Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
391
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Freudweiler.

in geatzten und colorirten Landschaftsblattern inder Aaberlischen Manier. Diesen, zugleich alsMensch in allen seinen Verhältnissen, als Gatten,Vater und Freund vorzüglichen Mann raffte imDez- des I. r? 95 . nach einer schmerzhaften hitzi-gen Krankheit ein früher Tod dahin. Einer seinerFreunde, der geistreiche Zeichner und Kupfcrätzcrim Landschaftsfache, I. H. Meyer, gab eine sehrlesenswerthe Scizze seines Lebens, und Eichlerein wohl getroffenes Bildniß desselben. Von ihmfindet man auch eine Kunstcharakteristik in Men-sel« M Miscell. IX. 7677. und eine Anzeigeeines seiner Gemälde: Kaiser Albrechts Tod, wel-ches sich auf der Ausstellung zu Dem »304. soll be-funden haben, wovon wir aber vermuthen, daßhier von dem schon oben angeführten: Kaiser Al-brecht vor Zürich , die Rede sey.

Freudweiler, ( ). So wird irgendwo

ein sehr geschickter Ciselirer aus dem Würtember-gischcn, ein Anverwandter des vorhergehnden Künst-lers, und mit ihm ungefähr gleichen Alters ge-nannt. Mrc. (?).

Freuer oder Feven, (Peter), ein vortref-licher Tapezierer aus Flandern ; arbeitete um 1650.in Diensten des Großherzogs zu Florenz . Der-selbe wußte die Schildereyen der größten Meisterso vollkommen nachzuahmen, daß sie in einiger Ent-fernung für wirkliche Gemälde angesehen werden,etc. 1 . IX. p. 17. und V. X. p. 62.

Freund, (Ernst), ein Bildhauer, der im I.1701. die Bildsäulen an den Ehrenpforten, beymEinzüge des Königes Friedrich I. zu Berlin ver-fertigt hatte.

(Ioh. Christoph), Fürstl. Anhalt-Cöthi-scher Hofmaler um 1720. Derselbe ist uns bisdahin allein durch sein Bildniß bekannt.

(Johann Niklaus), ein Baumeister vonRömhild in Franken; lernte zu Venedig bey Ioh.Eomiui, Bildhauer und Staats-Bauinspekcor. Erlebte einige Jahre in Rom , Bologna u- s. f. Bey seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er zuWien , Gratz und Laibach. Gegen das Ende desXVlI. Jahrh, setzte er sich zu Augsburg , wo erdie Jugend in der Baukunst unterwies. Nachwärtshielt er sich lange Zeit in Durlach und Baden auf,und gab an diesem letzter» Hofe dem H. ErbprinzenUnterricht in der Zeichnung, von Stetten S. io 4 -

(Ph.), ein Künstler dieses Namens,wahrscheinlich ein Deutscher von Geburt, wird im^Irusniiok.tls» Deaux-^rts von iZoz. unter derRubrik der damals zu Paris lebenden Landschafts-Marine- und Architekturmaler angeführt.

( ) ein deutscher Kupferstecher die-

ses Namens, von dem uns aber nichts Anderes,als ein Demokrit nach Coypels Zeichnung, undein Bildniß von G. A. Schubert nach Bernigerorhbekannt ist.

Frey, (Chr.). Von einem Kupferstecher diesesNamens kennt man das Bildniß eines Schulleh-rers, Tob. Küsel's. Mrc.

(Heinrich), ein Dildschnihler in Holz;arbeitete um 1630. zu Luzern in der Schweiz . FußliU. 234 .

(Jakob). In zehn Monathen Zeit warder, unter Westerhout's und Maratti's Anleitung,Meister, sowohl mit der Nadel als mit dem Grab-stichel zu arbeiten. Beyde mit einander zu verbin-den, riech ihm besonders Maratti, der dafür hielt:Alle andern historischen Kupferstecher, selbst Do-rigny nicht ausgenommen, hätten den bloßen Grab-stichel zu viel gebraucht. Frey ätzte also das meistem seinen Blättern, und gab ihm durch den Grab-stichel bloß noch den endlichen Nachdruck.^ Seinganzes Werk besteht aus mehr als ,c>c>. Blattern,welche in einem Verzeichniß meines sel. Vatersvollständig, bey Rost II. 4643. aber die vorzüg-

