6i4 Karstens.
ne Stelle aus der Schrift: winkelmann u. f.Jahrh. (S. 026 — 28.)Jakob Asmus Rarsten«zog jetzt am meisten die Aufmerksamkeit der Kunst-freunde auf sich, und fand unter den jungen siudi-renden Künstlern eine nicht unbeträchtliche AnzahlVerehrer und Jünger; hingegen gao es ebenfalls,besonders unter denjenigen, welche schon langer inRom gelebt, nicht wenige Anfechter seines Ver-dienstes und seiner Meynungen. Er besaß, beygroßem Talent, großen Ernst und »»ermüdetrege Lust zum Studium. Wir glauben, es ge-schehe keinem andern dadurch Unrecht, wenn wirsagen, Barsten« war der Denkendste, der Strebend-ste von allen, welche zu seiner Zeit in Rom derKunst oblagen. Offene, treuherzige Anspruchs-losigkeit machte ihn liebenswürdig; das Aevsscrewar ausnehmend schlicht, ja fast zu nachlajsig-Auch er schätzte die Werke der altern Florentinerund anderer Künstler, die vor dem Anfang desXVI. Jahrhunderts gelebt haben, freute sich ander naiven Einfalt der ungeschmückten Wahrheitihrer Darstellungen, oder, damit wir uns seineseigenen passenden Ausdrucks bedienen, an ihrerEhrlichkeit. Indessen nahm er dieselben niemalszum Muster; es leuchtet vielmehr aus allen sei-nen Arbeiten eine entschiedene Neigung zum Ide-alen hervor. Unverkennbar hat ihn anfänglichMichel Angelo's Kraft und Großheit vor allemandern mächtig angezogen; deßwegen behielt erauch immer eine sehr derbe, breite Manier inden Formen. Was aber den Geschmack der Fal-ten , die Wahl der Motive betrifft, so bemerktman, daß, nach einem allmähligen Uebergang,endlich Raphael ausschließlich sein Vorbild ge-worden ist. In den letzten Arbeiten webt durch-gehends ein inniges zartes Fühlen, eine leben-dige Seele; auf einige ließe sich das Kunstwortder Jialiäner Otto con l'anlma schicklich an-wenden, und dieses ist auch ihre preiswürdigsteSeite; ein selten gewordenes und daher destoköstlicheres Verdienst , Hingegen zur Richtigkeitim Umriß, zum gefälligen Eolorit und freyerBeherrschung des Pinsels iss. Barsten« nicht ge-langt. Seine Werke sind rNit Verdiensten derje-nigen Art ausgestattet, die ihre Quelle in derBrust des Künstlers, in den schönen Eigenschaf-ten seines Geistes und Herzens haben; was manhingegen etwa das Schulgercchre in der Malereynennen möchte, dem leisten sie nicht volles Ge-nügen und erfuhren eben darum von so vielenKünstlern heftigen Tadel. Der Widerschein vomGeschmack des Michel Angelo , den man, wieoben schon gedacht worden, in Karstens Werkenantrifft, erregte gegen ihn die gewaltigsten Vor-würfe. Er ahme, hieß es, die Formen seinesVorbildes nur oberflächlich, ohne die erforder-liche Wissenschaft nach; seine Gestalten seyendaher, anstatt groß, schwerfällig geworden. Wirmüssen indessen zur Berichtigung hinzufügen, daßunser Künstler sich besser als viele andere, welche,unter dem Panier des Michel Angelo , die Schwie-rigkeiten der Kunst überwinden wollten, vor auf-fallend verdrehten und widernatürlichen Stellun-gen in Acht genommen. Bey ihm waltet überalldie Neigung zum Ungezwungenen und Naivenvor, so sehr, daß zuweilen selbst ein ungünsti-ger Contrasi mit der breiten derben Manier derGestalten entstanden ist. In den Irrthum, Gegen-stände bearbeiten zu wollen, die seinem Talentnicht angemessen waren, verfiel unser Künstlerzum öfter». Der Ernst seiner Natur, seinesStrebens verlangte, wenn er sich auch bis zujenem Hohen, Stillen in der Kunst nicht ausbil-den konnte, wo Malerey und Plastik zusammengränzen, wie z. B. in den Propheten und Si-byllcn des Michel Angelo, doch zum wenigstenernsthafte pathetische Gegenstände; aber er suchtemehr nach gefälligen, nach neuen oder doch sel-ten bearbeiteten, und verstand zu wenig von derKunst ihren Charakter und Darstellbarkeit gehörigzu prüfen. Daher hat er oftmals Undarstellba-res unternommen, auch sich oft an Gegenstän-den versucht, welche eine muntere Laune in der
Kaufmann.
