Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
514
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ZI4 Hamilton.

standen, äusseren Schicksale er mehrere Schau-münzen geprägt hatte, wovon eine diesem letzter»so wohl gefiel, daß er einen kostbaren Ring voinFinger, und solchen nur eigener Hand (wieLochner ausdrücklich sagt) an den Finger desKünstlers steckte!

Hamersveld, ( ). So wird irgendwo,

ohne Weiteres, ein Kupferstecher genannt.

* Hamilton, (Anton Jgnatius von), desunten folgenden Joh. Georgs Sohn (dessen imLex. unter dem Art. seines Großvaters Jakobsgedacht wird), geb. zu Wien 1696. lernte beyseinem Vater, und zeichnete sich in derselben Gat-tung aus. Anfänglich kam er in Sachsen -Weima-rische, und sieben Jahre spater in Kur-SächsischeDienste. Heinecke sJachr. I. 11/,.

* (Carl Wilhelm von), des unten fol-genden Jakobs jüngster Sohn, dessen das Lexikonunter seines Vaters Art. gedenkt. Geb. zu Brüssel ,lernte bey seinem Vater und seinen Drüdern. Nach-dem er die Kammerdiener-Stelle bey dem BischofAlex. Sigmund von Augsburg verlassen, legte ersich gänzlich auf die Kunst. Seine Arbeiten in derGattung, deren das Lex. Erwähnung thut, sahenpolirt wie ein Spiegel aus, und gaben (setzt deFonrcnap hinzu), aus lanterVollendung ein wenigins Trockene. Auch brachte er lange Zeit über einemsolchen Kunstdinge zu, und ließ sich dann verhält-nißmäßig theuer bezahlen. Bisweilen malte er auchBildnisse, Jagdstücke und Pferde im Großen. (Bey-spiele von letzter» s. man in der Bischöfl. Reitschulezu Augsburg .) In seinem Alter bekam er ein Ge-wächs an der Nase, und blieb von da an beständigzu Hause. Bey seinem Tod hinterließ er eine Menge»«ausgemalter Stücke. Einen ganzen Foliobandseiner Studien kaufte der damalige Cardinal-Bischofvon Constanz , die übrigen Zeichnungen Georg Christ.Kilian. Heinecke lJachr. I. nZ14.

* (Ferdinand oder Philipp Ferdinandvon), Jakobs ältester Sohn, dessen das Lex. unterseines Vaters Art. gedenkt. Derselbe ließ sich An-fangs zu Brüssel nieder. Späterhin gieng er nachWien . Neben Pferden malte er auch andre Thiere.Hein ecke brache. I. 112. S. unten auchPhilipp Ferdinand.

(Franz). S. Hamelron.

* (Gavinus). Bey anrückendem Altergieng Gavin nach England zurück. » Dieser Künst-ler " (heißt es irgendwo) » war kühn in seinen Er-findungen und geistreich im Ausdrucke. Wenn ereinen Fehler hatte, so war es der, daß er dieAntiken, zum Nachtheil der Wärme und der Ge-lindigkeit seiner Farben zu sehr studirt hat." Einausführlicheres und gründlicheres Urtheil von ihmfällt die Schrift: Winkelmann und sein Jahr-hundert (S. 28686.) wie folgt: » GavinusHainilton wurde der Kunst nützlicher, und verdientunser dankbares Andenken darum, daß er dasMangelhafte, Beschränkende der sonst gewöhnlichdargestellten historischen, allegorischen, oder ausder christlichen Mythe geschöpften Gegenstände ein-gesehen, und sich dafür vornehmlich an die Home-rischen Dichtungen gehalten hat. Er bearbeiteteeine ganze Folge von Erzählungen aus der Jlias,und hat überhaupt selten andern als griechischenStoff für seine Gemälde gewählt. Ob er übrigensimmer die am bcßren für die Darstellung geeignetenGegenstände ausgefunden, ist hier nicht der Ort zuuntersuchen. Es war damals erstlich nur darumzu thun, der Kunst von dieser Seite eine bessereRichtung zu geben, und durch Hamiltons Be-mühungen öfnete sich derselben gleichsam eine neueschönere Welt; die Forderung des Poetischen wurdemehr rege. Hamiltons Werke, kritisch betrachtetund mit den Mengsischen verglichen, stehen in denTheilen, welche zum Technischen gerechnet werdenkönnen, meistens zurück. Zeichnung und Formensind gut, doch nicht von solcher Reinheit und

Hamilton.

