Fontana.
von fast unglaublicher Zahl und Umfange. Mitalledem blühre ihm zu Rom kein dauerhaftes Glück.Bald nach demAntritte der Regierung Clemens Vlll.wurde ihm auf einige »»glimpfliche Zulagen hin,als hatte er der Baukasse nicht getreue Rechnunggehalten, seine Stelle abgenommen; er erhielt abergleich nachher von dem Vicekvnige Grafen vonMiranda einen neuen ehrenvollen Ruf nach Nea pel , welchem er, mit dem Titel eines KöniglichenBaumeisters und Großingenieurs (1592.) folgte.Auch hier erwarb er sich durch eine Menge archi-tektonischer und hydraulischerArbeiten neuen Ruhm,den er, nach Milizia's fürdauerndem Urtheil dochjmmer besser durch die letztem als durch seine Bau-ten verdiente, welche meist mehr die Menge durchihre Größe, als den achten Kenner durch ihreSchönheit in Bewunderung setzten. „Seine Er-findungen waren allerdings grandios, und er wirdimmer auch unter den eigentlichen Baumeisterneinen ausgezeichneten Platz verdienen. Aber (unddies waren seine Hauptgebrechen) fast niemals be-hielt er den Ordnungen ihren eigenthümlichen Cha-rakter bey, gab ins Trockene und Dünne, undwiech überhaupt wenige Mißbrauche der Baukunstseiner Zeit aus." Man kennt nach ihm, neben demim Lex. Angeführten, noch Verschiedenes gestochen.Eben auch, die Aufrichtung des berühmten Oberliskes betreffend, Blatter von I. Guerra, undandre von I. Rinaldj, welche mit dem obigenHauptwerke wohl nicht zu verwechseln find; dieFa^ade des Konigl. Pallastes zu Neapel , von A.Magliar; dann die H. Stiege, die Kirche St.Trinita di Monti, die Fontana bell Acqua felice,u. a. nach Uns unbekannten Meistern Er starbreich und geehrt in Neapel , wo sein Sohn, Seb.Jul. Cäsar, ihm in einer von ihm selbst gebautenKapelle ein seiner würdiges Denkmal stiftete. Look.Füßli III. 264—75. und s'^r§Evi//e Vies äesÄrckitecCes I. igo—6z.
* Fontana, (Dominikus Maria), geb. zuParma . Die Anfangsgründe seiner Kunst lernte erin der Schule zu Bologna , und arbeirete nachseiner eignen Erfindung sowohl als nach Andern.Aost III. 195. der ihn aber seltsam mit dem obenangeführten Baptist« vermischt, daher auch seinGeburtsjahr wohl um sechszig Jahre zu frühe(> 54 o.) ansetzt, und ihm offenbar lauter Blatterzuschreibt, welche dem erstem gehören; etwa:Die Flucht in Aegypten , in einer bergigten Land-schaft ausgenommen. Dann sind hingegen, zu-folge andern Nolizzen, wohl zuverlaßig von ihm:Eine Kreuztragung nach D. Campagnola, Moses mit den Gesetzestafeln nach F. Mazzuoli, und diebüßende Magdalena nach F. Danni.
Basarr verwechselt wohl das etwanige Todesjahrdieses Künstlers mit seinem Geburtsjahr, wenn erletzlres in 167z. setzt.
— — (Felix Ferdinand de), geb. r?zc>. gest-1805. Ritter. Dieses großen Naturforschers ge-denken wir hier einzig deswegen, weil derselbe dieKunst, anatomischeWachspraparate zu verfertigen,ju einem hohen Grad der Vollkommenheit gebracht,und schon für den Kaiser Joseph II. seither auchfür den Kaiser Napoleon, und für die Universitätzu Montpellier dergleichen besorgt hatte, welche,nach der in Florenz errichteten Sammlung, unterseinen Augen ausgearbeitet wurden, wmkelhau-sen, und Oeffenrl. Blätter.
* — — (Franz), Carls Sohn,^ dessen das°ex. unter dem Art. seines Vaters Erwähnung thut,kömmt uns etwas apokryvhisch vor, da MiliziaSa»z von ihm schweigt, und hingegen, gleich dem
zwey seiner Neffen seine Schüler nennt. Nebendem dort angezeigten Blatte von Wesierhout, sollsonst auch A. Cpecchi die Faeade der Douaneiu Rom nach diesem Franz gestochen habe», (l^c.
