üm Main lebenden Glanz-vergolder, der aber auch erhobene Figuren in einerMasse verfertigt habe, welche in der Dauer sogut, wie Bildhauerarbeit war. Ob er etwa mitobigem Finfterrvalder Eine Person seyn dürfte?
Flore, (Colantonio, d. i. Niklaus Anton del).St. 90. Jahr alt. Doniinici steht noch an, obeinige ihm zugeschriebene Gemälde nicht vielmehrArbeit seines Meisters Simon seyen, was, wieLanzi l. 582. bemerkt, so viel sagen will: DieNeapolitanische Schule habe überhaupt nur sehrlangsame Fortschritte gemacht. Wie dem aber im-mer seyn mag, so kenne man eines für Fiore'ssichere Arbeit, das sich noch dazu von seinem 82.I. (1436.) datire,-und voll Wahrheit sey; näm-lich eben sein schon im Lex. (etwas verschieben) an-geführter Hieronymus, der seinem Löwen den Dornaus dem Fusse zieht, und sich gegenwärtig in derSakristey von St. Lorenzo befinde, wo es von allenFremden bewundert werde. Asch vortheilhafterspricht von diesem Künstler Fiorillo (ll. 758—59 )der sein Geburtsjahr in 1332. und sein Leben auf92. I. setzt. Da heißt es: „Durch ihn blühtezuerst die Kunst im Königreich Neapel zum höhernFlor empor; denn mit ihm verschwanden endlichdie Uebcrreste des Mittelalters, jene Härten, schar-fen Umrisse der Figuren, goldene Felder, steife undleblose Stellungen, und jene dunkclgefärbte, allerWeichheit entblößte nackte Körper. Er bemühtesich, seinen Figuren und Gründen eine verhaltniß-mäßige, perspektivische Verkleinerung zu ertheilen,und studirte die vor ihm allgemein vernachläßig-ten Regeln der Harmonie und des Helldunkels."Daß er der erste Oelmaler seiner Schule gewesen,glaubt Fiorillo nicht, sondern daß diese Ehre viel-mehr seinem Lehrer, Mr. Simon, und dann demGennaro di Colla zuzuschreiben sey. Und endlichführt er von ihm, nebst seinem berühmten Hiero-nymus (als eben so zuverlässig , mit seinem Namenund der Jahrzahl 1375. bezeichnet) ein IN Oel ge-maltes Werk seiner Jugend an, welches für dieKönigin Johanna I. verfertigt wurde, und den H.Anton den Abt vorstellt; so wie ein zweytes aufBefehl der Königin Johanna II. ebenfalls in Oel ausgeführtes Gemälde, das sich gegenwärtig inder Kirche von St. Maria nuova befinde. Auf dem-selben sieht man die H. Anna und die H. Jungfraumit dem Kinde im Schooße, nebst der H. Barbaraauf der einen, und St. Anton den Abt auf derandern Seite. „ Gewiß'' (sagt Fiorillo, der unshier fast ein wenig zu lächeln zwingt) „behielt erhier nur auf höhern Befehl einen goldenen Hinter-grund bey ; dagegen uns das liebliche Colorit derFiguren, und die anmuthige Verschmelzung nochjetzt in Erstaunen setzt."
* Fiorenrino, (Anton), der Bildhauer.Dieser Künstler dürfte mit Anton Filarere EinePerson seyn.
— — (Anton und Niklaus). S. Mclausda Eagli.
— — (Dominikus), der Kupferstecher, wel-cher im Lep. unter dem Art. des Bildhauers Domi-nikus de Philipps Barbiere erscheint. DasMehrere von ihm s. theils im Lep. selber, theilsoben, unter Dämmn oder Dominikus Bar-biere. Hei necke tJachr. I 412. 13. und 16.führt nach ihm ein Grupp verschiedener Heiligen(darunter Petrus und Bartholomäus) nach Mich.Angelo, aus dessen jüngsten Gerichte (in größer»»
Forillo.
Und kleinerm Format) und dann 2s. anatomischeFiguren, nach eben diesem Meister (beydes wiewir glauben sehr schwankend) an. S. winkler s. v.Dom. öarbieri. Auch Er war zugleich Bildhauer,aber eben nicht mit dem Dominikus de Philippszu verwechseln.
