Band 
Zweyter Theil [2].
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762
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762 Mansard.

deren Schönheiten und Fehler d'Ärgensvillebemerkt, und besonders den edeln und einfachenStyl des dortigen Orangeriegebäudes nicht genugrühmen, aber auch nicht verschweigen kann, daßdas Verdienst der ersten Idee dazu le Nürregebühre, welcher Mansard indessen in der Thatnoch mehrere Vollkommenheit gab. Fast um die-selbe Zeit fieng er dst von der Frau von Maintenonfür 260. adeliche Mädchen bestimmte Stiftung St.Cyr zu bauen an, welche von 2000. Mann aus d.nKönigl. Truppen vom May i 685 ., bis Zul. 1686.vollendet wurde. Jetzt folgten Trianon und Marly,welches letztre d'Ärgensville — nach dem Pallasteder Armida, die lachendste Wohnung nennt. Auchdie Gärten von Marly wurden, während le Notre'sAbwesenheit in Italien , von Mansard angelegt ;und dieses Eingreifen in seine Sphäre konnte derältere Mann dem jüngern niemals vergeben. Ueber-Haupt war Julius Hardouin recht wie geschaffen,Ludwig's große Entwürfe auszuführen. Seinelebhafte und glänzende Einbildungskraft wußte sicheben so gut ins Einfache, wie ins Galante, insErhabne wie ins Prächtige zu fügen (Lavarerwürde sagen: Man sehe aber auch nur seinen Kopfan!). Für's Majestätische waren bann seine Jn-validenkirche, und zumal ihre Kupole sein Meister-stück, welche denjenigen von St Sophie und St.Peter zwar an Umfang, aber an Pracht nichtweichen darf, und die das Eigenthümliche hat,daß er durch einen sehr geschickten Kunstgrif dasDeckengemäld derselben herrlich zu beleuchtenwußte, ohne daß man von unten das verborgeneMittel wahrnimmt. Eine gute Beschreibung davongiebt mehr crmeldter Kunstrichter. Eben so vonden herrlichen Plätzen Louis le Grand und desVictoires, wobey indessen auch die Gebrechen deserster» (besonders in Absicht auf Ab - und Zugänge)nicht verschwiegen sind. Anch die Künste in Frank-reich überhaupt hatten diesem merkwürdigen Mannesehr viel zu danken. Er war es, der im I. 1699.den König vermochte, die einige Zeit untcrbrocye-nen Kunstsalons herzustellen, und der Akademieihre, durch den Krieg auf die Hälfte herunterge-setzten Jahrgelder wieder ganz zu verschaffen. Eineeinzige seiner Bauten, die Mühlen - Brücke überden Ällier (1706.), war ihm mißlungen, und näm-lich die — auf Sand gebauten Fundamente der-selben von dem Strom weggeschwemmt worden.Sein letztes schönes Werk war die Kapelle zu Ver-sailles , das er bey seinem plötzlich erfolgten Tod(1708.) unvollendet ließ. „ Julius tzardouin",(heißt es bey d'Ärgensville) „ profilirte in höchsterVollkommenheit, und zeichnete übrigens Alles nurins Rohe hin mit einer Kohle oder groben Fcder.Zu deu Figuren bediente er sich des Baumeistersd'Aviler, des Kupferstechers le Pautre und Cocheri's.Mit eben so viel Geist, als sein Oheim besaß, ver-einigte er mehr Eleganz. Seine Nachfolger, inErwägung der oft wenig geschickten Anwendungdie er von so viel Talenten machte, verweigerte»ihm daher zwar den Namen eines Genie nicht, wohlaber den eines großen Baumeisters. Immerhinaber kann ihm niemand die Ehre streitig machen,seinen Gebäuden zuerst den angemessenen Charakterertheilt zu haben. Sein Enthusiasmus machte,daß er oft die Schranken der Wissenschaft über-schritt; aber seine Licenzen waren immer mit soverführerischen Grazien vergütet- daß nur einscharfes Aug' solche zu unterscheiden vermochte. Erbegierig daher, so zu reden (?) nur glückliche Fehler.Bey den Invaliden z. B. wo der gute Geschmackimmer vorherrschend ist, trat er vom Dauerhaftenplötzlich ins Zarte über, indem er die CorinthischeOrdnung über die Dorische baute. Aehnlicheswird über andre seiner Bauten bemerkt, wie z. B.über Clagny , welches nur noch in einem von M.Hardouin geätzten Werke: Plans. prvüls et elö-vatlons «in Lbateau äs Lla^nz- sichtbar ist.Andres, wie z. B. fatzalle «le I'OranAerie 6eVersailles hat I. B. Nvllie, L'a^e ä'une <issLcuries (ib.) le Pautre, und wieder Andres,Vue lle I'Rotel ös Vrilliere, sss^es «le l'Hötel

