Band 
Zweyter Theil [1].
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463
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Golzius.

von einer Menge Künstler», und besonders vonseinen treflichen Schülern, Aac. Marhain, Joh.Saendram und Joh. Mutter geliefert wurden.Seine selbst gestochene Blatter theilt ZZarrsch erst-lich in diejenigen nach seiner eignen Erfindung(und diese wieder in biblische, sonst geistliche,weltliche, historische und allegorische, mythologi-sche; dann in bekannte sowohl als anonyme Bild-nisse, und endlich noch in Helldunkelsiücke); zwey-rens in diejenigen nach Andern (nach Barentsen,Caldara, Aug. Carracci , Corn. Cornelis, A.Montford, Palma , Rosso Roffi, Fr. Salviati ,Raph- Sanzio, Spranger, Stradan, und M. deVos) zusammen 296. St. Dann folgen die Zwei-felhaften oder auch offenbar falsch ihm Zugeschrie-benen , die sich aber nur auf 27. erstrecken. Hier-auf (wieder in Klassen gereihet) 97. Blatter,welche von anonymen, und endlich (den Meisternnach) 264. welche von benannten Künstlern (deBrun, Clock, Collaert, Dolendo, Drebbel, Fri-sius, de Gheyn, Golzius, Matham, Müller,Sadeler, Saendram und Eichem) nach ihm gesto-chen worden, und wovon diejenigen von Mathamizr. die von Saendram 72, die von Müller 7.ausmachen. Man kann sich in dieser Art von Ver-zeichnissen nichts Vollständigeres und Genaueres,zugleich aber auch nichts Uuterrichkendcrcs, alsdiese Galerie von 587. Blättern denken. In einnäheres Detail uns einzulassen, ist hier nicht derOrt. Die 6. Blätter, welche die Meisterstückedieses Künstlers genannt werden, können uns eineallgemeine Idee von seinem Genie — von dem waser vermocht und was er nicht vermocht, geben.Er gab sie, wie man glaubt, um zu zeigen, daßausser der breiten Manier, die ihm eigen war, erauch fähig sey, die zartere andrer Meister nach-zuahmen. Es sind: Die Verkündigung im Ge-schmacke (wie er wohl dafür hielt), vonRaphael;die Heimsuchung Mariä, im Geschmacke von Par-mesan; die Anbetung derHirten, nachBassano'sWeise; die Beschneidung, nach Dürers. Diesesmag das schon oben erwähnte Blatt seyn, welcheslange die Pein der Kenner ausmachte, und aufdem sich, in der Figur hinter dem Greisen derdas Kind Jesus hält, des Künstlers eigenes Bild-lich befindet; bann die Anbetung der Könige, imGeschmacke Luc. van Leyden , und endlich die

H Familie, im Geschmacke von Baroccio: Welche

alle Füßli (IV. 67—76.) sehr gut beschreibt undwürdigt. Noch zahlt dann Ebenders. (I. 165.20z. 111 . i6r. IV. 6z. 66 77. 78) unter seine beß-ren Blätter: Den Prophet Jesajas -nach Raphael ;die vornehmsten männlichen Gottheiten der Alteni8-B>.) und zwey Sybillen, nach Polydoro; einenHieronymus in der Wüste, nach Palm« dem jun-gem; der Leichnam Christi, von einem trauerndenEnget uberm Grab gehalten, eine H. Familie (Halb-figuren), und Venus und Mars, alle nach Spran-ger; endlich: Das Leiden Christi (12. Bl.) in Luc.von Leidens Geschmack; Joseph und Maria, diedas Kind zween Hirten zeigen (welches er, als un-vollendet, für sein letztes Blatt hält, und Christusund die Apostel (14. Bl. Halbfig.), alle nach ihmselber. An diesen letzter» rühmt er, neben Anderm,die ungemein wissenschaftlich und mit ausnehmen-der Wahrheit dargestellten Hände; und von demim Profil genommenen Kopf Christi sagt er: Ersey vielleicht einer der schönsten, die jemals ge-zeichnet worden sind. Von seinen Bildnissen mußman dasjenige von Theod. Cornhert sehen, umüber eine solche Kühnheit und Kunst zu erstaunen!Rost v. wo sich S- 192—202. ebenfalls guteNvkizzen von seinen Arbeiten befinden; und nochweit bessere, selbst nach Barrsch zu beachtende,in dem winklerschen Gantkatalog B. Ill- p.579 -H6. Und endlich ist auch derjenige vonBrandes nicht zu verschmähen

Von der Kunst des Eonrad, Jacob und JuliusGolzius ist genug gezcuget, wenn man nicht ein-mal weißt, ob sie Heinrichs Söhne oder bloßAnverwandte waren. Von letzkerm kennt man 4.historische Blätter nach I. Bol; Jesus und die

Gomerio. 46 z

Samaritanerin (1536 ) nach Heinr. Golzlus, undeinen St. Hubert auf den Knieen (1534.) ohne Na-men des Malers. Von Jacob z. Blätter, alle»ach Heinr. Golzius: Eine sitzende Pallas, unterKriegern; einen jungen Menschen, der sich gegendie Geldantrage einer alten Frau — und hinwiedereine junge Frau, die sich gegen die Liebkosungeneines alten Mannes vertheidigt, ülartrc/r l. c. x.122—2Z.

