Band 
Zweyter Theil [1].
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450
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Girard.

Girardon.

Vue 6u Klont pincio, ülumlns pnur les regouig-8»nce8 fsites ä l'occaslou 6u rstubllssement äsla sänke 6e ftou>8 XIV.

Grrard, ( ) ein Bildhauer und Professorder Königl. Akademie zu Paris für Verzierun-gen, nach welchem Desmarteaux um 1770. gesto-stochen hat.

— — < ). So heißt irgendwo ein Künst-

ler, der in Wasserfarben angenehme Aussichtenvon schönen Gebäuden, Plätzen u. s. w. gemalthabe.

— — ( ) ein neuerer französischer Kupfer-

stecher zu Paris um 1803. den wir bloß aus dem^Imanask 6 ss 8 saux--Irr 8 desselben Jahrs demNamen nach kennen. Doch vielleicht ist es eherdieser als der obige Renard Girard, von welchemin Foubere und Bance's Kupferstich - Katalogvon 1806. ein sowohl schwarz als gefärbt abge-drucktes Blatt: Hercüsms 6s dulllsums l'ell,nach Schall , erscheint. S. unten auch Grrarder.

— — ( ). Derselbe führt irgendwo Ro-main zum Bey- (vielleicht Romanus zum Lauft)Namen. Ein Maler und Lehrer der Optic in derehemaligen Akademie von St. Lucas zu Paris .Man hat von ihm in 17. Kupferstichen die wich-tigsten Aussichten des berühmten Kanals von Lan-guedoc.

— — ( ). Nach einem Künstler dieses

Namens (vielleicht einem der Obigen) hat F. Bar-tolozzi eine Dido gestochen.

Girardee, (Ab.), ein französischer Kupfer-stecher der neuesten Zeit, der nach Dutertres Zeich-nung 1806. Raphaels Verklärung für das XXXVl.Heft des Muses kran^ols, und früherhin für ebendieses Werk den Sabiner - Raub von Poussin ,nach Fragonards Zeichnung gestochen hat. S.unten auch Girardor.

— — ( ) malte um 1740. an dem Hofe

des Herzogs von Lothringen zu Nancy . Des-rochers hat nach ihm das Bildniß der PrinzessinAnna Charlotte von Lothringen, und Lotha dasje-nige des Königes Stanislaus gestochen. Mw.

— — ( ) ein Künstler, wohl französischen

Ursprungs, lebte um 1790. zu Neuschatel, und gabdamals sechs von ihm erfundene Scenen, welcheWilhelm Teils Geschichte vorstellten, und vieleAnlagen zur Komposition und einen ziemlich gutenZeichner verriethen, in Aquatinta - Manier ansLicht, welche aber schlecht und schmutzig abge-druckt waren, und des r r/s Laubthaler, die siekosteten, von Kennern nicht einmal werth geachtetwurden. Mensel M"s> XIV. 4 s. S. oben auchGirard.

Girard in, (Johann), ein italienischer Ma-ler , ließ sich von dem Jesuiten Bouvet 1693. be-wegen, mit ihm nach China zu reisen, weil erdurch Gemälde von den Geheimnissen der christ-lichen Religion vielleicht etwas zur Belehrung dessinesische» Kaisers würde beytragen können. Gi-rardin that die Reise; weil aber die europäische Malerey nicht nach dem Geschmacke der Chineserwar, so kam er sehr bald wieder zurück, und gabeine Uelstion 6u Vo^age kalt a 1a Linus 1700.ans Licht Adelung.

— — (I.). So heißt bey Füßli k. 24s. einKupferstecher, von dem man eine allegorische Vor-stellung der göttlichen Vorsehung, nach A. Sacchi(wahrscheinlich ein gutes Blatt» kenne.

— — ( ). So heißt irgendwo ebenfalls

ein französischer Kupferstecher (ob derselbe mit demVorhergehenden, ist uns unbekannt), von dem manein Blatt: L^uss 8orel, MaltreLse 6e LllarlssVII. Kor 6s Irsncs kenne.

