Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
451
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Girardo n.

Hofmaler wurde, schmeichelte er nunmehr auch die-sem Feinde seines frühern Gönners le Vrun; undman behauptet, jener habe die Herrschaft, welcheihm unser Künstler über sich verstattete - wie dieseres verdiente — eben nichr mit Bescheidenheit ge-braucht. — Zu den berühmtesten Denkmalen von(girardons Kunst gehören dann: Vörderst seinGrabmal des Kardinals Richelieu in der Sorbonne(ibstss ; der Entwurf ist von le Brun; „aber manweißt" (sagt Wareler) „was zwischen der Zeich-nung und der Ausführung eines Werks der Sculp-tur noch für eine Kluft bevestigct ist" Dann(1699) die 2r. Fuß hohe Statüe Ludwig XIV. zuPferde, auf dem Platz Dendome, die erste von die-ser Größe unter den neuern wenigstens, welche inEinem Stücke gegossen worden. An diesem Werkerügte man indessen, nicht ohne Grund — Vieles:Die Plumpheit der Formen, den Mangel an Fein-heit, Grazie und Bewegung, und hinwieder dieübertriebene Rundung an der Figur des Reuters sowohl als des Pferdes. Ferner das, zwar erstvon seinen Schülern ausgeführte, Grabmal seinerGattin zu St Landn, das für den Tempel, woes ruhet, zu groß ist; noch vier andre Grabmonu-mente: Der Prinzessin von Conti zu St. Andre desArc's, Louvois bey den Kapuzinern (die Figur desMinisters, und — zum Contrast — die betrübteGottesfurcht^, der Frau von Lamoignon zu St.Leu, und der HH. Casteltan zu St. Germain - de-Prös. Unter denjenigen seiner Arbeiten, die denParc zu Versailles zieren, zeichnen sich die Sculp-turen vom Bassin des Neptuns, der Winter (unterder Figur eines Greisen mit der Feuerpfanne), diePyramiden-Fontaine, und besonders die Gruppevon der Entführung der Proserpina vorzüglich aus.— Man tadelt überhaupt au Girardon, daß erden Marmor nicht zu behandeln gewußt, und sei-nen Werken ein Schwergewicht aufgedrückt habe,welches nur der Mangel an Ausführung bewirkenkonnte. Dandre - Bardon sucht ihn mit dem(eitelem) Vorwande zu entschuldigen, daß er, zusehr beschäftigt, Vieles an seinen Arbeiten (aberwarum so Wesentliches?) Andern habe überlassenmüssen. Wenigstens hatte er ihnen das letzte Ge-prag des Künstlers aufdrücken sollen. „ Eine gip-serne Figur des Jupiters" (sagt d'Argensvrue)„welche in einer Nische der Colonnade des Louvreaufgestellt ist, zeigt übrigens, daß er die Kunst zu»ivdclliren in hohem Grad inne hatte. Sie ist 12.Fuß hoch; und, ob sie schon nur den ersten Ge-danken enthält, so ist dieß doch gerade eines seinerWerke, aus welchem man von den Verdiensten sei-nes Urhebers am Beßken urtheilen kann. Ein Ver-schluß meines sel. Vaters führt an die 40. nachihm gestochener Blatter an, unter welchen (wasseine schon angezogenen Arbeiten betritt) die Vor-züglichsten seyn mögen: Richelieu's Grabmal , in5 . Blattern von Simoneau dem altern und B.Wart, und dann wieder von le Pautre; die Rit-tttstatüe Ludwigs XI V. von Simoneau; das Denk-mal seiner Gemahlin, von A. Herisset; das derFrau von Lamoignon von Simoneau; den Me-daillon von Ludwig XIV. auf dem Stadthause zuDoyes von le Clerc, und in der bil8toire 6s l,onisXI V. p. ÜB äaillss, von Menestrier; das Apollo-Bad von Edelink und Chatiilon; der Winter vonEdelink, und die Entführung Neptuns von G.Audran. Die ausführlichsten Notizzen über un-ser» Künstler s. in D*** (dArgensville) Vie3lameux 8sulprsurs 209—32 Der Gantkata->og von Brandes führt, als eine seltene und sehrinteressante Folge 12. Blatter an, welche R Char-gier und N. Chevalier nach ihm gestochen haben,me dort: Oalsris 6e8 OuvraAes «je/',wrzavt Partie rie gonOsbinet, sompo8s 6s wor-re»»x sntigues st mo6srns3 betitelt Wird.

* Glrard 0 n, (Catherina), geb. du Lbemin.v. du Lbemin.

