Band 
Zweyter Theil [1].
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376
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376 Forli .

dem von Manwgna und der Paduanischen Schuleam meisten; wohl gebildete, schön colorirte Figuren,voll lebhafter Regung, alle in Verkürzung , und soangebracht, daß ihnen Licht und Schatten einevvrtrefliche Rundung geben; die Hauptfigur vollWürde und Größe, in dem sie umschwimmendenweiffen Gewände; ein feiner, fleiffiger, graziöserPinselstrich in allen Theilen. Es ist zu bedauern,daß die Geschichte die Nachrichten von den erstenStudien dieses seltenen Künstlers, welche er offen-bar nach den Antiken machte, nicht besser aufbe-wahrt hat. In Forli zeigt man noch die Fa^adeeines Hauses mit Arabesken im beßten Style be-malt, und über der Thüre die Hauptfigur einesApothekers, der seine Droghen mörselt, welcheihm zugeschrieben wird. Vielleicht war auch derFranz diMirozzo da Forli , von welchem va-sari sagt, daß er in der Villa Jmperiale der Her-zoge von Urbino gearbeitet habe , kein Andrer, alsder unsrige.'' Dagegen glaubt Lanz, daß ein drit-ter, im Leben der Ferraresischen Künstler vorkom-mender Marc Ambrosius, Melozzo di Fer-rara genannt, welchem man dort ebenfalls dieErfindung der Verkürzungen zuschreiben will, nichtmit ihm zu vermischen sey.

* Forli , (Wilhelm). So viel man weißt, derälteste Maler zu Forli . Seine ehemalige Fresko-Arbeit bey den Franziskanern ist dort nicht mehrersichtlich, und ein Kruzifix in der Kirche, dasfreylich ebenfalls von einem Trecentisic herrührt,von einer ganz unbekannten Hand. I,a»Lr II. 2.52.

* F 0 rmeIl 0, (Donat da), gebürtig von For-melle» , einem Lehngute der Herzoge von Bracciano .Derselbe starb unter dem Pontifikate Gregors XIII.Er hatte die Manier seines Meisters Dasari merk-lich verbessert, wie man solches an einigen Ge-schichten St. Peters an einer Stiege im Vatikan ersehen kann; in dem Stücke besonders, wo dieMünze in einem Fischmaul gefunden wird.

I. - 157 -

Forment, (Dominikus), eingeschickter spa-nischer Baumeister und Bildhauer von Valenza.Don ihm ist die ganz alabasterne Farads der KircheSant' Engrazia zu Saragossa , mit vier Säulen-ordnungen, und über lebensgroßen Figuren in denNischen derselben angebracht. Ferner ein Basreliefin der Kathedrale zu Huesca , an welchem er von1520-zz. gearbeitet hatte. AMÄa (. ters.)

IX I. Z>8.

* F 0 rmentr 1, i, ( il). So nennt Lanzi

II. 222. dem Ouicla cll Drsscia zufolge einen Land-schaftsmaler des XVIII. Jahrh, welchem Marche-sini die Figuren gemalt habe, und der somit schwer-lich mit dem Thomas Formenri oder Formen-tino des Lex. zu verwechseln seyn dürste.

* Formschn eider; ein Beyname von Hie-

ronymus Andrea. Unger nennet ihn Hoelzer,das Lex. Rösch. S. oben Andrea.

* Fornaceriis oder Fornaseriis. S.Fournier-

* Fornari, (Anselm oder Simon de). Wirvermuthen, der erste Ranft (den ihm Rarri giebt)sey der richtige, der zweyte hingegen durch Veö-unschung mit dem nachfolgenden Maler dieses Na-mens entstanden. Der unsrige war von Tortona gebürtig, und lebte 1500. S. auch Andr. undEl. Rocca.

(Simon), auch Moresini genannt,

«in Maler des XVI. Jahrh. geb. von Reggio . Inder dortigen Kirche von St. Thomas sieht man vonihm Arbeit, welche derjenigen der beyden Franciagleichet, und schon oft für solche gehalten wurde.