Man sing er.

ste Laut)-, «le Larnavallek, et «le I'L^IiselVlinimcs haben Ungenannte gestochen. Die ver-schiedenen schönen Werke dann, welche das Hoteld'Jnvaiides darstellen, und namentlich die zu demsogenannten Ladinet <lu kor gehörigen: Plans,Llevatinns, Vues, Loupes et prostls cle I'Hotelstoval «lss Invalides ;22. Bl ) sind jedermannbekannt; weniger, daß zu diesen letzter» i j. Bl.gehörten, die sich jetzt nicht mehr dabey finden,welche Mansard's erste Entwürfe, zu Behuf derDevise u. s. f. darstellte». S. läöe Ge-

nerale p. 24. Im Artikel des Lex. über unsernKünstler ist die Citation: la Lombe beyzufügen.Lont'. über ihn: .M/rrrn sscl. terrr. II. 272—7g.der zwar überhaupt seine Nachrichten aus dergleichen Quelle, wie d'Ärgensville (den üommesillustres kie geschöpft, dann aber be-

sonders die mancherley Fehler an Versailles —seine traurige Lage, den kleinlichen Geschmack anden äusser» Verzierungen, die einförmige Ansichtder Fahnde von der Gartenseite, die versteckteStiege, das Unzusammenhängende der Gemächer,u. s. f. und überhaupt an seinen Bauten den über-triebenen Schmuck rüget, dagegen aber seiner An-wendung der Saulenordnungen, seiner sinnreichenComposition, und besonders der Gestaltung seinerKupolen alles Recht widerfahren laßt, daö ihnengebührt. Eine sehr gute, 1804. im ^rüenöe «lss-Vrs z» Paris , von Dücbesne verlesene Kolloshistorigus über unser» Künstler (worinn besondersdie von seinen Neidern ihm gelegten Fallstricke an-ziehnd erzählt sind), s. im Auszuge in denacs IV. Z 8 u— 8 ä.

* Mansard (Peter Franz oder Absalon),Franzen s Vater. S. den Art. dieses letzter.!sowohl im Lex. als in den gegenwärtigen Zusätzen.

* Mansel (Jacob), einer der mehrern hundertverhunzter Namen, welche Basän (Lch ssc.) on kbeßc bekannten Künstlern — den eiwäh-^n denWiener - Echwarzkunststecher Jacob Maen >lgiebt.

* Mansfeld oder Mannsfeld (Joh.Ellas), wie ihn das Lex. nach Gandellini undBasan nennt, hieß aber nicht so, sondern JohannErnst, Akademischer Kupferstecher und Schrifr-Gießerey-Inhaber zu Wien, geb. zu Prag i; 58 .oder 40 In seinem sechszehnten Jahre kam ermit seinem Vater nach Wien , besuchte die dortigeAkademie, und widmete sich, ohne besondere An-leitung, dem Kupferstechern Man findet unterseinen Arbeiten eine ziemliche Anzahl kleiner, abermit Geschmack gestochener Bildnisse berühmter Per-sonen, worunter man dasjenige des Englischen Gesandten zu Wien , N. M. Keiths, nach Graf,für eines der bcßten halt. Von größer» dann:Die beyden schönen Bildnisse der Frauen vonRubens und van Dyck, beyde ganzer Statur —fast nackend, nach ihren — Männern gestochen. VonGattungsblättern kennt man von ihm: Die Aus-rufer zu Wien , nach Brand; von Historischen:Tancreds Tochter, nach Furino; dann Pius VI. der dem Volke zu Wien den Segen ertheilt, unddie Krönungsfeyer Leopolds II. zum König inUngarn , mit herrlich, bald wie in Miniatur colo-rirten Figuren nach C. Schütz, und eine Donau -Aussicht nach de Wenzely. Alles uns Bekannte istbloß bis 1782. datirt. Einiges hat er auch gemein-schaftlich mit Jakob Adams gearbeitet. Er starbzu Wien 1796. Baur . Meusel II. Rost II.227—28 Die beßte (doch nicht vollständige) Litte-ratur seiner Blätter giebt der Wmklersche Katalog.

— — (Sebastians So nennt Basan (xg.soc.) noch neben dem Obigen, einen Kupferstecherzu Wien, der einige Bildnisse in Octavo gelieferthabe, und aber wohl zuverläßig kein Andrer alsJohann Ernst ist.

Mansinger (Gottfried Valentin), ein vonL- v. O). vortreflich genannter Bildnißmaler;arbeitete »m 1770. zu Regenspurg. Nach ihm hat