Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
603
JPEG-Download
 

I o u v e n e t.

und großartigen Charakters. Mit schimmerndenFarben gicng er zwar nicht,zu verschwenderischum; allein er verfiel doch zu sehr ins Schwefelgelb;auch fehlten ihm, seiner meisterhaften AustheilungLichts und Schattens ungeachtet, die nothwen-digen Kenntnisse der Architektur und Linearper-spektive. Er nahm daher zu fremden Pinseln semeZuflucht, und ließ vorzüglich von dem berühmtenFeuillet die prachtvollen Gebäude im Hintergrundseiner Gemälde ausführen. Jdealische Formen undFiguren endlich darf man bey ihm freylich nichtsuchen, da er nur Franzosen zum Modell erkor."Auch der gegen seine Landsleuke unter den Ge-schichtsmalern sonst so strenge LVareler giebt un-serm Künstler ein beynahe »och uneingeschränkteresLob.Erhat" (sagter),eben so wie le Sueur,Italien nicht gesehn, und ist dennoch einer von denMalern, welche der französischen Schule am meistenEhre machen. Auch folgte er nicht einmal, wiejener, dem Geschmacke des Raphael und andrergroßer Meister von Rom ; er ist ganz Er selbst,und es scheint, daß ihn die Natur dazu gebildethabe, das zu seyn, was er war. Seine Zeichnungist von der größten Festigkeit und kühn vorgetragen;sein Ausdruck stark- Seine rohe Manier harmonirlnicht so gut mit weiblichen Figuren und graziösenZusammensetzungen, aber desto besser mit ernsthaftenGegenständen der Schrift. Seine Abnehmung vomKreuz besonders, welche für die Kirche der Kapu-zinerinnen verfertigt wurde, jetzt aber im Museumzu Versailles steht, kann dem Ruhm der Künstleraller Zeiten die Waage halten. Es ist Guercino mit Carraccio vereinigt, oder vielmehr, es ist deralle großen Meister herausfodernde Iouvenet. Wäredies Gemälde vor Pousslns Zeiten in Rom gewesen,so würde er es vielleicht für das vierte Meisterstückin dieser Hauptstadt der Künste betrachtet haben. "Ein Verzeichnis; meines sel. Vaters führt an dieL». Blätter (sowohl Bildnisse, als noch mehr Ge-schichte) an, welche zum Theil die berühmtestenMeister nach ihm gestochen haben, unter denen,dem Katalog von Brandes u a. zufolge: Derwunderbare Fischfang und die Aufcrweckung desLazarus vonI. Audran Christus der die Krankenheilet, die Erhöhung des Kreuzes, und besondersdie obenerwähnte Abnehmung vom Kreuze, dannSt- Bruno (ein Meisterstück des Ausdrucks), allevon L. Deplaces das Gastmal bey Simon demPharisäer, die Vertreibung der Krämer aus demTempel und die Auferweckung des Sohns derWittwe von Nain, von G. Duchange die Weisen-vom Morgenland, und der todte Christ am Fußedes Kreuzes von A. Loir der geheilte Gicht -brüchige von St. Picart, ebenderselbe von C- Ver-meulen, und endlich das Magnificat von H. S.Lhomafsin zu dem Vorzüglichsten gehören mag.Eine letzte Oelung von ihm hat in neuern TagenMasquelier der jüngere, »ach Dubois Zeichnungfür das Museum Napoleon gestochen.

Iouvenet der jüngere. Nach le Viel!

I. 204. wird ein Maler dieses Namens, dessen das

Ler. nicht gedenkt, für Johannsd Franzens

Neffe, und für einen Schüler des erster» gehalten.

Diesem Mann " (heißt es dort)fehlte nichts alsdie Gabe der Erfindung. Man schätzet leine, nachverschiedenen Gemälden der größten Meister füreinige Abteyen und Kirchen in der Normandie ge-malte Copien, gar ausserordentlich hoch. DieKapuziner von Rouen trugen ihm auf, den Toddes St. Francisk seines Oheims, der diesen Gegen-stand für die Kapuziner zu Sotteville gemalt, zucopiren. Dies geschah Nach einigen fahren kamer wieder nach Rouen , und irrte sich selbst, da ernämlich (seltsam genug!) seine Copie für das Ori-ginal ansah, und glaubte die Bruder von <v»tte-ville hätten ihren Milbrüdern solches abgetreten.

