Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
385
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Franco.

andre Bahn zu betreten, als die der bloßen Natur,und daß der Geschmack des Michael Angelo beyihnen Eingang fand. Franco ist also als einer dervornehmsten Vereinigungspunkke des römischen Ge-schmacks, so wie Porta des florentinischen, mitder Venetianischen Schule zu betrachten. Zu Rom zeichnete er die antiken Denkmäler, Statuen, Bas-sorilievi u. s. f. mit der Absicht, sie in einem eige-nen Werke stechen zu lassen, woran er aber durchden Tod verhindert wurde." Dann liest man beyLanzi >- 474 - und II 14142. über ihn:Francowar Venetianer von Geburt, und Florentiner vonStyl. Er kam sehr jung nach Rom , wo ihn dieGröße von Michael Angelo bezauberte. Dort so-wohl als zu Florenz copirte er Alles, was vonGemälden , Zeichnungen und Sculpturen dieseswunderbaren Kunstlichts zu sehen war. Wie viel-mal er bloß die ungeheure Maschine seines Welt-gerichts gezeichnet und gemalt habe, ist bekannt.Dadurch wurde er selbst ein treflicher Zeichner,dafäi aber kein so starker und fertiger Coloriste, daer eben erst spät eigentlich zu malen angefangenhatte; doch immer ein stärkerer, als die gewohntenFlorentiner. In einer Kapelle alla Minerva zuRom muß man seine evangelischen Geschichten inFresko sehen, was Vasari allem Andern von ihmvorzieht; dann im Chor der Hauplkirche zu Urbino eine Madonna zwischen St. Peter und Paul, inOel und im beßten florentinischen Geschmacke; nurdaß St. Pauls Figur etwas zu gedehnt erscheint.In der Kirche St- Johann des Enthaupteten, zuRom , wo er Sraat machen wollte, gab er, wiesonst selten, ins Schwerfällige. Kleine Gemäldebann von ihm, die sehr selten sind, besitzt dieSakristey der Kathedrale von Osimo , von > 547 -datirt. Während seines Aufenthalts zu Urbino warBarocci sein Schüler. Gegen das End seiner Tagemuß er sich nach Venedig zurückgezogen haben,wo er 1556 vorzüglich ausersehen wurde, in derBibliothek von St. Markus zu arbeiten." VonEinigen wird sein Todesjahr, weit später als vonAndern, nämlich erst in 1580. angesetzt. Vonihm kennt man auch Verschiedenes in Stucco , wo-mit er z B. das Treppcngewölbe des PallastesCornaro an dem St. Pauls-Ufer zu Venedig ge-ziert hatte. Daß Franco (wie gewöhnlich behaup-tet wird ', im Selbstgefühl seiner Unvollkommenheitals Maler, den Pinsel jemals ganz verlassen, undsich ausschließlich auf s Zeichnen und Kupferstechengelegt habe, scheint uns, aus all' Oberzahlten zuurtheilen, irrig zu seyn. Wo er eigentlich dasKupferstechen erlernt habe, ist nicht bekannt; wohlaber zu vermuthen, daß er ein Schüler Marc An-tons war, oder sich denselben doch zum Muster ge,wählt hatte, da man in der mechanischen Behand-lung des Grabstichels von Beyden so viel Aehnlichesfindet. Mit dem Grabstichel nämlich hatte er dengsößten Theil seiner Werke gearbeitet; in andernhingegen bemerkt man, daß er sich auch der Nadelbedient habe. Sein Stich war frey, und in großemStyl. Seine Figuren haben viel Mannigfaltigkeit,sind wohl contrastirt, nur fast alle etwas zu groß,und die Köpfe dafür zu klein, aber gut gezeichnetund charakterisirt, die Aussentheilc endlich meister-haft vorgetragen. Rost III. izozr. wo 14. seinerbeßten Blatter, alle bis auf zwey (nach Raphaclund Jul. Romanus) nach seiner eignen Zeichnungangeführt, und sämtlich historischen, geist- undweltlichen Inhaltes sind. In dem winklerschenKatalog dann finden sich weit mehrere von ihm ver-zeichnet , und treflich gewürdigt. Nach diesem letz-ter» gehört zu seinem Beßten; von heiliger Ge-schichte : Die Sündfluth; die Anbetung der Könige;Israel in der Wüste; Christus ins Grab gelegt;(diese beyden geatzt, und mit dem Grabstichel vol-lendet); Christi Leichnam, mit der Mutter, St.Magdalena und Joseph von Arimathia ; die Aufteriveckung Lazarus ; alles meist sehr große Blätter.Dann von weltlicher Geschichte u. s. f. ein Blatt,das man für die Clemen; von Scipio ansehen kann,und die über Hölle und Tod triumphirende Kirche;leytres ein sehr schönes und seltenes Helldunkelstück

