Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
455
JPEG-Download
 

Glauber.

fanden sich von ihm mehrere Copien nach Gemäl-den der französischen Galerie/ unter denen ein See-sturin nach Vernet, und der berühmte Hieronymus nach Correggio besonders gefielen.

* Glaub er, (Diana), deren im Lexikon unterdem Art. ihres nachfolgenden Bruders Erwähnunggeschieht. Mit demselben reiste sie nach Italien ,wo sie die Bilder der größten Meister copirre, undsich dadurch selbst zu einer geschickten Künstlerinbildete. Nachher begleitete sie Johann auch durchFrankreich, Deutschland und Danemark , und setztesich endlich zu Hamburg , wo sie auch verstorbenist Sie zeichnete ziemlich richtig, und malte reinund ausüfhrlich, aber in einem sehr schwarzbrau-nen Colorite. Hamb. Rünstlec - zIachr. S. 17-18-

— — (Hans Hugo). Man weißt nunmehr,daß der, freylich nun an die dreyssig Jahrenicht mehr existirende berühmte Todtentanz zu Ba-sel nicht von Holbein , sondern von diesem Glauber,einem vierzig Jahre ältern Künstler gemalt ist.

* — — (Johann), polydor war sein in Rom erlangter Bentname. Gleich seinem Freunde Alb.Meyeringh hatte er anfänglich viele Schwierigkei-ten zu überwinden; und mir durch große Beharr-lichkeit brachte er es dahin, sich auf bekannte Weiseauszuzeichnen. Er kam sehr jung zu Berghem.Hier hatte er Gelegenheit italienische Landschaftenzu sehen, zu copiren, und über die Natur undKunst dieses Landes nachzudenken, so daß ihmselbst sein großer niederländischer Lehrer nicht mehrhinreichend Genügen that. Im I. 1671. gieng ermit seinem Bruder und seiner Schwester auf Reisen;zuerst nach Paris , wo er ein Jahr bey dem Blu-menmaler Picart, so wie hernach in Lyon zweyJahre bey van der Cabel blieb; alsdann nach Ita-lien, wo er in Rom, Padua und Venedig überallProben seiner Geschicklichkeit hinterließ. Hieraufkehrte er über Hamburg nach Holland zurück, undwählte endlich Amsterdam zu seinem Aufenthalt,wo er seine Wohnung bey Lairesse nahm. DieselbeLust zum Studiren, die nämliche Hoheit des Geniesbey der Arbeit verband sie so enge, daß man vonVieler Zeit au Glaubers reizendste Landschaftenmit Lairesse'« geschmackvolle» Figuren ausstaffirtsieht. Wahrend dieser Epoche malte er die Saaledes Schlosses Soesdyck mit Jagden aus. Ucber-haupt kann er als einer der beßten holländischenLandschafter betrachtet werden. Seine Mamerverrath überall die italienische Schule; seine Gegen-den scheinen immer aus denen von Rom , andremalnach den Alpen zu genommen zu seyn. SeineFarbe ist vorlreflich, warm und wahr. Alles istfieiffig ausgeführt, und hat gleichwohl den An-schein der größten Leichtigkeit. Rost VI. 245 — 47 -Einem ähnlichen Urtheil von ihm fügt Descampsnoch bey: »Sein Baumschlag drückt die verscho-nen Baumgattungen sehr gut aus; seine mannig-faltige Tusche hat nichts von Manierung, und istvon der Natur eingegeben. Seine Plane sind wohldurchdacht, und der darüber sehr geschickt verbrei-tete Dunst zeigt immer gehörig die Entfernung an "»Dieser Charakter seiner Gemälde" (sagt BarrschV- Z2i.) »erscheint zum Theil, doch eben bloß zumTheil, auch in den von ihm geätzten Blättern, welche,weit entfernt, durch malcrsche Effekte von Helldun-kel sich auszunehmen, bloß leichte, mit einer drei,ten, und mehr gelehrten als geistreichen Manierausgeführte Zeichnungen darstellen." Auch Rostnennt seine Nadel fett und gelehrt. Die meistendieser Blatter sind im heroischen Styl, theils nacheigner Erfindung, theils nach Zeichnungen vonGasparo Ponssin, und eines nach Mola, zusam-men 26. Stücke, welche alle bey Barrsch (>. 0.383 — 97 ) ausführlich beurtheilt sind. ^ Daß er,wie Basan sagt, »ach Berghem geatzt habe,wird von Barrsch geläugnet Dagegen kennt man3o. historische Blätter von ihm, nach Lairesse ,>n dem bekannten Werke desselben, deren leichteNadel von^osi besonders gerühmt werden. Aach seinen Zeichnungen dann hat Adrian van der Laan