* — — (Gerard). Sein Blatt nach Caldarastellt die Anbetung der Hirten vor. 6mrck/iüri.
* — — (Hannibal). Er arbeitete auch als
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Goldschmied und Kunstgießer. Der Kirche St.Maria bey St. Celso zu Mailand , wo er begrabenliegt, hinterließ er seine und verschiedener anderergeschickter Künstler Zeichnungen von Köpfen, Hän-den, Füssen , Vögeln, Anatomien, Geschichten,u. s. f. die in zween großen Bänden in der Sakristeydieser Kirche aufbehalten werden. Mw.
"Fonrana, (Hieronymus), ein Bruders-sohn Carls, dessen das Lex unter dem Art. desletzter» Erwähnung thut, der denselben in seinerKunst unterrichtet hatte. Don ihm sind die Fa- adedes Dohms zu Frascaki, und der dortige Brunn,welche Milizia II. 29z. sehr mittelmäßiges Zeugnennt. Er starb noch jung.
* — — (Horaz ), blühele um i54o. Derselbewar der erste, der die Kunst, Fayence tMajolica,von Majorka, wo diese irdene Geschirrart erfun-den ward, also genannt) zu malen, auf einen sol-chen Grad der Vollkommenheit brachte, daß sie(wie Lanzi l., M. meint) in Absicht auf Glasur,Figuren (Malerey?) und Formen alles übertraf,was das Alterthum von dieser Art aufzuwei enhatte. Seine Kunst übte er an mehren. Orten desKirchenstaats, vornamlich aber zu Castel DurantS(jetzt Urbania ), wo sich eine leichte, und hiefur be-sonders taugliche Erde fand.
— -- (Johann), der Aelrere, Bildhauer undBaumeister von Vicenza , baute um 1540 den öffent-lichen Pallas! der Stadt Udine . Derselbe wird fürden Lehrmeister des Andreas Palladio gehalten.
^ — — — der Jüngere, Bruder des
Dominikus. Nach seiner Zeichnung war, wieman glaubt, der Ballast Giusiiniani noch leident-lich genug (wie Milizia II. 97. sich ausdrückt',erbauen worden. Inzwischen war, noch weit mehrals seines Bruders Hydraulik seine Hauptsache. Soreinigte eb z. B. dieTyber bis Ostia : brachte Wassernach Civita-Vecchia und Veletri; führte die AcquaAigida in die Villen Belvedere und Mandragone,und vertheilte solches sinnreich an die anmnthigstenBrunnen; restaurirte die alte Wasserleitung des Au-gustus, und leitete die Acqua di Bracciano dahin,welche jetzt, gleichsam stromweise aus fünf Mün-dungen auf St. Pietro di Montorro sprudelt, woer die bekannte grandiose Fontäne anbrachte.Dafür aber schienen die dünnen jonischen Säulendaran, auf ihrem trockenen Fußgestelle, die schwereAtticke darüber nur mit Mühe zu tragen. Endlich,als er von dem Pabste nach Ferrara und Ravenna gesandt wurde, um daselbst mit dem Po - Betteund andern -Wassern, welche in diesen Gegendendie größte Verheerung anrichteten, allerley Verän-derungen vorzunehmen, fiel er dort krank, mußtenach Rom zurückkehren, und starb. Nach ihm(nicht nach Dominikus , wie das Lex. unter demArt. dieses letzter» sagt) hat Svecci die Fontanafeliee gestochen, die sich bey Bonnani (öl. ?. k.p. 404.) findet.
— — (Johann Anasiastus), ein Baumeistervon Assist. Derselbe hat auf eine künstliche Weiseden ,730. sehr beschädigten Glockciuhmm der St.Peterskirche zu Perugia wieder zurichte und festgemacht. Sa/ani.
— (Joseph). Er, oder ein andrer diesesGeschlechts und Namens, arbeitete um 1709. mitseine» Söhnen in der Gießkunst. M-c.
— — — — Noch ein dritter Joseph wirdals Kupferstecher genannt, von welchem man dasBildniß des Kardinals von Bouillon, E. T. deTour kenne.
* — — (Lavinia), Tochter des nachfolgendenProsper's. Sie kam nach Rom unter der Re-gierung Clemens Vlll. und arbeitete theils für diePäpste, theils für die ganze Familie der Buoncom-pagni. (Fiocillo ll. 498 -> Einige Gemälde vonihr, sowohl zu Rom als zu Bologna sind, was das
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