Z88 Frakta.
* Fraeta, (Dominikns). Ein Verzeichnißmeines sel. Vaters führt, neben einem Dutzendeinzeler nach ihm von I. Btnedetti, A. Bolsoni,I. Cantarelli, I. Cantersani, F. M. Francia, C.Gregori und L. Matthioli gestochener Blätter, allegeistlichen (mönchischen) Inhalts, eine Sammlungder bekanten Gemälde aus derCarraccifchen Schule,in St. Michele del Bosco bey Bologna, von I.Fabri, der ÄUnklersche Katalog aber das einzclevon I Fabri gestochene große Blatt an, weichesden König Salomo und die Königin von Saba aufdem Thron, von allen — allegorischen Tugendenumgeben, vorstellt, von welchem er die darin ent-haltene schöne Architektur rühmt.
Fraktur,', (Gaetan). So nennt Lanz, II. 2.i8S- einen Maler, Schüler von Franceschini, derzu Ravenna aus einigen Altartafeln in der dortigenKirche Corpus Domini bekannt sey; und der somitmit den Fratl'n, und Frattim des Lex. nicht zuverwechseln ist.
Frau card, ( ) ein sehr geschickter Maler,
gebürtig von Hamburg . Von ihm kennt man viele,zwischen 1737. und 1743. zu Petersburg gemaltetrefliche Bildnisse, und wird von ihm namentlichgerühmt, daß er in der Darstellung weiblicherSchönheit besonders — somit wohl bey LeibesLeben eigentlich, glücklich war. Desto trauriger warsein End, und starb er nämlich in ermeldtem I.1743 auf einem Schiffe an der Schwindsucht, alser eben im Begriffe stand nach seinem Vaterland,und von da nach Italien abzugehn. MenselM-scell XI. 262.
Fray, ( de). S. Defray.
* Freare de Chambray, (Roland),eigentlicher Roland Freart , Herr von sshambray,Ludwig XIII. sandte ihn zweymal nach Rom ; ein-mal, um zwey Kronen von Juwelen, welche dieserMonarch für das H. Haus zu Loretto bestimmthatte, einsegnen zu lassen. Diese Reisen benutzteer, nebst seinem nachfolgenden Bruder, um in Ita lien eine Menge Kunstseltenheiten zu sammeln.Derselbe hinterließ, neben der, schon im Lex. be-merkten parallele rlel'^rclntecturesntigus et äe lainvklerue, welche zuerst (kurz vor oder nach seinemTode) ,650. und nachwärts vermehrt 1702. erschie-nen war, noch Verschiedenes; nämlich: läee äsla perkection äs la peinture, äemonstree par legPrincipes äs I'art, et par äes exemples conkor-ines uux observatlons gus plins et ()uintilien011t kaltes sur les plus celebres Dadleaux äesancieus peintres, mis en parallele a guelguegouvra^es äs nos meilleurs peintres moäernes,l^scin. äa Vinci, llapliael, ssules pornain et lspoussin 662. dann eine französische Uebersetzungder Perspektive des Euclides, und eine andre derArchitektur des Palladio. Ersteres nennt Milkzia(Lä. ter?. II. 253.) zwar ein nützliches Werk, dasaber doch (weil die Anführung der Grundsätze seinerParallele fehlen) in die Luft gebauet sey; und nochluftiger wäre dann seine (aus dem Tempel Salo-mo's abgezogene) neue corinthische Ordnung. SeineKenntnisse waren übrigens so ausgebreitet, daß,als Bernini nach Frankreich kam, um dort, derBaute des Louvre wegen, seinen Rath zu ertheilen,derselbe unsern Chambrai für seinen Meister er-kannte, und dessen Plane unverbesserlich fand.Endlich gebührt ihm die Ehre, daß .Er zuerst eineAbschrift des 'prattato äella pittura von da Vinci(mit einigen Figuren im Umrisse von seinem FreundePoussin begleitet), um 1640. nach Frankreich brachte,wo sie dann in 1651. von R. T. du Fresne ansLicht gefördert wurde, und noch in demselbenJahr von
— — ( ) Herrn von Ehamelou, dem er-
wähnten Bruder des Obigen, auch im Französi-schen erschienen w««.
— — (Roland). Etwas upv-ryvbisch heiß?ebenfalls so in einer meiner Handschriften einfranzösischer Kunsiverleger, aus dessen Commerz
Fremandeau.
dort das Bildniß des Barons Noyers of Dang»angeführt wird.