Glenck. 4 §§

eine ganze Sammlung von 40. Blattern (nur zweydarunter nach van Huysum und Eines nach Du-bourg) geatzt, von welchen Barrsch (I. c. 59)rühmt, daß solche den Geist ihrer Urbilder vortref-lich ausdrücken. Juwinklers Katalog findet sichein Schäfer am Fuß eines Monuments, mit einervor ihm stehnden Schäferin, in Schwarzkunst ge-schabt, und mit Olaubsr j. k. unterzeichnet; lindendlich in einem Verzeichniß meines sel. Vatersein Bildniß des Prinzen Ludw. Heinr. von Condö,von Drevet gestochen, das aber wahrscheinlich sei-ner Schwester Diana zugehört.

* Glauber, (Johann Gottlieb), Johann»jüngerer Bruder. Mprril genannt, dessen im Lex.unter dem Art. seines Bruders Erwähnung geschieht.Auch von ihm führt Barrsch V. 598—99 zweyBlatter an, welche gewöhnlich dem ältern zuge-schrieben werden, obschon solche ausdrücklich mitI. 6 . 6 . t'. bezeichnet sind. Das eine: Ein Schä-fer und eine Schäferin in einer gebirgigten Land-schaft; das andre: Ein vom Sturm zersplitterterBaum.

— — ( ) Bildhauer zu Weimar , wo er

um 1785. arbeitete, und 1739- von Mensel II.noch unter den Lebenden angeführt wird. Von ihmkennt man mehrere Gypsstatüen; wie z. B- dieje-nigen der Verschwiegenheit, und der Gesundheit.Und zu Duffourt, dem Sommeraufenkhalte derverwitribten Herzogin, sieht man an dem Fußgestelledes dort dem Herzogen Leopold durch Oeser errich-teten Monumentes das Brustbild desselben, von'Glauber in Marmor Mensel Mus. V. 24.wo er in einem Aufsätze von Carl Lang ein großerBildner, und gefälliger Mann im Umgänge ge-nannt wird.

Glaucon, (A.). So heißt ein niederländi-scher Maler, von den« uns nichts anders bekanntist, als daß I. van Meurs nach ihm das Bildnißdes Gottesgelchrten Heinrichs a Diest gestochen hat.

Gleizeler, (Johann Caspar), ein Maleraus der Schweiz , von welchem man in dem Spei-sesaal der Carthausc zu Bologna vier große Land-schaften siehet. cMc.

Glenck, (Johann Georg), geb. zu Halle inSchwaben 1751. studirte zu Berlin und Dresden die Baukunst, in Verbindung mit allen dazu erfor-derlichen Wissenschaften. Schon frühe bekleideteer die Stelle eines Bauinspcktors seiner Vaterstadt.Einen der ersten Beweise seiner Kunst legte er in1777. an dem schadhaften Kirchthurme zu Kupfer-zell ab, wo er den untern Stock, 20^ hoch nichtnur ausgenommen und neu eingesetzt, sondern auchein tieferes Fundement gegraben hatte; und ineben dem Jahr den noch seltner», als er einemalten Thurme zu Oehringen , den man sich wegenseiner ungewöhnlichen Festigkeit nicht abzubrechengetraute, und doch wegen der anliegenden Bürger-häuser mit Pulver nicht sprengen konnte, mit derElastizität hölzerner Keile zu sprengen angegebenhatte. Dann machte er sich 1779- durch Ableitungder wilden Wasser von dem Salzbrunn zu Halle,und späterhin 1783 — 86. durch allerley dortigeBauten, so wie i? 83 - durch Leitung des inner»Baues des Residenzschlosses Oehringen berühmt.Seit 1781. und noch 1789- lebte er zu Weisbach, alsDirektor der dort gelegenen Saline, und mit demTitel eines Fürstl. Hoheulohe-Jngclfingischen undNeusteinischen Bauraths. Starb 179 . Meus.

I. II. Seine Schriften (welche freylich mit bilden-der Kunst nichts zu thun haben) s. in Ebend ess.Schriftsteller - Lexikon.

— — (Johann Wilhelm), des obigen jüngererBruder, geb. zu Halle in Schwaben 1753. Der-selbe hatte erst, neben Desuchung des Gymnasiumsz» Halle, das Beckerhandwerk erlernt, und dasselbewirklich durchwandert, dabey aber immer mehrereNeigung für die Wissenschaften verspürt Wäh-rend seines Aufenthalts zu Carlsruhe hörte er da-