Behandlung erfordert hätten und ihm also vonSeiten des Leichten und Scherzhaften nicht ge-lingen konnten. Liebhabern wird hierüber zu eig-nem Urtheil Gelegenheit gegeben, indem fünfzig,mehr oder weniger ausgeführte, Zeichnungen die-ses Künstlers, auf dcr Herzoglich-WeimarischcnBibliothek verwahrt werden u. s. f/° EineSammlung seiner Studien, welche er seinemFreunde Fernow legirt hatte, sah' man bey derWeimarischen-Kunstausstellung von 1804.
* Bartar ins, Barrarus oder Tar-tarus (Marius), s. Earrari. Rost III. 218.(s. v. Barrarus- nennt ihn Zeichner, Kupfer-etzer und Kupferstecher, geb. in Italien umi 5 /;o. Arruth hingegen hält ihn für einen Deut schen , der sich bloß in Italien niedergelassenhabe. Von ihm kennt man: Einen Christus amOelberg nach A. Dürer (1-267. stomse), und eineHöllenfahrt Christi nach A. Mantegna , mit ma-lerischer Rauhigkeit geätzt. Dann, ohne Namendes Malers: Die Anbetung der Hirten, undChristus mit Dornen gekrönt, beyde nett mitdem Grabstichel gearbeitet; eine Auferstehung Christi (robb.); Diana und Endymion, undhauptsächlich sein jüngstes Gericht (-668.), dasbey LDinklern am genauesten beschrieben ist,und wenigstens eine Nachahmung von M- An-gelo's zu seyn scheint. He-necke dann (Nachr.I. 299.) hält es nicht nur für dieses letztere, son-dern behauptet, daß wirklich: lViiclEl ^nxolc,darunter stehe. Waö er dort von Christ'« Irr-thum in Betreff der Erklärung von Barraro'sMonogramm sagt, ist unbegründet.
Baslovsky. u. Boslowsky.
Bafpar, (Carl), Maler vonWurzachin Ober-Schwaben ; erhielt 1784. den ersten Preis in derAkademie zu Wien für eine historische Aufgabe.
Rasteelfchen, ( ). So wird, ohne
Weiteres, ein Feldschlachtenmaler, der zu Ant werpen arbeitete, genannt. VVc-^ermaun U. 21s.
Baea, (Martin), ein Kupferstecher, der vonChrist S> 211. angezogen wird. Ob nicht hier >mretwa von Marius Carrari oder Barrari die Redeseyn dürfte?
Barer;in,( ), Freyherr von Reisewitz inOber-Schlesien; war 1767. Jntendent von Reins-berg, wo er verschiedene Bauten und Verschöne-rungen theils angab, theils selbst ausführte. Erstarb daselbst 1762. sJicolai.
Ratschaloff, (Geigl). S. den Art. En?u-koff. Derselbe arbeitete zu St. Petersburg unterder Regierung der Kaiserin Anna. (Ikc.
Bavalluzzr, (Anton). S. Cavallucci.
Rauck, (Friedrich Ludwig ). S. Hauck.Wohl ist dies übrigens derselbe Künstler, den derflüchtige Basair (Lü. sec.) Ludwig Raucke,geb. zu Dresden nennt, und ihm ein kleines Blattnach Angeli zuschreibt, das ein Kind mit einerTrommel vorstellt.
Baufer, (JacobWilhelm). So heißt irgend-wo, ohne Weiteres, ein Kupferstecher, von wel-chem man Bildnisse kenne, wie z. B. dasjenigedes Theologen M. F. Degmair's.
Bauffer, (Michael). Ein vorzüglicherSchriften- und Landchartenstecher zu Augsburg ,von dessen Arbeit man, neben Andcrm, eine Chartevon Böhmen auf 26. Blättern kennt.
* Bauffmann oder Raufmann, (I F.)
Von -hm kennt man, neben Anderm, den brennen-den Busch nach le Brun, und: Vieux pssssnscjni »ach van Schuppen; dann einige
Bildnisse, ohne Namen des Malers.
* — — (Maria Angelica). Eine der aus-fl hrlichsten historischen Notizzcn über diese berühmte