Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
453
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Gisse y.

Fayade des Pallasies stellte einen Tempel des Sie-ges vor. In der Mitte sah man eine Victoria,welche dem von Mars beschützte» Frankreich denFrieden bringt. Auf beyden Seiten waren dieNamen der ausgezeichnetsten noch lebenden Krie-ger zu lesen > mit Palmen und Lorbcrzweigen um-wunden. Ueber diesem zahlreichen Namensverzeich-niß erblickte man die Worte: Ehre den kriegeri-schen Tugenden; und diese Lugenden selbst insymbolischen Figuren dargestellt, und mit demSternenkranze, dem Sinnbilde der Unsterblichkeit,gekrönt. Eine ausführliche Beschreibung und geist-reich gestochene Abbildung davon im Kleinen s inLands ns Annalen I. 126—27. und Ebendas.27I—73- diejenigen des Plans und Durchschnitteseiner auf die Grundmauern der Magdalena-Kirchezu errichtenden National - Bibliothek, womit er sichimI. VIII. den sogenannten Aufmunterungspreiserwarb Bekanntlich aber wurde seither dieser ersteBücherschatz der Welt ins Louvre gebracht.

* G i ssey, (Heinrich). P. le Pautre hat nachseiner Zeichnung das Leichengerüst, welches demHerzoge von Beaufort in der Hauptkirche zu Paris 1670. aufgerichtet wurde, gestochen. Andre, oderer selber, nach seiner Zeichnung, Bildnisse; wiez. B diejenigen von Dlaise Pascal, und von demSchauspieler Fiorellr, Scaramouche genannt.

Gißheimer, -Johann), ein geschickter Stein-metz zu Augsburg um die Mitte des X VIll. Jahr-hunderts. Man findet von ihm einige schöne Ar-beit an öffentlichen und Privatgebauden, Grab-mälern u. s. w. von Srerren S. in.

*Girrard, (Daniel). Die nach ihm von I.Marot gestochenen Blatter sind: Vus <ls la Uuscls Daraus, <ls la lVlaison äs Nr. 6s 8elvoi8 st6e la Fontaine cls In Lkarits, und ?ortail »le»lu Haut - pas a karis.

* Giulio, (Don), dessen das Lex. unter demArt. seines Mitschülers (Alexanders) bey Job.von Udine gedenkt, soll, gleich jenem, auch desUnterrichts von Raphael genossen haben. Beydeverbreiteten den Geschmack von Grotesken in San-zio's Manier in Spanien , und haben mancherleySchätzbares in dieser Gattung hinterlassen, das,so gut wie die Römischen in den Badern des Tikus,oder in den Vatikanischer Loggien, naher bekanntzu seyn verdiente. Indessen behauptet Bermude;in s Spanischen Künstlerlex. s. v. 6ra,re//o, daßviele von den crmeldten Grotesken, die man jenenbeyden Italienern zuschreibt, wie z. B diejenigenzu Alba de Tormes , vielmehr die Arbeit von Gra-nello sey. Fiorrllo IV. 65.

— — ein Florentiner, verfertigte einen sehrschönen Schreibtisch mit eingelegter Arbeit von Edel-steinen, welchen Großherzog Ferdinand dem KönigePhilipp II. in Spanien zum Geschenk übersandte.VettcrVemri I. 121.

Grun 0 rardi, ( ) ein römischer Maler,

verfertigte imJ. 1803. eine vortrefliche Darstellungdes Campo Vaccino. ^/5c.

Grunra. Ein alter Maler von Pisa . DieNachrichten von ihm reichen von 1210—1236. Dortsieht man indessen von ihm nichts , als ein Crucifixmit seinem Namen, welches man für eine seinerersten Arbeiten halt (die Abbildung davon s. in A-Lllorrona's ?iüa illustrsta D. III.). Besseresmalte er zu Assist, wo er um das 1 .1230. von demdortigen Minvriten-General Frate Elias von Cor-tona angestellt wurde. Von seiner Kunstbildungsagt P. Angioli in seiner Beschreibung eben derMinoriten-Kirche zu gedachtem Assist: Frincta /'r-

5mrri5, ruciiter a Orsesis in3trustu3 primu3 sxItslis artem apprelrenUit circ. /)nn. 8al. 1210.In der Engels - Kirche, ebenfalls nächst bey Assist,findet man sein beßt erhaltenes Werk: Ein, aufein wirkliches hölzernes Vrcu; gemaltes Cruzifix,nebst dem Bildniß einer Madonna und zweyer an-

