498 Guido.
* Guido, (der Kleine), ein Beyname von L>
Baugm.
* — — (da Bologna ). S. im Lex. GuidoAntlchlsslino. Bernardin Bald, in einer vonMalvasia angeführten Handschrift: kscoZiitoreg'untioks stlttura nennt ihn noch unter IlZo.Fiorillo II. 443. s. v. Guido.
* Guidobono, (Domin. und Barthol.),
welche im Lex. unter Einem Art. erscheinen. Beydewaren Söhne von Joh. Anton, einem geschicktenFayencemaler zu Castelnuovo in der Lombardie,der sich zu Turin haushäblich niederließ, und i 585 -in seinem 90. I. verstorben war Barrholomegeb. zu Savona »654. studirte zu Parma nach Cor-reggio und hernach zu Venedig . Er malte beyHause, wie sein Vater, auf Fayence, hernachaber auf frischen Kalk in Gesellschaft mit HeinrichHaffner, und in Oelfarben Alkartafeln in verschied-nen Kirchen, und st. ,709 zu Turin . Dominikussein jüngrer Bruder und Schüler, geb. zu Savona 1670. malte vornämlich Früchte und Blumen.Dieser starb z» Neapel 1746. b). 1 '.
II. p. 139. Lanzi II. 2 338 — 39 - urtheilt vonihnen, wie folgt: „Einen zarten Pinsel, in derManier des Ferrari und der Nachahmung des Cor-reggio, nur etwas minder ungezwungen, sah manau Bartholome Guidobono, oder dem soge-nannten prerö di Savona . Derselbe hatte An-fangs gemeinschaftlich mit seinem Vater, in Kon.Eavoischen Diensten, in Majolica gemalt, undlegte somit den Grund seiner Kunst in Piemont.Zu Turin sah ich von ihm Verschiedenes, auf Nea-politanisch colorirt, was zu dieser Zeit dort Modewar; darauf gierig er nach Parma und Venedig , undwurde durch fleisstges Studium ein sehr geschickterMann, der zu Genua und anderwärts häufigeBestellungen bekam Mehr als seine Figuren, dieer wohl lang hielt, lobte man seine meisterhaftenBeywerke von Blumen, Fruchten und Thieren,wie man dies Talent von ihm vornämlich in seinenFabeln im Pallasi Ccnturioni zu Genua erblickenkann. Ganz besonders hatte er den Castiglionestudirt, und so nachgebildet, daß seine Copien vonden Urbildern schwer zu unterscheiden find In-dessen war er auch im Geschichtlichen nichts weni-ger als zu verachten; und überall vereinte er miteiner besondern Anmuth die schönsten Effekte desHelldunkels; so z B- in seinem trunkenen Loth,und in drey andern Gemälden im Pallast Brignole-Eala ermeldter Stadt. Auch in Piemont siehtman Mehreres von ihm und seinem Bruder Do-minikus, einem ebenfalls zarten und graziösenMalcr, von dem man z. B- im Dome zu Turin eine Glorie von Engeln findet, die uns an dieSchule von Guido erinnern. Sogar würde er denVorzug vor Bartholome behauptet haben, wenner immer bey dieser Manier verblieben wäre; waser aber leider nicht that, und sieht man z. B inGenua von ihm, nebst wenig Gutem, sehr vieläusserst Gemeines."
* Guid 0 cci 0. S. den Art. I. Cozzarelli.
* Guid 0 ni 0. S. Guidone und Guidoni.
* Guidoeri, (Joh. Lorenz). Von diesemKupferstecher kennt man auch ein kleines Bataillen-Etück. ^c.
* — — (Paul), genannt der Ritter Borg-hefe. Lanzi I. 204- setzt sein Todesjahr in 1629.und nennt ihn einen Mann von Genie, in man-cherley Kenntnissen bewandert, aber eben nicht vomauserlesensten und feinsten Geschmacke, den er sichzu Rom in dem seichten Zeitalter der Päpste Gre-gor, Sixtus und Paul V. angewöhnt hatte. Ir-gendwo liest man von ihm — wir werden untenhören warum: »Er hakte 14. Handwerke; aberkeines konnte ihn von der Armuth retten!" InRom sieht man mehrere seiner Freskoarbeiten inder vaiikanischenBibliothek, an der H. Stiege undin verschiedenen Kirchen; was immer zeigt, daß er
Guilberr.