* Fiorenrino, (Jakob). Die beyden Blät-ter, welche Buonasonc nach ihm gestochen hat,sind: Die Geburt der H, Jungfrau, und: Po-mona, welche dem Apoll ihre Früchte darbietet.
— — (Julius). Von einem solchen, vielleichtunter einem andern bekannten Namen, jetzt vor unsversteckten, Maler findet man in der Sakristey znSt. Stephan in Bologna , einen sehr fleiffig aufHolz gemalten H. Johannes in der Wüste. Mc.
* Fiori, (Cäsar). Ein Verzeichniß meines sel.Vaters führt nach ihm ein Dutzend Blätter, mei-stens Bildnisse, darunter drey s ohne Namen desStechers an, welche rubrizirt sind. 1.) 4 an Ocpra Visuü 5vut torse Uuva tucl -gmbassaäeur <le8iam. 2.) Oc Lslluju liaja lVlaitri Op-putuä. g.) I-rn Oc 8crivi 8arauchn trituü. Aus-serdem: Herculs, Jupiter, Oisns ctc. Lonelu-sion, von Agnello, u. s. f.
Forillo, (JohannDominikus), geb. zuHaur-burg I? 48 . studirte die Malercy schon um I 75 S-auf der Akademie zu Bayreuth , alsdann um 1761.zu Rom unter Battoni und Bottani, und um 1765.unter Vittorio Bigari zu Bologna , wo er zugleichbey Ercole Lolli Anatomie, bey Andern Architektur,Perspektiv u. s. f. hörte. Dort erhielt er in denJahren 1765-63. verschiedene Preise, und ward1769. Mitglied der dasigen Clementinischen Aka-demie- In demselben Jahre kehrte er nach Deutsch land zurück, und hielt sich eine Weile am Chur <Brauuschweigischen Hofe, wo sein Vater die Kapell-meister-Stelle bekleidet hatte, als Geschichtsmalccauf. Im I. 1731. kam er nach Göttingen , woihm 1784- die Stelle eines Zeichenmeisters und Auf-sehers der Kupferstichsammlung bey der dortigenUniversitätsbibliothek aufgetragen wurde. Im I.1783. sah man von ihm ein für ein Kabinet zuLübeck bestimmtes Gemälde von acht halblebens-großen Figuren, welches die Auslieferung derBriseis in dem Augenblick darstellt, wo Achilles den beyden Herolden die schöne Gefangene einhän-digen läßt. Eine Beschreibung desselben s. i»Mensel« Mlscell.XIX. n—13. wo es davon,neben Anderm, heißt: „Das Stück ist in Homers Sinn und Geist verfertigt, und mit einer gelehrtenGenauigkeit in Aufsuchung des Cosiume, die unterKünstlern selten ist, ohne daß er sich jedoch aus zusklavischer Bedenklichkeit dasjenige versagt hat,was malerisch schön und der Kunst günstig ist. Sosind z. B. wirkliche Zelte vorgestellt; wiewohl manweiß, daß das Lager der Achiver aus bloßenBaracken und Hütten bestand," u. s f. Ebenfallsin ermeldten Miscell. X V. 133 wird von ihm ge-sagt: Er zeichne sehr fleiffig und delikat. Was in-dessen diesem würdigen Mann noch weit mchrerngerechten Ruhm erwarb, waren seine nun zwanzig-jährigen Bemühungen um die Förderung gründ-licher Kunstkenntnisse, hauptsächlich vermittelst derGeschichte derselben. Schon in 1735. gab er eineneue Ausgabe der 8ati,a llella kittura des Sal-varor Rosa mit seinen Anmerkungen (8- Gölting )ans Licht. Späterhin (Ebend. 1791.): Ueber dieGroteske, als Einladungsblätter zu Vorlesungenüber die Geschichte und Theorie der bildendenKünste. Dann mehrere Aufsätze in verschiedenenJournalen. So z. B. in der Bibliothek der al-ten Litteratur und Runst (ll. 114—26.) übereine Stelle des Plinius Hist. Xamr. XXXV. ch-Dann in den Meuse Ischen Miscell diejeni-gen Aufsätze, welche mit 4, . . 0. bezeichnet sind,wie ; B. über Raphael, und der Brief nachItalien von deutschen Lüttsten. Hauptsäch-lich aber gab er seit 1798—1805. die drey erstenTheile seiner Geschichte der zeichnenden Bunste