Giuntotardi. 453

dem Halbfiguren, oben und zu beyden Seiten;unten dann eine verstümmelte Inschrift, welcheLairzi: Iu»ta luntim E /esit theils ge-

lesen, theils ergänzt hat, und behauptet, daßwirklich noch eine andre Urkunde von einem Ginnt«di Giunrmo, also wohl von dem Unsrigen spreche.Erwähntes Gemald beschreibt er (l. g) so: DieFiguren merklich unter natürlicher Größe; trockeneZeichnung, und abscheulich lange Finger; dabeyaber ein Studium des Nackten, ein Ausdruck desSchmerzens in den Köpfen, ein weit besserer Fal-tenwurf als der gewöhnliche damaliger Zeit; einkräftiges, starkes, freylich etwas rothbraunlichtesColorit; gute Mannigfaltigkeit in der Disposition,und noch ziemlich viel Kunst im Helldunkel ; über-haupt das Ganze (etwa in den Proportionen aus-genommen) nicht unter ähnlichen Arbeiten vonCimabue Bey Frorillo ( 1 . 256 57.) heißt esvon eben diesem Gemälde: »Dieses Werk ist zwarfehlerhaft in der Zeichnung, aber es ist doch Lebenund Ausdruck darinn. In 1788. ist von dem ge-lehrten perugintschen Maler Carl SpiridioneMariorri und dem römischen Bildhauer Am.Srefanucci eine genaue Untersuchung über dasselbeangestellt worden. Dieser zufolge scheint die Tafel,worauf der Christus gemalt ist, von Pappelholz,und mit Bleyweiß oder feinem Gyps verschiedene-mal gegründet zu seyn Die Stellen, wo Vergol-dung angebracht ist, sind unter derselben mit Men-nig überzogen, der wahrscheinlich zum Goldpoli-mcnt gedient hat. Man brachte Feuchtigkeit andiese Mennigfarbe, wo die Vergoldung abgegangenwar, ohne daß sie darum die geringste Verände-rung erlitten hätte; woraus sich vermuthen läßt,daß das Werk in Oel , oder wenigstens mit einemFirniß gemalt sey. Die ganze Oberfläche desselbenist im höchsten Grade glatt, hat aber dabey nichtden geringsten Glanz. Hier wäre abo wieder einedieOelfarbenmalerey betreffende Thatsache", u. s. f.(Vier gestochene Blätter davon s. am End derAnmerkungen zu Tempesta's schöner Lobrede aufunsern Künstler in seinen ^lemor. lstoriob. cls piuiilustr. ?is ni D. I. 4. ?i8a 790.). Noch einandres, seither verloren gegangenes Cruzifix vonihm, wobey er das Bildniß des Frate Elias an-brachte, stand einst ebenfalls in der Minoriten-Kirche zu AM. Don diesem letzter» findet man ineinem Buche, das im Archive dortiger Coiiventua-lcn unter dem Titel Cullls Uaraüisi aufbehaltenwird (p. 20.) folgende Nachricht: UrLeksoturamOrclirn8 »lsrnum a»leptu8 I«) Ae/ML, 8uyremulntemplum ichrnieibuZ sonte^I in yrimi8 curavit,st per Lmutam , ruüis lllius 8-scuIi.

pictorem 8upra mslliucrsm, interiu8 sxornariprsscepit. Ita sppsret vetu 5 ti 88 ima ex tabnia»gua srucilixl 8a1vatori8 lma^n sxprimitur, 8ubsuzus peclibus in Istiori b»8s /se/rer §enustexist orant>8 extst sfst§is8, enm epi^raptie:chr-'i /rcrt Aeni t7/rr/8te xie /»lerereAe/rae 6r«rrta /»e ^rrr-rrt ainro /).

I2Z6. /»rärct. »rorr«. Dieses letztre Werk hat P.wading in seinen Annalen des Franziskaner-Ordens aufbewahrt, und nennt es dort: allabrspictum. In Fresko dann soll Giunra weit schwa-cher gemalt haben So z. B. in der obern Kirchevon St. Francesco, wovon es freylich heißt, daßes retoccirt sey, aber kurz mit fast Gleichzeitigem vonCimabue nicht in Vergleichung komme. Einesdieser Gemälde (die Kreuzigung von St. Peter)findet sich in der Ltruria yittriss ( . ). Lanzi(l. c.) vermuthet, daß unser Künstler ausser seinemVaterland, in nicht sehr hohem Alter verstor-ben sey.

Gl'untk, (Bernhard), ein Kupferstecher oderKunsthändler zu Venedig um 1588. Unter seinemNamen findet man eine Sammlung von Reuter-märschen auf 90. Blättern, ^c.

Gluntorardr, ( ) ein neuerer Land-

schaftsmaler zu Rom , der in SchIegels Schrei-ben an Görhe im Frühjahr i 8»5 unter die dor-tigen beßten seiner Gattung gezählt wird.