Band 
Zweyter Theil [1].
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452
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45 ? Giraudet.

dings ausgestellt und damals für die Regierungangekauft wurde. In demselben Salon sah manvon ihm ein für den ersten Consul bestimmtes großesGemälde, welches den Besuch der französischen,im Freiheitskriege gebliebenen Helden, beyOssian im Elisium vorstellt, ein Werk, dessen— abenrhcuerliche Schönheiten von Landen(Annal. II. 99—lv2 ) und in den blouv. cl. ^rtsI 2 Z 5 —z8- ausführlich beschrieben werden. Als-dann malte er einen Hippokrares, der sich wei-gert, den Feinden seines Vaterlands durch seineHeilkunst zu Hülfe zu kommen, ein Werk das unge-meinen Beyfall — bey der neuesten Schule wohlum so viel großem fand, weil der patriotische Arztsich mit — Handen und Füßen gegen die Geschenkestemmt, welche ihm die Perser anbieten. AndreArbeiten von Giraudet sind: Die Ermordung derfranzösischen Gesandten durch die östreichischenHusaren zu Rastatt , ein Bild, welches ebenfallsden Preis, den das damalige Direktorium dafürausgesetzt, davon trug; die Apotheose franzö^-scher Helden (wohl ihr obiger Besuch bey Qffian);eine Judith mit dem Haupte Holofernes (diese beyH.CHenard); eineSündsiuthsfcene, nach Geßnersbekannter Dichtung. Don dieser letztem (In 1806.ausgesteltten^heißt es in dem Tubiugijchen Mor-genblarre S 65 - 66. „ Die Zeichnung ist cor-rekt, die Conturen größtentheils bestimmt, dasColvrit äusserst frisch, der Abstich der Farben mitGeschmack geordnet, und das Wasser mit einerKunst behandelt, daß man es für durchsichtig hält.Nur der Blitz scheint-ein zu Helles Licht auf dieScene zuwerfen; dieß,wie Spötter behaupten, umdie Schönheit der — Conturen mehr bemerkbar zumachen. Aber trotz aller dieser Vorzüge läßt dasGanze kalt, weil nirgends für die Phantasie des Zu-schauers ein Beruhigungspunkt sich darbietet. — Sosehe man z. T. jenen Familienvater, dessen Gesichtmit anatomischer Tiranney zum grellsten Ausdruckedes Entsetzens verzerrt ist, so daß man ihn eher füreinen Vatermörder als für den Retter seiner Fa-milie hält — oder den zehnjährigen Knaben, dersich in die Stirnhaare seiner Mutter einklammertMan kann diesem Gemälde gewiß Poesie nicht ab-sprechen; aber es ist nicht die idealisirende derGriechen, nicht die energische Offians — es ist dieeines Lheokraten - der seinen Gott mit kaltem Bluteeine Welt voll Menschen durch Wasser vertilgenläßt. Zwar sind auch in diesem Gemälde lichterePunkten: Die Mutter nämlich, und ihre Schwe-ster, die, bereits ein Raub der Fluchen, nur mitdem Kopfe sichtbar ist. Aber, abgesehen, daßdieses zu sehr auf den Kontrast mit den grinsendenKöpfen des Vaters und Säuglings abgesehen ist,so kann man sich unmöglich überreden, daß mandiese klare, ruhige Physiognomie, dieses rosigeColvrit behalten könne, wenn ein zehnjährigesKind sich an unsre Stirnhaare einklemmt", u s f.Wer an der Gründlichkeit dieser Critik zweifelt,der s eine Abbildung des Gemäldes im Umrisse indem IV. Heft des pausaniss francais, wo sichebenfalls ein mit dem obigen wesentlich gleichesUrtheil findet, das sich mit dem zartgespitzten Tadelschließt: „H. Giroder fehlt weiter nichts, alsdaß er mehr auf seine Ueberlegenheit traue, undglaube, daß er immer genug geleistet Hai, wenner einfach bleibt." Noch kennt man mehrere Bild-nisse von sprechenden, geistvollem Ausdrucke vonunserm Künstler; wie z. B. diejenigen des Grafenvon Rumford und des H. Bellay, Repräsentantender französ. Colonien; des Vaters von Donaparte;des H. Larrey, ersten Wundarztes der Armee vonAegypten ; des KarfchefDahouth, eines siebzigjäh-rigen bekehrten Mameluken aus Georgien ; desArztes Trioson, der seinen Sokn in der Geogra-phie unterrirbtet u. s f. Dann sah man vonihm im Salon iZoz. mehrere Zeichnungen ausRacine s Andromache und Phadra , zu der neuenDidotschen Prachtausgabe dieses Dichters, welcheebenfalls sehr gerühmt wurden, und letzthin indemjenigen von >go6 wieder eine Scene aus derEündflulh mit über Lebens großen Figuren, von