^Golzius, (Hubertü Sein erstes Studiumhakte die Schönen Wissenschaften zum Gegenstände,von denen er zu den schönen Künsten übergieng.Er beschäftigte sich sein ganzes Leben durch, diesebeyden Zweige auszubilden. Bey seinem LehrerLombard copirce er so viele Zeichnungen nach denAntiken, daß dieses in ihm die Lust erweckte, nachItalien zu gehn, um die Alterthümer an der Quellezu erforschen. Nach seiner Zurückknnft ließ er sichin Brügge nieder, und gab nach und nach dieMenge von Werken ans Licht, ^welche Kenner, inmehrern Rücksichten, immer schätzen werden, pa-pitton sagt, daß er selbst Vieles in Holz und Hell-dunkel gearbeitet, und nämlich die Umrisse geätzt,und die Schatten auf Holzstöcke geschnitten habe,ein Verfahren, welches nachwärt von Mehrernbefolgt ward; wodurch aber (wie Rost bemerkt)jene, die Umrisse, trocken und gekritzelt erschienen,und somit weder den Ausdruck noch die Schönheiteines eigentlichen Holzschnittes hatten. Seine(lateinisch geschriebenen) bedeutendsten Werke sind:

1. kssri Noinn»! ex »akUjnis »mnismsiidus er Mer-ino,ibus . t'oi. Niu^ir. In seiner eigene» Offizin.

2. Icones Impeisioxuai Itomonnruin ei Leries ^uslriz-

corum. v'ol. iiiugis. Die Zueignung an Philipp II.i» Spanien verschalle ihm die (zwepdeutige) Würdeeines Geschichtschreibers und Malers dieses Monar-chen. Vs» diesem Werke waren die Münzen in Hell-dunkel ausgeführt. Eine neue Aussage davon erschiennachwärts etwas vermehrt zu Antwerven, mit bessernStichen, ebenfalls in Helldunkel, in Pfefferkuchen-Farbe.

5. 6. Iiilios Lsessx, siv. Ilisrori» Iin^ersr. No-

insooruin ex Slilig. diumismar. lestUuia. I°ol. Lrug,

57Z. mit -ch. Stichen.

4. l osci Magisrraruuin ek M iumpkoruin komanorum »l,^ II. c. all /vugusti obäum ex aorig. moriumem. rcsri-

run. I'ol.'lirug. 566. mit 2Z4. Stichen.

5. Orsecia- uolvei-sre oumisiuala, c. Ooiunieorai-.

k'ol. 620.

(Wahrscheinlich alle diese fünfWerke zusammen, undmit denselben auch die griechischen Alterthümer, unterdem Titel: Noiailare ec Oisec-e Liiriijuilririj MOIIU

ik>e»r» ex piiseis i,u„>>siiislil>us eruta. 5. Vol. kol.-Intweip. 6 z 4 ^ss 5 -)-

6. Eine deutsche llebersetznng, wahrscheinlich von N. 2.unter dem Titel: lebendige Bilder aller Reyser»,mit dem historischen peinzek nach irrn Farbengemaket durch Hubert» mGholtzvon Wirtz-bürg. Fvl 557- mit -56. Fig. und Ebendas.ipanisch zu Autors (Antwerpen ) Fvl. 566.

Uebrrgens giebt man unserm Golzius Schuld, daßer nicht immer, weder die Kunst, noch den reinenWillen besessen habe, unächte Münzen von denachten zu unterscheiden; ein Vorwurf, von demselbst vaittanr ihn nicht loszuzahlen vermochte.

Von seinen (wie sonst behauptet wird, häufigen)Arbeiten als Maler dann ist nur Weniges bekannt.Zu Antwerpen sah mau von ihm die Eroberungdes güldenen Vliesses für das Haus Oestreich, ineiner beherzten Manier gemalt, und das Bildnißeines Mönchs (Bruders Cornelius) dessen Predig-ten er besuchte; welches von Carl Mander, deres gesehen hat, sehr gerühmt wird. Rost V.89—92. Bouginä II. 222- -ttürr ttibliotb. —Oktal. Liü/. T-z-r»'.

* — — (Johann). S. im Lex. den Art. sei-nes Sohns Heinrich.

— (Rudger). S. Ebendas. den Art. sei-nes Sohns Hubert.

*Gombaud,( ) hieß Johann.Gomerio, (Augustin). So heißt ein junger