Frey. 391

lichsten, und noch besser bey Füßli I. Zi, 163, 239,43 , 59 , 64, 69. II. 169, 244, ?o, ?r, 93 , 3 l 4 - 32,84 , 86 , mit der (unbegreiflichen) Weglaffnng derAutora nach Guido angeführt und gewürdiget sind,unter welchen er der Communion des H. Hierony-mus nach Dominichino, dem Erzengel Michael nachGuido, und dem St. Romuald nach Sacchi diePalme zu geben scheint. Von seinen eigenen Lieb-lingsarbeiten waren eben: Die Aurora, dann dergenannte Romualdus nach Sacchi, und das Grab,mal Gregors XIll. nach Rusconi. Ganz gesto-chen ist seine getreue Copie der H. Familie nachRaphael, von Edclink, welcher lctztre freylich be-wies, daß auch ein unvermischrer Grabstichel, wiederseinige, im Historischen nicht minder als in Bild-nissen, Wunder leisten kann. Rost l c. Wareler ur-theilt von ihm bemerkenswerlhIn der Combina-tion seiner Arbeiten herrschet die Raute Sehrkräftige Punkten, nach Art der Taillen geordnet,von sanftem Nadelzügen durchkreuzt und begleitet,geben den Halbtinten seines Fleisches viel Mark.Seine Blatter also, die von guter Farbe und har-monischer Wirkung sind, vereinigen das Verdienstder Zeichnung mir dem desjenigen Manoeuvres,welches Ph. A. Kilian angenommen, und Strangemeisterhaft nachgeahmt hat, ohne ihm sclaoisch zufolgen. Frey scheint Wagnern den Weg gebahntzu haben, welcher hinwieder Barrolozzi bildete."Ein etwas eingeschränkteres Lob, als andre, scheintindessen unserm Künstler die Schrift: Winkel-mann und sein Jahrhundert S. 27773. zu er-theilen:In guter Zeichnung" (heißt dort)und beybehaltenem Charakter in den Köpfe«kommen seine Blätter denen von Dvrigny sehrnahe; in Hinsicht des Malerischen der Behandlungsowohl als der innern Uebereinstimmung, durchbesser beobachtete Andeutung der Localfarben, mögensie noch den Vorzug verdienen. Guido, Sacchi,Cortona und Maratti scheinen seinem Talente amAngemessensten gewesen zu seyn; einige Platten vonDominichino gelangen ihm verhältnißmäßig schonweniger, und an Bilder von ältern Meistern stren-gern Styls, hat er sich, so viel uns bekannt ist,nie gewagt." (Wohl gehören denn doch sein Hie-ronymus nach Augustin, und sein St Gregor nachAnnibal Carracci zu seinen schönsten Blättern). End-lich führt der Wiuklersche Katalog etliche von ihn»nach seiner eignen Zeichnung, und einen Sk. Fran-clsc in der Wüste nach ihm, von Sorello gestochenan. Einen lesenswerthen Artikel von unserm Freys. auch bey Gandellini.

Frey, (Jakob), ein Enkel des Obigen, eben-falls Kupferstecher, lebte noch 1306 in Paris . Um1302. gedachte er, von Morghens berühmtem Blattenach da Vinci's Abendmal «gefrischt, dasselbeGemalt), nach einer alten vorzüglich guten Copiedes Marco Uggioni zu liefern, die sich einst in derKarthause zu Pavia befunden hatte, und jetzt imKabinette des (dortigen?) Professors Franchi stehensoll. Hiernächst wird eben dieser Künstler als einerder Zeichner und Stecher für die in 1805. zu Rom erschienene Xova Lodola itallca ^rtis xiotor. ge-nannt.

- (I. de). S. Defry.

(Ioh. Michael), Maler und Kupfer-stecher, geb. zu Biberach 1750. lebte seit 1763 zuAugsburg . Derselbe hatte sich meist durch eignesanhaltendes Studium gebildet, und malte undatzte vorzüglich Landschaften mit gutem Geschmacke.Zu den letztem gehört besonders ein großes Blattnach Ruysdael ; dann eine Sammlung von 100.Blättern Aussichten an der Donau , nach der Zeich-nung von A. C- Gignoux oder Gignoure; fernereinige mit Farben ausgemalte Conversativnsstucke,wo aber ebenfalls die Landschatt die Hauptsacheausmacht, theils nach I. Welee's, theils nachfeiner eignen Zeichnung, die der winklersche Ka-talog anführt Endlich harte er auch in der vonle Prince erfundenen Manier, mit dem Pinsel inKupfer zu arbeiten, an der Befreyung Petri nach