Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
413
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Ganior.

I. seines Alters von A. B. du Moussier gemaltes,und lange hernach von Franz Chauveau gestoche-nes Bildniß bekannt. Mc.

Ganior, ( ). Von einem Kupferstecher

dieses Namens kennt man das Bildniß des AbtC. I. de Castel de St. Pierre, nach F. de Troy.

*Gannuolo. S-Giannolo.

Ganß, (Egbert), ein sonst unbekannter Künst-ler dieses Namens hat ein großes allegorischesBlatt auf Krieg und Frieden nach Jodocus vanWinghen, in Verlage I. Theod. und Z. Israel deBry, gestochen. Mrc.

* Gant, (Gerard de). S. Meire.

* Gantrel, (Stephan), geb. zu Haris um1626. (von Rost VII. 223- wohl zu frühe ange-geben). Derselbe hat eine große Menge Bildnisse,wodon ein Verzeichniß meines sei. Vaters über100. anführt, und eben so ein Paar Dutzendhistorische Blatter mit vieler Nettigkeit und Festig-keit gestochen, von welchen letztem Rost I. 0. seineHH. Gervais und Protais vor dem Proconsul,nach le Sueur, ein vorzügliches Blatt nennt. Erarbeitete selbst nach italienischen Meistern; wiez. B. nach Raphael den Streit über das Abend-mahl: (Natrium ?Ietstl8 Kscramentum); undden Märtyrtod des Evangelisten Johannes (wasaber nur Zusammenstoppelung aus einem ander»Blatte nach Raphael, St. Felicitas, ist); dannnach einem der Carracci die Jünger zu Emaus undSt. Franzisc im Entzücken, in den Armen einesEngels; nach Guido die Marter von St. Andreas;das meiste Geschichtliche aber nach Pouffin. Seinfrühestes Blatt datirt sich von 1666. das spatestevon 1704.

Ganz, (Andreas), ein BildnißMalrr zü Cölln ander Spree; starb um 1656. kJicolai.

-7- ", (Johann Philipp), Zeichner und Kup-ferätzer in Zeichnungs- und getuschter Manier;ward im I. 1746. zu Eisenach geboren Er erhieltden Charakter als Hofkupferstecher zu Hanovcr,wo er einige Zeit, so wie auch zu Göttingen , ar-beitete. Im I. ,734. ward er zum Mitglied derMaler- und Bildhauer - Akademie zu Kassel er-wählt. Im I. 1772. gab er einen Versuch überdas Kupfcratzen in Zeichnungsmanicr ans Licht,und lieferte in derselben, neben anderni, schwarzund roth, ein vorzüglich schönes Bildniß des eng-lischen Prinzen Friedrichs von Osnabrück ; danndie Köpfe von Apoll, Laokoon und der Medusa ;ferner, gestochen, das Monument der dänischenKönigin Mathilde zu Zelle, nach Oesers Marmor,und verschiedene Ansichten vom Harz , nach seinereigenen Zeichnung (1788 ) geätzt und colorirt. Rostll 173. und Oat. welcher 33. doch mei-

stens kleine Blätter nach ihm anführt. Seit i 73 g.haben wir nichts mehr von ihm vernommen.

Ganzacker,( ) malte in I. BreughelsManier. L. v. A).

Garand, (I. B.), ein französischer Künstlernach welchem Cathelin (>763), Chenu, Chereau,Littret, Prevost u. s> f. Bildnisse gestochen haben,und von dem man hinwieder, selber ein Blatt:le l)larckunZ 6e kcrisson sie Oieppe nach Besnard,und dann ein von ihm selbst gezeichnetes kleinesBildniß des Abt l'Attignant kennt.

Garassimow. S. Tapilew.

Garavira, (P. Peter), ein Jesuit und Bau-meister; brachte um t6n. (andere sagen i7n.)bas Oratorium des H. Franziskus Xaverius zuRom in eine schöne Form. Koma moäer'-ra.

.Garben, (Christian Emanucl, Freyherr von),em Kunstliebhaber, lernte bey Salomon Kleiner ^le Baukunst, wofür er ein vorzügliches Geniehatte. Er machte mit großem Fleiß architektonischeund perspektivische Risse; zeichnete sehr schön mit

Garbo. 4iZ

freyer Hand, malte artig in Miniatur und radirteeinige historische Blatter. Er starb bey jungenJahren zu Calais , auf seinen Reisten um die Mittides XVIII. Jahrh, von Srerren 105.