Frebaire, (R.), ein englischer Maler undZeichner, welcher lange in Italien studirte. Aufder Londner - Kunstausstellung von 1305. sahvon ihm: Die Umgebungen von Delphi, ein sehrschönes, gefälliges Stück. Seit iZoö. fieng er an,ein ebenfalls sehr gerühmtes Prachtwerk: Ln^liskan Itslian 8cenerv zu geben, wovon das Heft zu4. Blättern 5. Güineen kostete. Nach ihm hat I.C. Zieglcr zwey trefliche Landschaften in Aquatinta-Manier gestochen. Deffeml. Nachr.
* Fred eau, (Ambrosius). Derselbe führteverschiedene Werke in der Manier von Vouet aus.Fiorillo III. 209.
Frede «heim, ( von), Präsident derSchwedischen Akademie der Malerey und Bild-hauerkunst, Aufseher der Königl. Gebäude (1797.),Ober-Intendcnt und Ritter des Nordstern- undWasa-Ordens, starb 1303- zu Stockholm im 5z. I.seines Alters. Ein gründlicher Kenner und eifrigerBeförderer der schönen Künste, den Gustav III. seiner Zeit in Italien reisen ließ, um dort Antikefür ihn aufzusuchen,
Fredou, (I. M.), ein Maler zu Paris um1760. nach welchem Beauvarlet, Cathelin, I. Cou-vay, I. C. Francois, C. Gaucher und Lilliard d>eBildnisse mehrerer Personen des letzten Hofes vornHause Bourbon und dessen Umgebungen gestochenhaben. So nennt der Gantkatalog von Brandesdasjenige des Grafen von Et. Florentin, von desKünstlers Bruder Frau; Fredou gestochen, deruns übrigens ganz unbekannt ist.
Freemann, (Johann), ein guter Geschichts-maler in England, unter der Regierung Carls II .Derselbe lebte einige Zeit in Westindien , woihm, wie man glaubte, Gift beygebracht wurde.Mit geschwächter Gesundheit kam er dann nachEuropa zurücke, und arbeitete noch mit JsaacFüller um den Vorzug. Freemann war in derZeichnung und vornamlich in Akademien sehr stark.In seiner letzten Lebenszeit malte er die Auszie-rungen für das Schauspielhaus zu Coventgardenin London . Merisel Miscell. IV. 8.
Freidhoff, ( ) Kupferstecher in^Berlin .
Derselbe machte sich schon frühe durch Blätter fürdie chalkographische Gesellschaft in Dessau sehr vontheilhaft bekannt; nur wurde eines derselben (Parisund Helena) nicht besonders gerühmt. Um igos-lebte er in Paris und ward bereits während seinesdortigen Aufenthalts von der Kön. Akademie derbildenden Künste und mechanischen Wissenschaft zuBerlin , wegen seiner anerkannten Geschicklichkeit inder Schwarzkupferstecherkunst, zum Ehrenmitglied«derselben, nachwärts aber, bey seiner Zurückkunst1805. vollends, mit dem Prädikate als Professor,zum Mitglied ihres akademischen Senats ange-nommen. Schon um 1803- sah man von ihm dreymit Geist und Fleiß geschabte Blätter: Herkulesder den Löwen bekämpft, die Bettlerin nach Rcm-brandt, und ein Kind mit einem Hunde, nachWeitsch. Um 1306. dann gab er eln Bildniß vondem Schweizer Pestalozzi, dem bekannten Stisiereiner neuen Unterrichts - Methode, in getuschterManier, nach Schöner, und um dieselbe Zeit warer beschäftigt, die von Clemens nach Cunninghamgestochene Platte umzuarbeiten, welche Friedrichden Großen zu Pferde, umgeben von den Prinzenseines Hauses und einigen Generalen darstellt. DasBlatt sollte in Linienmanier (?) erscheinen. Des-fenrl. Aachr.
* Fremandeau, (Heinrich de). Derftlbewar aus Holland gebürtig und 1670. mit 600.Rthlr. Gehalt nach Berlin berufen, wo ihm derChurfürst die Aufsicht seiner Malereyen anvertraute.Dieser Künstler führte neben dem einen sehr kost-baren Handel mit Gemälden. Mrc.