Band 
Zweyter Theil [1].
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420
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420 Gaultier.

geb. 1552. oder (glaublicher) 1560. z» Main ;.Mit Galrer, oder dann mit einem verschlungenen6 . und L. pflegte er seine Blätter zu bezeichnen.Dieselben sind mit äusserster Bestimmtheit aus-geführt ; die frühesten von 1531. die spa-testen von 1632. datirt. Der Abt von Marollesbesaß sein ganzes Werk von Zoo. Blättern, diemeisten von seiner eignen Erfindung, die übrigennach Caron, Cousin, Dumoustier, Freminet,Nabel u. s. f. Rost VII. 59 - 60. der von ihmsowohl einige Bildnisse als historische Blätter (weitmehrere aber ein Verzeichniß meines sei. Vaters)anführt. Zu diesen letztem gehören vornamlich:Die Liebesgeschichte von Cupido und Psyche (32.Bl.) davon die Erfindung Raphael, und der Ori-ginalstich dem Augustin Veneziano zugeschriebenwird («ine schlechte Copie in 8 - Dson. 6 slter be-zeichnet); dann das jüngste Gericht von Mich.Angelo, nach Mark. Rota's Blatt, mit noch fei-nerm und reinerm Stich, als dieses (und von demUrbild« auch dadurch zu unterscheiden, daß hier dasoben stehnde Bildniß M. Angelo's das Gesichtgegen die rechte Seite des Zuschauers wendet);ferner: Die Werkstücke des Vulkans, nach Cousin;ein Opfer in antikem Geschmack nach Freminet;vieles Geschichtliches und Allegorisches, vornäm-lich aus den Zeiten Heinrich IV. Die Prozession derLigue, ein satyrsches Stück, und so viel Andres.

— — (N). So nennt Bnsan (b)ä. sss,)«inen andern Gaulrier, ebenfalls Kupferstecher,geb. zu Paris 1575- und will von demselben eineFamilie Heinrich I V. von neun Figuren, und dannbesonders eine Prozession der Ligue, und die Er-mordung des gedachten Königes kennen, welchebeyde letztem übrigens auch den Gegenstand zweyerBlatter von Leonhard Gaultier ausmachen, sodaß wir, an der Existenz unsers zweyten Gau-klers zu zweifeln, alle Ursache haben.

* — — (Peter). GandineUl nennt ihn einenPariser, wackern Zeichner, und frischen- Stecher,auch von guten sittlichen Eigenschaften, der sich zuNeapel niedergelassen, und wenigstens noch 1762.dort gelebt habe. Von ihm führt besonders einVerzeichniß meines sei. Vaters mehrere Blatternach Eolimena an, der ihn sehr liebte, so daß erselbst sein Bildniß gemalt haben soll- Unter gedach-ten Blättern befand sich z. B- die Geschichte derBathseba , ein Ecce Homo, der Streit der Cen-tauren , die Niederlage des Darius durch Alexan-der u. s. f. Dann kennt man von ihm Arbeiten fürdie kltturs ä'blrcolsnc, 1757 — 62 und endlichschon von 1745. einen Tempel Hymens, als Ver-zierung eines Feuerwerks, welches damals zu Nea-pel bey Anlaß der Vermählung des französischen Dauphins abgespielt wurde, nach Saraceni's Er-findung.

Gaunon, s. David. Dieses Renvoi machtdie Handschrift meines sel. Vaters, aus mir un-bekanntem Grunde.

Gauranus oder Lyranus, Amcer'sSohn, wird bey Bracci: äs antiqu'm 8c»1ptc>-ribu8, Dl. > 8 . unter den alten Edelsteinschneidernangeführt.

Gautherst, (Claudius ), ein neuerer fran-zösischer Maler aus Davids Schule, der (nachFiorillo III. 48 o —Zr.) einen hohen Grad derVollkommenheit in pathetischen Darstellungen er-reicht hat. Seine Leiche der Atala (nach Chateau-briant) welche ihr Geliebter auf den Armen zurRuhestätte trägt, soll ein köstliches Bild seyn, daswegen richtiger Zeichnung, treflicher Kompositionund tiefem Ausdruck, und selbst wegen des Costumeder Landschaft, (wenn man es so nennen dürfte),Bewunderung verdiene. Noch werden dort vonihm zwey andre: Eine vollendete, Pyramus und Thisbe; und dann, als seine jüngste Arbeit,«ine Skizze angeführt, welche den fünfthalbjähri-gen Sohn Constantins des Großen vorstellt, densein Vater im Schreiben dadurch unterrichtet, daßer ihn die Begnadigungen unterzeichnen läßt. Von