Garberr- (S.). Diesen Namen liest manauf einer Medaille des Kardinals Fleury von 1741:Sammlung berühmter Medailleurs iz?.

* Garbieri, (Carl). In einigen seiner Arbeiten sieht man, daß er mit mehrerer Anstren-gung seinem folgenden Vater hätte gleichen können.

II. 2. 153.

* — — (Loren;), deswegen der Neffe der

itarracei genannt, weil sein Oheim, der ihn derSchule deS Ludovico übergeben hatte, so oft ereinem der Carracci begegnete, zu fragen pflegte:Was macht der Neffe? Ich empfehle auch denNeffen! Der Styl dieses Künstlers (sagt LanziII. 2. 137 — 38 -) hatte viele Aehnlichkeit mit Sparda's. Da er aber von Natur einen finstern,melancholischen Charakter hatte, so gieng dieserauch in feine Manier über, welche nicht die offeneseines großen Meisters war, den er sonst in manch'Anderm sehr glücklich nachzuahmen wußte. Dazukam, wie bey Spada, sein Wetteifer mit Guido,welchen beyde an Kräftigkeit übertreffen wollten.Seine Köpfe allein waren minder ausgewählt alsCarracci's ; sonst zeigte er sich überall groß in denFormen, ausdrucksvoll in den Stellungen, u. über-legt in großen Kompositionen, so daß z. B. seinedrey Gemäße in St. Anton di Milano zu Bologna ,wo er die Schatten minder als gewöhnlich über-trieb , von Mehrern für Ludovics Arbeit angesehenwurden. Dem Carraccischen Styl fügte er dannnoch das Wilde von Carravaggio bey, und wähltedaher bald immer Gegenstände, welche diesem(seinem eigenen) Genius gemäß waren: Unfall,Blut und Leiden. So bey den Barnabiten zuBologna in der Kapelle St- Carlo das Altarblatt,wo er die mailändische Pest vorstellt, wie der Hei-lige mitten unter ihren Schrecken die Kranken be-sucht, und Kreutzgänge anführt. So bey denPhilippinern zu Fano , allernächst bey Guido's St.Peter, sein St. Paul, der einen todten Jünglingauferweckt; ein so starkes ausdruckvolles Werk,das zugleich Schrecken und Andacht einflößt. Soendlich bey St. Maurizio zu Mantua die Marterder H. Felicitas und ihrer sieben Söhne, das zwarnicht die Kraft des obigen hat, aber eine solcheMannigfaltigkeit von Schauern des Todes vor-stellt, daß die bolognesische Schule vielleicht nichtsTragischeres auszuweisen hat. Dort in Mantua ward ihm die Stelle eines Hofmalers angetragen;aber er schlug diese Ehre gegen die vortheilhafteHeirath aus (von welcher auch das Lex. spricht);was dann, wie Malvasia bemerkt, für die Kunstein wahres Unglück war, welche er (jetzt da erreich war) mit ökonomischen Sorgen vertauschte,was man auch seinen spätern, weit schwächern Ar-beiten leicht ansehen mochte Auch zu St. Michelein Bosco endlich sah man einst Vieles von seinenMeisterstücken, welche aber (sagt.fiorillo II. 644.)großenthcils zu Grund gegangen, zwey davon in-dessen durch den Stich von I. M. Giovannini er-halten sind, welche St- Benedikt, der noch alsKind in die Wüste geht, und dann eben diesenHeiligen dort vorstellt, wie er von Kriegsleutenum Rath ersucht wird. Noch kennt man nach ihmeine Grablegung von G. Buona, und von I. M.Mitelli eine Abnahme vom Kreutze. und

Mrc.

* Garbo, (Raphael del), auch Raphaellinogenannt. An einem Gewölbe alla Minerva zuRom sieht man von ihm Chöre von Engeln, wo-mit er (sagt Lanzi I. 64.) sich allein schon obigenBeynamen verdient hätte. Eben so in Monte Oli-veto zu Florenz eine Auferstehung, kleine Figurenzwar, aber so graziös, in so angenehmer Bewe-gung und so gut colorirt, daß er dort kaum einemandern Meister seiner Zeit weichen darf. So auch

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