II. 257.

Forn 0, (Anton di). So nennt rslicolai einenitalienischen Baumeister, der um iL8o. die FestungPeitz angelegt habe,

Förtin.

Forsmann, (G. A.), ein junger, nicht un-geschickter Kupferstecher, der auch mit dem Grab-stichel sehr fleissig in Perlenmutter arbeitete, geb.zu Hamburg 177z. wo er 1794. lebte. Hamb.Runstlernachr. S. 104.

(A. M. S.), geb. Meyer, des Obi-gen Gattin seit i? 93 - ebenfalls Künstlerin. Ebend.

Forst, (Johann Hubert Anton), geb. zu Ber­ lin 1756. lernte bey dem damaligen HofmalerBoehme die Miniatur- und Porzellan - Malcrey,und arbeitete unt 1739. als Maler in der Königl.Porzellan - Fabrike Landschaften und Prospekte,Schlachten nach Rugendas , und Gesellschaftsstückenach Watteau und Lancret. Meusel II.

( ) Sohn, wird irgendwo als ein,

leider! mittelmäßiger Landschaftsmaler an derPorzellan-Fabrike zu Dresden ums I. 1305. ge-nannt.

Förster, (Joachim), ein Goldschmied zuAugsburg , blühet« in dem XVI. Jahrhundert.Er hielt sich lange Zeit in Italien und in Frank­ reich auf. Man kennt von ihm Bilder von Goldund Silber, von Sterten S. 466.

(Johann Martin), Kais. Rath, Bam-berg - und Würzburg . Mnnzrath und Generalwar-dein des fränkischen Kreises zu Nürnberg , borkgeb. und lebte daselbst 1778. Von ihm kannte manvornämlich seine Schaumünze auf den Hubertsbur-ger - Frieden. Bis 1764. war Er es, der als da-maliger Nürnbergischer Muuzmeisier, bey Einfüh-rung des Konventions-Münzfusses, für den Frän­ kischen und andre Kreise sämtliche große und kleineMünzsorten in Gold und Silber ausprägen, unddie geringhaltigen mit der bekannten Inschrift:I.6AS vlnillcs umprägen ließ. Auch in der Schei-dekunst besaß er große Fertigkeit. Mensel I.

( ) ein geschickter Peitschaftstecher

zu Diessenhofen im jetzigen K. Schafhausen, um1790. AF§c.

Fort, ( le). Nach der Zeichnung eines Künst-lers dieses Namens hat Audoin für das XXIX.Heft des lVlusee stan^ois das vvrtrefliche Blatt:Rspksel et son Maitre ü'^rmes nach Raphatlgestochen.

Forre, (Fr.), ein Maler von Correggio ; ar-beitete für die Kirche St. Barnabas zu Modena ./ÄAa-rr.

* Fortennagel, (Lucas), Luthers Bild-Nlß vor Hofmanns Nemoria Lseculsris war vonunserm Künstler 1546. nach des Reformators Todegemalt. Mn.

* Forti, (Jakob). In Fresko bemalte er (umi 485 -) Fa<;aden von Häusern zu Bologna gemein-schaftlich mit seinem Lehrer Zoppo, und in derManier desselben. In der Sammlung Malvejftdaselbst sieht man eine Grablegung der H. Junstlfrau welche ihm zugeschrieben wird, und aber (stwie noch manches von dieser Zeit in Bolgna)den damaligen Fortschritten, welche die Kunstanderwärts in Italien machte, nicht entspricht-L-MLr II. 2. i8>

( ). So wird irgendwo ein Künste

ler genannt, der nach D. M. Canuti einen Sch»^engel gestochen habe.

Forcier, ( ) Kupferatzer zu Paris , arbei-

tete an den Blättern, welche L Landon zu de"Vies et Oeuvres cles keintres le plusäs toutes les ecoles. 4. ksris iZOZ. in einfach^Umrissen, ans Licht gab.

Fsrtl'i, ( ). Und so ein Andrer, voll

welchem man (wie wenig!) zwey Blätter LoillettenEntwürfe aus F. Chereau's Verlage kennt.

Forrin, ( ) ein französischer Bildhauer'

Mitglied der ehemaligen Königl. Akademie oe