Girardot, (Ab.). So nennt das lournslnr l,ii6en6s Xünsts p. 217. einen Künstler, der1794. und 95. zu Rom zwey Blatter : Semira

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und Semino (das bekannte Gemald aus der Sünd-fluth nach Geßner), und der Tod den Virginia , soziemlich im Eprangerschen Geschmacke gezeichnet,aber dafür desto brillanter gestochen hakte. Fastvermuthen wir, daß solcher mir dem obigen Ab.Girardct Eine Person seyn dürfte.

Gl'raud, (Anton Cosinus), ein französischerKupferstecher, geb. zu Paris 1760. Schüler vonLingee. Derselbe arbeitete für die Va^s^s pirco-resnlle 6s la 8uis5s das Blatt 1^9. (die Brückezwischen dem Aar - Ursprung und dem Grimsei-Spichal) Ob dieser Künstler eben derselbe sey,der für das 1807. erschienene Ick. Heft der (laleris6ü Usiais Uoval Ruinen nach Poelenburg, unterdem Namen 6erau6 l'aine, gemein'chaftlich mitDesaulp gestochen hak, ist uns unbekannt.

L6. Lss. der von ihm Vignetten anführt, und M-c.

— — (Peter Franz Gregor V geb. zu Luo(Depart. Var), Schüler von nachstehndem Giraudseinem Oheim, und Rainey Derselbe erhielt1805- im 22 I seines Al'ers den ersten Preis derSculptur des National - Instituts zu Paris DerGegenstand war: Evandec, der dein Leichnam sei-nes Sohns Pallas entgegengeht, der in einemGefecht zwischen den Trojanern und Rntulern um-g.kommen war. Und eben so zum zweyten Mal1806. über die Aufgabe des am Bein verwundetenPhiloktecs, der zur Belagerung von Troja geht.(liAurs 6s rou6s bc>88e 6'un metre 6s Propor-tion).

— — (P.), ein Baumeister dieses Namenszu Paris (vielleicht derselbe, der unten Gwaultheißt), gab in i8or. eine Schrift aus Licht, mitdem Titel: los Dombsiux, ou Lssai 8ur lss8s-pultursn, ouvrsAs 6s ns lskzuel I'suteur rspportsls.>> coutumes 6es snciens peupiss, cits sommai-rsment seile« obssrvses p. Iss mo6srnes, eupropose 6es nouvelles etc. deren Werth oderUnwerkh uns unbekannt ist.

— — ( ) ein älterer französischer Künstler,

nach welchem Mariette ein Blatt Ruinen vonPaimyra gestochen haben soll.

— — ( ) Bildhauer zu Paris . Sein ehe-

maliges Aufnahmssiück in der alten Königl. Aka-demie wurde sehr gerühmt. In den Achtziger Jah-ren des vorigen Jahrhunderts ließ er zu Rom mitgroßen Kosten die schönsten Denkmale der altenSculptur modelliren, um damit den Fortschrittenseiner Kunst in Frankreich behvlfen zu seyn. Seit derRevolution trat er erst im I. 1302. von Neuem auf,und wurde nämlich damals in die Commission zuUntersuchung der artistischen Entwürfe zum Anden-ken an den Frieden zu Ainiens ernannt. In demTVmsriacü 6ss 6ssux-4rr3 von lZoZ wird vonihm ein sterbender Achill angeführt. Er lebte noch-805. Ob es dieser oder sein obstehnder Enkelwar, der in r8o4 mit Emerich David denStreit über ein Plagiat erhob, welches letztrcr mitseinen Ueclierskes sur l'.^rt Ktstuslre begangenhaben soll, ist uns unbekannt. Girauds zumGähnen langweilige Aktenstücke hierüber s. in denNouveUeü 6ss 4 .rt 8 IV. 220. 3'5- 322. 349 363.(Summarum 58 S-).

Giraudet oder Gerodet, ( ) wie es

irgendwo heißt, von Geburt ein Schweizer . Der-selbe machte sich bereits im I 1790 einen Namen,als die Akademie cweu Breis für die beßte Dar-stellung der Geschichte Josephs, der seine Brüdererkennt, ausgesetzt katte; seine Arbeit, welche alleVorzüge einer reizenden Anordnung, eines voll-kommenen Ausdrucks und einer vortrefl'chen Zeich-nung in sich vereinigte, wurde gekrönt. Diesesgab ihm Muth 1792 in Rom ein andres Gemaldzu verfertigen, das den schlafenden Endpmio»vorstellt, und, durch seine ganz eigene Erfindungund Wirkung, zu einer so dauerhaften Celebritatgelanget ist, daß es noch 1302 (westlich in Er-manglung jüngerer wichtiger Kunstwerke) neuer«

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