dort unter seinen damaligen Kunstgenossen einen ge-wissen Vorrang behauptete; dann zu Lucca seinallegorisches (kaum prophetisches?) Gemälde aufdiese Republik , auf dem dasigen Rathhaus. Nachihm hat ein Ungenannter, in I de Iode's Ver-lag, einen St. Franzisk in Ketten, von zwey En-geln gehalten (ein seltenes Blatt), gestochen; dannMatch, und Fr. Greuther ein großes, schönes undebenfalls sehr seltenes Blatt, von emblematischemInhalte, zu Ehren des Hauses Urfini, welches derwinklersche Gantkatalog ausführlich beschreibt.Ein sonderbares Gemälde von unserm Künstler,giebt Milizia Lll. r--. II 166 69 ) Nach ihmkam er sehr jung nach Rom , legte sich dort zuerstauf die zeichnenden Künste, und ward anfänglichein guter Maler der aber das MiSgeschick hatte,daß fast alle seine (Fresko.) Arbeiten, theils beyRestaurationen, theils durch Zufall verdorben, be-deckt oder eingerissen worden. Dann wiedmete ersich der Sculptur, und erwarb sich durch ein Mar-morgrupp von sechs Figuren für den KardinalScipio Borghese die Ehre, den anfangs erwähntenBeynamen zu tragen. Als Conservatore del Eani-pidoglio (einer der vördersten armseligen Würdendes neuen Roms) welche Stelle er übrigens mitgroßem Lob bekleidete, bewirkte er ein sehr strengesDekret diejenigen Maler betreffend, welche sichgegen die Akademischen Constikute widerspenstig er-zeigten. 1, Dann " (fährt Miliz,« fort) „ galt erauch für einen guten Baumeister, von dessen wirk-lichen Arbeiten in diesen Kunstzweigen indessennichts bekannt ist, als daß er in 1622. den Auf-trag zu einem prächtigen Apparat erhielt, der fürdie Kanonisation von vier Heiligen dienen sollte."Hierauf macht er sich über seine ungemössene Wi'-sensbegierde lustig, woiwt er sich auf die dispara-testen Studien, Mathematik, Astrologie, Jura,aller Gattung Musik, Poesie u. s. f. legte, undz V. die Idee im Kopf trug, ein episches Gedicht,das zerstörte Jerusalem zu schreiben, undsich's — schrecklich zu hören! dabey zum Gesetzmachte, jede Octave mit denselben Worten vonTasso's befreitem Jerusalem zu schließen.Nützlicher war denn freylich sein Studium der Ana-tomie; aber auch dieses trieb er bis zum seltsam-sten Exzesse, scharrte frischbegrabne Kadaver ausden Kirchhöfen auf, und trug sie in einen Winkel,um nach denselben zu zeichnen — und endlich ge-rade, wie solches auch von I. B. Dann' erzähltwird), bildete er sich aus Wallfischgrathen eineGattung Flügel, und machte einen öffentlichenVersuch damit. Wirklich trugen sie ihn eine Vier-telmeile weit; dann aber fiel er zu Boden undbrach sich ein Hüftbein. Endlich heißt es beyMiliz,« von ihm: »Er war ein Mann von hüb-schem Ansetzn, von großer Gegenwart des Geists,aber eben höchst bizarr im Denken und Raisoniren."Auch diese Asche ruhe im Frieden!
Guiducc,, (Angelus). So heißt ein wenigbekannter römischer Landschaftmaler und Kupfer-ätzer des XVIII. Jahrh, von welchem der Mink-lersche Gantkatalog 2. leicht u. geistreich gearbeiteteBlätter, mit seinem bloßen dort bemerkte» Mono-gramm bezeichnet kennt, welche einen jungen Bauer,mit seinem Hund unter einem Baum sitzend, und(als Pendant) eine junge Bäurin im Gras, miteiner Ziege und zwey Gitzlein zur Seite vorstellen.Eben dieser Künstler hat auch Bildnisse nach Van-dyck gestochen.
* Guiglielmielli. S. Guglielmelli.
Guigou, (V ), ein römischer Kupferstecher,von welchem man ein Blatt nach I. F. Ronia-nelli: Herkul auf dem Scheidewege, kennt
Guitarre, (Matthäus), ein spanischer Malerdes XV ll. "rahrh Schüler des Franz, de Ribalta,wird von Fiorillo IV. 194. unter diejenigen ge-zahlt , welche lange Zeit die Ehre der Malerey zuValenzia behaupteten.
Guilberr, ( ) ein französischer Bauntttt