* ( ). der Bildhauer, welcher eben-

falls für Johann des ältern Bruder gehaltenwird, und dessen das Lex. unter dem Art. diesesletzter» kürzlich gedenkt. In S- Lhomassins eleu-

Jsaae. 60Z

dmi Werke findet sich (NG 100.) seine Statue desVollblütigen.

Ioup, ( de), s. Dejoux. Hier bemerken wirnoch von ihmdaß derselbe in ältern Tagen für denHof die Bildsäule des Marschalls von Carinat ver-fertigte, von weicher das Modell in 1781. in decAkademie zur Schau ausgesetzt wurde.

Irbi, (Friedrich), LordBesson. SoheißtinBrandes Gantkatalog ein englischer, wahrschein-lich bloßer Liebhaber, von dem man das selteneBildniß einer Dame ganzer Statur, doch bloß inQuartformat, kenne.

Ireland, (Samuel), Esq. Kaufmann inLondon , als Schriftsteller und Artiste rühmlich be-kannt. Er bereiste die Niederlande , einen Theilvon Frankreich , vornehmlich aber sein Vaterland,oder vielmehr dessen Flüsse, und machte sich durchmalerische Reisen, die durch seine und Gilpin'sWerke ein neuer Lupus-Artikel wurden so wiedurch seine Erläuterungen Hogarths, und hienachstin Deutschland namentlich auch dadurch berüchtigt,daß er noch »»gedruckte Handschriften von Shake­ speare besitzen wollte, deren Unachtheit aber be-sonders durch Eschenbiirgs Aufklärungen ins Lichtgesetzt wurden Er starb im September 1800. Baur .Ohne Zweifel ist er der nämliche, den andre frühereNachrichten, unter dem Namen von S. Inlandals einen engläudischen Pcrspektivmaler anführen,nach welchem I. Wells Prospekte von Hertfords-hire, Worcestershire , Oxford und Cambrigde ge-ätzt habe, deren der Katalog von Brandes etlicheanführt, Eine ausführliche Critik über

Samuel Irekand kicturesgus Viscos on t!,srivsr Uranien vvickl observalüonn on tks vvorksof artn In ikn vioinit/ findet sich in MeusekslZ. Miscekl. II. 2iZ18. wo über das Artistischedieses Werks im Allgemeinen geurtheiit wird, wiefolgt:So sehr diese Blätter durch die Warmeder braunen Farbe, und durch die Reinheit mitwelcher sie verfertigt sind, daS Auge gewinnen, si>findet man doch bey näherer Betrachtung nichtsUnterhaltendes darin, weil sie in der Ausführungganz von der Natur abweichen. Die Aquatinta-Manicr scheint für die eigentliche Landschaft (etwaFiguren und Häuser ausgenommen) gar nicht ge-macht zu seyn. Die Umrisse von der Radiernadel,welche vorher in die Platte eingeätztwerden, steche»zu merklich vor, sind hart und abschneidend, be-sonders an den Bäumen und Gründen. Das Lichtist zu eingeschränkt und nicht mit sanften Ueber-gängen begleitet; die Schatten sind nicht abwech-selnd , öfters wie Flecken in den starken Tuschen;die Schlagschatten sind silhouertenarkig, u. s f.Lüfte und Wohnungen nehmen sich am Beßten aus."

* Iriare oder Ikr'arre, (Ignatlus de).Imarre ist der rechte Name, geb. zu Azwizia 1620.Derselbe kam mit einigen Vorkenntnisseu in dieSchule Herrera's des ältern, hatte aber kein Talent,Figuren zu zeichnen, und legte sich daher auf dieLandschaft. Hierin brachte er es zu einer so großenVollkommenheit, daß man beym Anblick seinerWerke in eine fremde bezaubernde Welt versitztwird. Murilko sagte: Daß Irüarre seine Bildermit einer göttlichen Inspiration malte. Die Fi-guren mußte er aus schon bemerktem Grunde meistweglassend Uügeachtct viele seiner Werke ausSpanien weggegangen sind, so sieht man dennocheine beträchtliche Anzahl derselben in verschiedenenPrivatsammlungen hauptsächlich zuSevilla. DieserKünstler hatte sich der dortigen Akademie eifrigangenommen, und das Amt eines Sekretärs der-selben rühmlich verwaltet. FloriHa IV. 28081.

* Isaac, (Caspar und Claudius). Ihre theilsselbst gestochene, theils verlegte Blatter Satiren sichvon itfto 1672. und bestehen meistens in Bild-nissen, von welchen ein Vcrzeichniß meines st!,an die /,o. anführt.

* > (Peter). Die nach ihm von A. Bvis

Hhhh 2