Gisors .

welcher man glaubte, daß sie der neuern französ.Schule ganz besondre Ehre bringen sollte. Be-schrieben und abgebildet findet sich von seiner Arbeitin Landons Annal. I. 227-29. sein schlafen-des Endymion, und V. 9. sein erstes Werk: Dererkannte Joseph. Giroder ist endlich einer derje-nigen Künstler, welche in 1306. auf das Gutachteneines Kunstcommitte s hin, von der Regierung denAuftrag erhielten, für den Salon von iZoz. eineFolge großer Bilder der merkwürdigsten Ereignissedes deutschen Feldzugs von ,305. zu malen,welche nachher die Galerie des Louvre zieren soll-ten. Fiorillo III. ä 75 — 77 . wo die Zeichnung die-ses Künstlers tadelfrey genennt wird.

Gkrault, ( ). So heißt irgendwo ein

Bildhauer zu Paris 1797.

— -- ( ). So wird im ^ImsnacR <lez

kesux-slrts von 1803. ein damals in Paris leben-der, und von dem Seines Departement angestellterBaumeister genannt.

Gl'rgenti, ( ) ein neuerer italienischer

Künstler, nach dessen Zeichnung Porporati um1802. eine Ruhe in Aegypten von Correggio gesto-chen hatte. AUg. Runft - Zeit. S. 148-

Gir 0 lam 0, d. i. Hleron^tnus, ein geschick-ter Miniaturmaler; blühere um 1530. zu Mailand und in der Lombardie. lll. 136.

* — — ( ). S. auch padovano und

Trevigl.

* Girolla, ( ). Derselbe hieß Joseph.

Giromella. S. Lhiramella.

Gkroud, ( ). So wird im sUmsmeb

6es IZeaux- /Zrts von 180z ein damals in Paris lebender Gemälde-Händler genannt.

Girourard, (Madame), eine Bildnißmale-rin zu Paris um 1760. ^vantaoureur e. a. p. zG

Giro «st, ) ) ein neuerer französischer

Geschiehksmaler, gebürtig von Lüneville, ward in180z. zufolge eines Dekrets der fränkischen Regie-rung zum corespondirendcn Mitgliede der viertenKlasse der Schönen Künste (für die Malerey) desNational-Instituts zu Paris ernannt. Fiorillolll. 531. heißt ihn einen fruchtbaren Künstler, dersich durch seine Eponine und Sabinus , durch eineSt. Godelive, und die Marter der Maccabaer,rühmlich hervorgethan habe. Lctztrcs Werk zumalmache ihm große Ehre, und befinde sich gegenwär-tig in dem Musäum zu Versailles . Cont'. Lan-den (Annal. V. 46) der davon die Abbildunggiebt, und über das Urbild eine, wie es uns scheintsehr begründete Critik macht, die vielleicht nochmit der wesentlichen Rüge zu begleiten wäre, daßder Gegenstand, selbst von dem, der ihn kennt,aus seiner Darstellung fast unmöglich herauszufin-den ist. In 1806. legte dieser Künstler eine (wiewir besorgen für ächte Kunst eben nicht sehr zu-trägliche) Fabrike, theils zu Restauration alterKirchcngemalde, theils zu Ausfertigung von neuen,für alle Preise an.

Giroup, ( ). So wird im ^Imansck <les

Leuux -^rts von 1803. ein damals in Paris leben-der Baumeister genannt.

* Gismondi, auch Gisnandi, (Paul),genannt perugino. Lanzi I. 528- heißt ihn, un-ter letzterm Namen, einen guten Frcskanten.

Gisors oder Gih 0 rs, ( ) der altere,

ein französischer Baumeister, erlangte l ?77zweyten Preis in der Konigl. Akademie zu Paris -Deseine erhielt damals den ersten.

— — — — ( ) der jüngere, Architekt

in Paris , verfertigte die schöne Dekoration, welche,bey Gelegenheit des Friedens von Lüneville, deniä- Jul- iZor. an dem illuminirten Pallaste de»gesetzgebenden Corps angebracht wurde. Du