* Girardon , (Franz). Derselbe ward vonseinem Vater für die Rcchtsgelehrsamkeit bestimmt,und, als er seinen Hang für die bildende Kunst

entdeckte und mißbilligte, sehr linkisch zu einem —nicht ungeschickten Holzbildschnitzler, mit der An-weisung in die Lehre gethan, ihn bloß für Arbeitenzu gebrauchen, die ihm das neue Handwerk ver-leiden sollten. Allein vergebens! Sonderbar ist'sbaß der erste öffentliche Kunstversuch des nachheri-gen großen Bildhauers, damals eines vierzehnjäh-rigen Jünglings, in Gemälden bestand, welchedas Leben der H. Julie vorstellen, und sich nochgegenwärtig in einer Kapelle, nächst einem Thorzu Troyes befinden sollen. Dann studirte er in dendortigen Kirchen sehr amsig die rreflichen Sculptu-ren von Franz Gcntil und Domenico Fiorentino;und sein erstes Werk in Stein war eine anderthalbSchuh hohe Madonna, die (noch 1791.) bey sei-ner Familie aufbewahrt wurde, und sich in ihrerkühnen, noch ziemlich richtigen Zeichnung, so wiein ihrer feinen und leichten Drapperie schon rechtgut sehen ließ. Alsdann gieng er, auf Anrachendes Kanzlers Seguiers nach Rom , wo er sichdurch seine Talente sowohl , als durch sein vonder Natur sehr gefälliges Benehmen, gegen Jedender ihm nutzen konnte, die Freundschaft PeterMignards erwarb. Schon in 1652. kehrte er in-dessen nach Paris zurück. Hier riech ihm le Brun,bey den Anguiers zu arbeiten. Er folgte auch die-sem Rath, so wie überhaupt jedem, der von ein-flußreichen Gönnern kam; und überhaupt artetespäterhin die Gefälligkeit für den ersten Hofmalerdes Königes beynahe in blinde Unterthanigkeitaus. Dafür aber ward er auch in seinem 27ßenMitglied der Akademie, zwey Jahre nachher Pro-fessor; und erstieg so alle Ehrenstuffe» diesesKorps, bis er endlich (doch erst 1695.) zur Würdeeines Kanzlers derselben erhoben ward. Ein gros-ser Verlust für ihn war früherhin der Tod vonSeguier, welchen übrigens Lebrüns Gunst ihmreichlich ersetzte, die er ihm aber auch — sogar da-mit lohnte, daß der Geschmack der Zeichnung desHofmalers überall an den Werken des Bild-hauers sichtbar ward. „Künstler" (sagt Mattiersehr gut) „die sich um solchen Preis einzuschmei-cheln wissen, sind gewöhnlich auch neidisch. Gürardon war es auf puger, als dieser, dem erweder an Genie noch an Ausführung gleich kam,bey Hofe erschien; er ward durch die Erscheinungeines solchen Rivals bestürzt, und man führt ihnals den ersten Urheber der Unannehmlichkeiten an,welche dieser Bildhauer aus der Provence erfuhr,und ihn vermochte, allen Arbeiten bey Hofe zu ent-sagen." Seine ersten bedeutenden Arbeiten inParis waren (165z.) die beyden lebensgroßen Sta-tüen in der Kapelle Notre Dame de la Paix beyden Kapuzinern in der Straße St. Honors; hier-auf die vier Figuren zu dem bekannten Grupp vonsieben, in den sogenannten Bädern des Apollo. Beydiesem Werke siegle er über seine Nebenbuhler,die Gebrüder Marsh und Regnauldin, und erhieltaus der Hand Ludwig XIV. den Preis, der ineiner Börse von zoc>. Louisd'or bestand. DieMarsy's (meint Mareler) hatten jedoch wohlver-dient, daran Theil zu nehmen. Mit ColberrsTode sank le Bruns Gunst, und Girardons (alsseines Schattens) mit derselben. Nicht Ludwig,wie (der wahrlich unwissende) Hepdenreich über-setzt, sondern Louvols, anstatt den ersten Malerum Rath zu fragen, schenkte jetzt sein ganzes Ver-trauen dem Baumeister Mansard. Unser Bild-hauer erfuhr oft die Erniedrigung, bey Arbeiten an-gestellt zu werden, weiche seine Rivals wenig sull^ten; hinwieder hatte er doch zu viel Ruf, um nichtweiter gebraucht zu werden. In seinen Nebenstun-den hatte er häufigen Umgang mit den schönenGeistern des Zeitalters: Sanreuil, Boileau ,eine und la Fontaine waren seine Freunde; unoletztrer - der freylich Thiere und Weiber besser kannte,als die Kuust) nennt ihn irgendwo den — Pbldmsdes Jahrhunderts. Bey d'Argensville217—20.) muß man nachlesen, mit welcher Ehar,letanerie (>637.) sein Medaillon Ludwig Xlv. znTroyes aufgestellt, ihm dort der Ehrenwein über,bracht ward, u. s. f. Als (1690.) Mignard erster