Ganihier.

diesem letztem heißt es in den Xouvslles äs«

IX. uz. „Wenn der Künstler den Gegenstandim Großen ausführt, wird er ohne Zweifel sein«Figuren minder auseinander streuen, und seinemColorit mehr Harmonie zu geben wissen " Diebeyden erster» kannte bereits der /Vm-m-wl,Lesux - ^rts von lZcrz Das Leichenbegängnißder Attala findet man bey Landon II. 204. undIII 150. ausführlich beschrieben und beurtheilt,und im Umrisse dargestellt; und nach Pyramus und Thisbe kennt man einen Stich von Monsal-dy in Crayon - Manier. Gaurheror war aucheiner derjenigen Künstler, die im I. iZoö. aufdas Gutachten eines Kunstcommittss hin, von derRegierung bestellt wurden, für den Salon d. I.iZvZ- eine Folge großer Bilder der merkwürdigstenEreignisse des deutschen Feldzugs von 1305. zumalen, welche nachher die Galerie der Louvre zie-ren sollen.

Gaurhey, (E- M-), ehemaliger Ingenieurder Stände von Burgogne, und von 1782 an Er-bauer des Canals du Centre oder von Charolais,zur Verbindung der Saone mit der Loire , zuletztGeneralinspektor und Viceprasident des Conseilsdes Brücken- und Wegebaues, Verfasser mehrererarchitektonischen, im Gelehrt. Frankreich enthal-tener Schriften, geb. zu Chalons an der Saone1732. und gest. zu Paris 1806. xmö/.

* Gauthier oder Gautier - Dagoty,(Arnold Eloy, auch Ludwig). S. im Lex. den Art.seines Vaters Fabian.

— — Dagöty, (Eduard), Fabians zwey-ter Sohn, und von ungleich mehr Talenten, alssein Vater, suchte eine Stecherkunst in Farbendurch verschiedene Platten zu vervollkommnen.Um 1780. gab er in dieser Art eine Folge von rr.Blattern, meist nach den Gemälden der Galeried'Orleans; das Ganze sollte 50. Blätter enthaltenund 900 Fr. kosten. Dieses Unternehmen, wel-ches in London wohl zuverläßig gelungen wäre,machte zu Paris nicht das geringste Aufsehen. Derunzufriedene Künstler gieng nach Italien , und starbzu Mailand 7784 - Zwey einzele Hefte waren in-dessen wirklich davon erschienen, und enthielten12 - Blätter nach Bougnieu, le Brun, Correggio ,van Dyck, Guido, le Moine, Alex. und PaulVeronese und Litian, die bey Rost VIII . 240. ver-zeichnet sind; der dann noch zwey einzele von ihmanführt, die er von glänzender Ausführung nennt,nämlich: Die Ruhe in Aegypten nach Correggio ,und die Madona della Sedia nach Raphael , diesein der Größe des Urbildes (?); und endlich einBildniß der Madame du Barry. In einerunsrer Handschriften heißt es: Daß dieser Künstlerauch Blumenbüsche auf Baumwollensammt ge-druckt, und darüber ein Königl. Privilegium er-halten hatte; was aber wohl eher von seinenBruder Arnold Eloy zu verstehen seyn dürste.Von welchem der beyden Söhne endlich die mit

-OnFotr/, Is Lls , ?sintre et Oraveur äu

Roi unterzeichnete IVlonsrsble Iran ^oiss, ou lle-

cueil äs tom- les Uois etc. äs krancs äspuis?Iia-

ramonä ets. 4 - stv, ist uns unbekannt.

— — (Elisabeth), eine Malerin, welche um7714. gearbeitet hat. Nach ihr kennt man einBildniß des Augustiners, Placidus von St. Helena,eines Geographen, von Langlois gestochen.

* — — (Fabian, Johann Fabian auch Ja-cob). Den letztem Namen halten wir für irrig-Er war gebürtig aus Marseille , nach Rost (VU',;2Z9-) aber geb. zu Paris um 1730. „ Derselbe(heißt es dort) „ hatte sich als Erneuerer des bun-ten Kupferdrucks angekündigt, welcher schon vor'her von Jacob le Blond versucht worden; er waraber nicht glücklicher, und der Erfolg stimmten»«sehr geringe mit seinem Versprechen überein. Manhat von ihm in dieser Art verschiedene Stücke, umdenen die Kenner durchaus unzufrieden wäre»-Bloß die Bildnisse Ludwigs XV. und des Kardinal