Schönheit, wie wir an Mengsens Werken gelobt;das Colvrit hat ebenfalls weniger Blüthe, wenigerSchmelz und Kraft; es fällt zuweilen gar etwasschmutzig und hefenartig aus. Der Pinsel ist zwarüberhaupt freyer, doch führt ihn Mengs mit größe-rer Kunst und endigt seine Werke in allen Theilenbesser; Hamilton hat dagegen mehr Gewandtheitim Gebrauch der Motive und ordnet gefälliger an.Seine Hebe kann in dieser Rücksicht als ganz vor-züglich angeführt werden." Auch der Verfassergegenwärtiger Zusätze kannte diesen geschicktenMann um 1762. in Rom . Zum wirklich großenMaler gebrach ihm auch nach unserm Sinne nichts,als eine selbst nur erträgliche Färbung, tstrengsund Winkelmann bemerkten oft, es müßte ihmam Sehns-Organ gefehlt haben, und die wahreFarbe der Natur ihm ganz anders als den übrigenMenschen erschienen seyn. Er war zugleich Gemal -dehandler, und, wenn wir uns nicht irren, durchdies Gewerbe sowohl als durch auf seine eignenKosten bewerkstelligte Eruition alter Kunstwerkereich geworden. Denn damals war es die güldeneZeit, brittische Kunstincroyables zu prellen. Anseiner Lokola Italica arbeiteten die KupferstecherA. Campanella, A. Capellan, C- Linti, I. Vol-pato u. s. f. Nach ihm selbst dann haben Ardell,Bartolozzi , P. Borghese, I. Caldwall, Cunego,Earlom, Facius,F.Haward, R-Houston, F. Legat,Ph. A. Kilian, B. Michel, und Morghen, theilsBildnisse, meist aber historische Blätter gestochenund in Schwarzkunst geschabt. Im Katalog vonBrandes werden die meisten von Cunego ange-führt, und dort besonders die Kronentsagung derKönigin Maria, von Francis Legat, und dann dieMalerey und Poesie von Raphael Morghen sehrschöne Blatter genannt. Ein Verzeichnis meinessei. Vaters aber giebt ihrer weit mehrere an. UnserKünstler, der ungefehr in gleichem Alter mit Mengsseyn mochte, müßte, der erwähnten Schrift: Win-kelmann u. sein Jahrh. (S. 285.) zufolge später-hin noch einmal nach Rom zurückgekehrt, und umden Anfang des Jahrhunderts dort verstorben seyn.In Fernorv's Leben von Carsten's S. 128. heißtes von ihm um 1792: »Hamilton" (damals ebenwieder in Rom ) »malte in seinem hohen Alternicht mehr."

(G-), ein neuerer englischer Maler,arbeitete für die bekannte Shakespearische Galerie. -Die Mutter, Gemahlin und Kinder Coriolans,vor ihm in flehender Stellung.

(H. D) Nach einem Künstler diesesNamens (wie es scheint lediglich Bildnißmaler),von dessen Lebensumstanden uns übrigens nicht dasgeringste bekannt ist, haben Bartolozzi , Earlom,Finlayson, Green, Huston und Watson vonrcf-liche Bildnisse englischer Standspersonen beyderleyGeschlechts, Schauspieler u. s. f- gestochen, vondenen ein Zehend in Brandes Gantkatalog ver-zeichnet sind.

* (Jakob von). Derselbe gieng, derReligion wegen nach Brüssel , und starb dorr ineinem Alter von 80 Jahren. Heinecke hpctw-I. 112.

* (Johann). Unter <LarI WilhelmHamilton's Nachlasse befand sich eine mit diesemNamen signirte Zeichnung in niederländischem Ge-schmack, welche einen Jäger zu Pferde in alterTracht mit Falken zur Neigerbeitze vorstellt; undaber wahrscheinlich von keinem andern als demJohann dem Pferdemaler herrührt, dessen dasLexikon unter Jakobs Art. gedenkt. HeineckeLJachr. I. 114.

, ei» andrer, als der Pfcrde-

maler, dessen das Lex. unter dem Art. Jakobs H>gedenkt, schrieb ein vollständiges System der Per-fektiv , welches 1749. Fol. zu London , mit Figurenin Druck erschien, Ob derselbe etwa mit

dem Johann Hamilton HNorrimer des Lex. EinePerson seyn dürfte, ist uns unbekannt.