Fran^ois. Z8S

in Bisterfarbe. Ob dies dasselbe Blatt sey, wel-ches der Gantkatalog von Brandes: Den, nachdem Kampf mir der Ketzerey im Himmel gekröntenChrist nennt, und das hier mit Hullr. Hnciroanii6io, bezeichnet erscheint, ist uns unbekannt. SeineBlätter waren gewöhnlich entweder mit seinem Na-men: kaprista krsnco Vonetu5 kec-lr, oder mitden Anfangsbuchstaben 6. l? V. k. signirt ^sachihm wurde wahrscheinlich nur sehr Weniges gesto-chen. Wir selbst kennen (noch dazu zwcydeutig)eine einzige Grablegung von H. van der Borcht.

* Franco, (Cäsar). Derselbe baute, nebenAndern,, das Grabmal des Doge Loren; Priuli inder Kirche St. Salvator zu Venedig . S. auchden Art. Vielmo de Grands.

* (Jakob), Zeichner und Kupferstecher,

geb. zu Venedig um 1560. (nicht 1570. wie BasanL6. 8eo. sagt) wahrscheinlich aus der Familie desBaptist« Franco. Seine Manier gleicht derjeni-gen des Aug. Carracci , seines Zeitgenossen. Erwar ein guter Zeichner, welches man überall anseinen Köpfen und den äussern Umrissen seinerFiguren bemerkt. Rost lll. 132zz. der von ihmsein Vorzüglichstes, wie z B seine ^birl lleileOonus Venete 1626. eine Sammlung Bildnisse,großer Herren, und eine Kreuzigung ^kleines Blatt,lediglich mit: Olacomo struncis I'. unterzeichnet)anführt. Mehreres findet man im WinklerschenKatalog, wo, neben Andern», eine Pallas aufWaffen - Trophäen, und eine geflügelte Viktorie r^rsves ä la Zro88e point« charakterisirt sind.Ueberall heißt es dann, er habe Vermiedenes nachBapt. Franco gestochen; aber nirgends ist solchesangezeigt. In einein Derzeichniß meines sei. Va-ters findet sich von ihm: Venus und Adonis, nachPalma ; dann (wohl das Titelblatt zu) Impressillu 8 tri lll (?. Vene?. 1534. (oder viel-

leicht das, was oben Bildnisse großer Herrenheißt) und ein andres Frontifpitz zu dem b>p«cu-lum Oranicum 159 z. Von den Blättern zu Tasso'stälerusslemme liberuta, deren schon das Lep. ge-denkt, waren io. seine, die übrigen Aug. Carrac-ci's Arbeit. Ein Monogramm, welches Christdiesem Künstler zuschreibt, kann nicht wohl dasftlm'ge seyn, da solches mit der Jahrszahl 1563.(zu frühe für seine beglaubte Geburtszeit) beglei-tet ist.

'° ( ) der alte Miniaturmaler zu

Bologna . Nach Eanzi (II. 2 10. s v. lls kolo^ns)blieb er denn doch ziemlich weit hinter Giotto zu-rücke. Die gewisseste Arbeit von ihm ist eine aufdem Thron sitzende Madonna, von iziz datirt, indem Museo Malvezzi, wovon die Kunst gar wohlCimabue's und Guido's da Siena zu vergleichenist. Dann werden ihm noch zwey kleinere graziöseGemälde, und eben so etliche Miniaturen zuge-schrieben; namentlich daß er in Gesellschaft seinesMeisters Oderico da Gubbio , und Giotto's, mehrereBücher für den Pabsi Donifaz VIII. (nicht IX.) mitsolchen geziert habe. Dante (?ur^. c. IX. 7934.)scheint ihm noch vor dem erstern den Vorzug zugeben. Fiorsllo I. ? 4 - II- 445 -

C ) ein niederländischer Maler; ar-beitete um 1570. mit vielem Ruhm zu Neapel .Wenzel Koeberger heirathete seine Tochter.ca»r/n I. 206.

Fvancoeur, (Franz oder Fr. F.) So hießein französischer Kupferstecher, von welchem unSaber nichts anders als eine Heilige, die eine Liliehält, in le Paurre's Geschmack, und dann dasBildniß Michael Stella's bekannt ist. Lara» sec.Lll. und

*Franyois, (Claudius), der Baarfüsser.I. Boulanger hat nach ihm einen siigmatisirtenSt. Francisc, Edelink das Bildniß der Mad. Helyot,und P. Landry dasjenige der Baronesse von Neuf-villette gestochen.

(Cl. Ph.). So heißt im HImsvacli lls-